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Samuel Stähler in Urlaubslaune vor der traumhaften Kulisse von Ko Phi Phi Island in Thailand. 

NNP-Serie: Die Kapitäne

Samuel Stähler: "Immer das Beste für den Verein herausholen"

Sie genießen den Respekt ihrer Mitspieler und der Trainer, tragen die Binde am Arm mit Stolz und haben etwas zu sagen: die Kapitäne. Im Vereinsdress auf dem Platz kennt man sie als "Leader" ihrer Mannschaft. Wir wollen wissen, wer der Mensch ist, der in diesem Trikot steckt. Heute lernen wir Samuel Stähler vom Fußball-Gruppenliga-Aufsteiger SG Selters näher kennen.

VON PATRICK JAHN

Dass die SG Selters bereits eine gefühlte Ewigkeit nahezu ausschließlich auf die eigene Jugendarbeit baut, ist hinlänglich bekannt. Daher ist es auch nicht allzu verwunderlich, dass mit Samuel Stähler ein Eigengewächs der "Wassermänner" als Kapitän fungiert. Der gebürtige Oberselterser, der nun in Niederselters sesshaft geworden ist und mit Bruder Maximilian gemeinsam in der ersten Mannschaft kickt, streift sich seit nunmehr sechs Jahren Woche für Woche die Kapitänsbinde über den Arm.

Wie wurde er seinerzeit in sein Amt bestimmt? Samuel Stähler klärt auf: "Als ich vor sechs Jahren Kapitän unserer Mannschaft wurde, haben die Spieler darüber abgestimmt. Jonas Gangl hatte mich seinerzeit vorgeschlagen, und in der Spielersitzung wurde ich dann von der Mannschaft gewählt. Im Laufe der Jahre kam es dann gar nicht mehr zu einer Wahl, denn der, beziehungsweise die Trainer haben die Kapitäne mehr oder weniger bestimmt."

Samuel Stähler, der im Übrigen von Jan Hendrik Pabst vertreten wird, ist 1992 geboren und seit dem zarten Alter von vier Jahren Mitglied im SV Oberselters. Auch wenn es ab und an mal eine Anfrage von anderen Vereinen gegeben hatte, ist der "Sechser", der auch im Spiel die Trikotnummer sechs trägt, dem Gruppenliga-Aufsteiger stets treu geblieben.

Wenn Samuel Stähler sowohl ins "Jetzt" als auch in die Vergangenheit schaut, findet er Gründe, die dafür ausschlaggebend waren, warum er seinerzeit "Capitano" wurde: "Ich glaube, dass ich einen positiven Einfluss auf die Mitspieler habe und bin auch grundsätzlich positiver Natur. Es fällt mir leichter, die Mannschaftskameraden zu pushen. Ich bin gar nicht der Typ, der die Kollegen runtermachen kann. Ansonsten versuche ich immer, das Beste für den Verein herauszuholen, bin nahezu immer im Training und eben auch ein.

Dass Samuel Stähler im gesamten Verein ein enorm hohes Ansehen hat, ist ihm bewusst. Auch außerhalb des Sportplatzes ist der 28-Jährige in viele andere Belange eingebunden. Da muss man schon einiges mitbringen, um sich eine solche Stellung - auch innerhalb der Mannschaft - zu erarbeiten.

"Klar, man muss sowohl zwischen Spielern und Trainerteam als Sprachrohr fungieren. Auf dem Platz bin ich dann eine ganz andere Person als im normalen Alltag. Man muss lautstark und aggressiv sein; das war für mich am Anfang natürlich ungewohnt. Erst mit den Jahren bin ich in diese Rolle hineingewachsen. Es ist aber grundsätzlich wichtig, dass alle Kritik auch immer konstruktiv ist", gibt Samuel Stähler zu Protokoll. Dass er als "Urgestein" im Verein natürlich auch das Bindeglied zum Vorstand ist, versteht sich dabei von selbst.

Sein Trainer, Moritz Steul, hält große Stücke auf "Sammy": "Er war schon Kapitän, als ich vor zweieinhalb Jahren gekommen bin. Es gab für uns keinen Grund, an der Kapitänsfrage etwas zu ändern. Samuel verkörpert die Philosophie des Vereins wie kein anderer und fungiert sehr gut als Bindeglied zwischen Spielern, Trainerteam und Vorstand."

Auch wenn der Trainer ab und an selbst ein Stück weit kritisiert werden muss, ist vor allem diese Tatsache ein Punkt, den Moritz Steul an seinem Spielführer schätzt: "Seine offene und auch direkte Art gegenüber dem Trainerteam tut uns gut und weckt uns manchmal auf. Seine vorbildliche Einstellung und die Art und Weise, wie er das Team aufs Feld führt, sind nur einige Punkte, die großartig sind. Auch Sammy hat einen großen Anteil daran, dass sich die Spieler weiterentwickeln. Er spricht viele Sachen an, ist trainingsfleißig und marschiert grundsätzlich vorneweg. Seine Loyalität tut allen im Verein sichtlich gut."

Beruflich ist Samuel Stähler als Software-Einkäufer für einen in Frankfurt ansässigen IT-Dienstleister für Sparkassen tätig und steckt seine durch die Fußballpause frei gewordene Energie aktuell in den Hausumbau, der sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Doch auch das wird wohl irgendwann ein Ende finden, damit er mit Freundin Sophie - übrigens die Schwester von Reserve-Torhüter Niklas Muth - wieder mehr Zeit verbringen kann. Wenn dann noch zeitliche Ressourcen frei sind, spielt der Fußball - sowohl auf dem Platz, als auch vor dem Fernseher oder an der Konsole die größte Rolle. In Nieder- und Oberselters jedenfalls werden die Verantwortlichen froh sein, wenn sie an ihrem Kapitän noch einige Jahre Spaß haben dürfen - sowohl auf als auch neben dem Platz.

In unserer nächsten Folge geht es um einen oberliga-erfahrenen Mann, der hohes Ansehen in seinem Gruppenliga-Team genießt.

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