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Kreiswart Thomas Meilinger, hier für seinen TTC Niederzeuzheim aktiv an der Platte.

Tischtennis

Saisonabbruch "alternativlos"

Nach dem Beschluss des Hessischen Tischtennis-Verbandes (HTTV), die bereits abgebrochene Saison nun endgültig zu annullieren, haben wir die Meinungen von Spielern, Trainern sowie Verbands- und Vereinsfunktionären aus dem Kreis Limburg-Weilburg eingeholt. Fast einstimmig hielten die Befragten die Entscheidung für unumgänglich.

Kreiswart Thomas Meilinger: „Die Betroffenen haben nun Planungssicherheit, und es kommt nicht zu Ungerechtigkeiten, weil zum Beispiel Vereine zu Beginn der Saison aus unterschiedlichen und nachvollziehbaren Gründen Mannschaften zurückgezogen haben. Selbst wenn es Mitte März zu Lockerungen kommen würde, bin ich mir nicht sicher, ob der Vereinssport eine Priorität der Politik sein wird. Bedenklich ist, dass wir gerade im Nachwuchsbereich mit erheblichen negativen Folgen rechnen müssen. Wir hatten bereits bei den Meldungen einen hohen Rückgang an Mannschaften sowie im Laufe der Saison weitere Abmeldungen. Es wird ein langer Weg sein, wieder an die alten Mannschaftszahlen anknüpfen zu können. Man kann nur hoffen, dass die Sehnsucht nach Bewegung und Wettkampf nach überstandener Pandemie gerade bei den Kindern und Jugendlichen sehr groß sein wird. Die Vereine sollten Konzepte für die Nachwuchsgewinnung erarbeiten. Im Übrigen hoffen wir, dass der Sommerpokal stattfinden kann, denn viele Spieler und Spielerinnen stehen in den Startlöchern und wollen wieder an die Tische.“ 

Kreissportwart Hans-Jürgen Arnold: „Ich war in der Arbeitsgruppe, die den Verband während der Pandemie mit Vorschlägen und Möglichkeiten unterstützt hat. Der Saisonabbruch war unvermeidbar. Schon der durchwachsene Saisonstart und die unterschiedlichen Spieldurchführungen ließen schnell erahnen, dass an einen geregelten und gerechten Ablauf kaum zu denken sein würde. Die unklare Situation und die hohe Inzidenz führten dazu, sowohl die Mannschafts- als auch die Individual-Wettbewerbe zu känzeln. Ein kleiner Lichtblick für den Nachwuchs ist die Fristverlängerung für die Austragung der Minimeisterschaften.“ 

Sven-Hendrik Hahn (Spieler, Trainer und Mannschaftsführer beim TuS Dehrn): „Grundsätzlich ist es schade, dass der Spielbetrieb in dieser Saison nicht wieder aufgenommen werden kann, aber es ist die nahe liegende Lösung. Ohne Trainingsbetrieb, der seit Monaten ruht, ist ein Spielbetrieb kaum möglich, obwohl wir den Tischtennissport nicht zuletzt auch aus Spaß am Spiel betreiben und nicht allein, um Punktspiele zu bestreiten. Nur fünf Partien konnten wir anfänglich bis zum Abbruch der Saison austragen, und ich kann resümieren: Wir Tischtennisspieler haben mit großer Disziplin Tische gewischt, abgetrennte Bereiche eingehalten, Formulare ausgefüllt, Masken getragen und aufs Doppel verzichtet, so dass der Infektionsschutz durchaus groß geschrieben wurde. Der Schaden durch den Abbruch hält sich in Grenzen, die Pause dient der Corona-Bekämpfung. Ich hoffe sehr, dass möglichst viele dabei bleiben und setze ganz auf einen Wiederbeginn im Herbst.“ 

Siegfried Armborst (Spieler und ehemaliger Vorsitzender des TTC Staffel): „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie war für den Tischtennissport und die Aktiven sehr gravierend. Hallen waren nicht geöffnet, privat zu trainieren war nur wenigen Sportlern möglich. Die bisher durchgeführten Punktspiele ohne Doppel und unter den geforderten Hygienevorschriften waren sportlich sehr zweifelhaft. Deshalb ist die getroffene Entscheidung, die Runde zu annullieren, richtig und die einzig sinnvolle.“ 

Ulrich Hadaschick (Pressewart im Tischtenniskreis und Vorsitzender TTC Elz): „Ich stehe hinter der Entscheidung des HTTV, denn trotz aller Hoffnungen auf eine Fortsetzung der begonnenen Spielzeit steht nun im Vordergrund, das Virus dauerhaft in den Griff zu bekommen. Dass die Gesundheit Priorität hat, ist keine abgedroschene Phrase. Wir haben das im Verein mit einem Betroffenen hautnah erlebt. Ich habe auch gesehen, dass viele Aktive einen Trainings- und Spielbetrieb von Anfang an abgelehnt haben und deshalb auch Mannschaften zurückgezogen wurden. Eine mögliche Saisonfortsetzung wäre zur Farce geworden – mit Ungerechtigkeiten für die meisten Vereine. Für unseren Club, und vor allem den Nachwuchs, ist das Ganze keine schöne Angelegenheit, vielmehr eine Herausforderung, mit neuem Elan in die Zeit nach Corona, die hoffentlich bald kommt, zu gehen. Dabei sollte man bedenken, dass es in vielen Bereichen viel schlimmer aussieht, ganz zu schweigen von denen, die es nicht oder mit gravierenden Nachwirkungen überlebt haben.“

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