+
Ober-Erlenbachs Torjäger Adrian Matuschewski wird von Drago Cubrlo (Spielvereinigung Bomber Bad Homburg) gefoult.

Fußball, Kreisoberliga Hochtaunus

4:1 an der Sandelmühle: SG Ober-Erlenbach stürmt in die Aufstiegsrunde

Ober-Erlenbach hatte sieben Spiele in Serie gewonnen, Bad Homburg nur eine seiner letzten sieben Partien verloren. Das „Spiel um Platz zwei“ verläuft zwischen den beiden Teams in der Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus aber unerwartet klar.

Die Kulisse an der Sandelmühle hatte bereits gehobenes Gruppenliga-Niveau: Rund 200 Besucher waren gekommen, um das KOL-Spitzenspiel zwischen der SpVgg 05/99 Bomber Bad Homburg  und der SG Ober-Erlenbach zu sehen. Das Problem: Nur eines der beiden zuletzt formstarken Teams konnte noch über den zweiten Platz und die damit verbundene Aufstiegsrelegation das Ticket zur Gruppenliga buchen.

„Ich sehe die Chancen heute bei 50-50“, erklärte Manfred Purz, Sportchef der „Nullfünfer“, vor dem Anstoß. Thomas Bremerich, Verantwortlicher bei der SGO, sah’s genauso: „Es wird sicherlich ein umkämpftes Spiel.“

Die Wahrheit, die bekanntlich auf dem Platz liegt, war aber eine andere. Der Tabellenzweite aus Ober-Erlenbach schlug Verfolger Bad Homburg klar mit 4:1 und sicherte sich so vor dem letzten Spieltag die Teilnahme an der Aufstiegsrunde.

Während die Gäste mit schnellem Kombinationsspiel bestachen, wussten sich die Hausherren im ersten Durchgang nur durch lange Schläge zu helfen. Diese Bälle erreichten jedoch selten einen Adressaten. „Ich glaube nicht, dass es eine Frage der Nervosität war“, so Purz, „eher eine Frage der Passivität.“ Sein Trainer sah es ähnlich. „Die Leistung war heute unterirdisch“, betonte Ralf Haub, „wir haben keinerlei Kontrolle über das Spiel gehabt.“

Dennoch musste beim 1:0 für die Gäste zunächst noch der Zufall etwas nachhelfen. In der 18. Minute zog Patrik Hecimovic aus dem Rückraum ab, traf den Ball, der auch noch abgefälscht wurde, nicht sauber und so hoppelte das Spielgerät ins rechte, untere Eck. Zwei Minuten später scheiterte Adrian Matuschewski an Bad Homburgs Schlussmann Marco Häfner, doch dessen Vorderleute konnten den Ball nicht klären und verursachten einen Foulelfmeter. Diesen verwandelte Torjäger Matuschewski mit Wucht zum 2:0 (21.). Kurz vor der Pause legten die Gäste nochmals nach. Stoßstürmer Eric Kemen wurde an der Strafraumkante bedient, schirmte den Ball stark mit seinem wuchtigen Körper ab und versenkte das Spielgerät anschließend aus der Halbdrehung im linken unteren Eck.

An eine Wende glaubten zur Pause wohl die Wenigsten auf dem Sportplatz – die „Nullfünfer“ selbst gehörten jedoch dazu. Nach dem Seitenwechsel hatten die Hausherren ihre stärkste Phase. Früheres Attackieren und höhere Laufbereitschaft in beide Richtungen führten zu zwei guten Möglichkeiten (47., 50.), die der eigentlich kaltschnäuzige Victor Radu jedoch liegen ließ. Besser machte es in der 58. Minute der eingewechselte Ali Shabaz, der per sehenswerter Direktabnahme das 1:3 erzielte.

Das Momentum, das nun kurzzeitig aufseiten der Gastgeber war, verflog aber schnell wieder. Und Ex-Profi Matuschewski erzielte mit seinem bereits 34 Saisontreffer das entscheidende 4:1 (76.). Aus halblinker Position schob der Edeltechniker den Ball flach in den Kasten.

Nach dem Abpfiff begann bei den Gästen noch auf dem Rasen die große Feier anlässlich der nun sicheren Teilnahme an der Aufstiegsrunde. Die Gastgeber blickten derweil gleich wieder nach vorne. „Wir greifen nächstes Jahr wieder an“, gab sich Manfred Purz kämpferisch.

ROBIN KUNZE

Die Aufstiegsrunde zur Gruppenliga Frankfurt West

Die Gegner des Hochtaunus-Vertreters SG Ober-Erlenbach in der Aufstiegsrunde zur Gruppenliga Frankfurt West stehen bereits fest. Aus der Kreisoberliga Frankfurt nimmt Vize-Meister SG Westend teil, aus der KOL Friedberg der SV Gronau. Laut Verbandsmitteilung beginnt die Runde am Sonntag, 2. Juni, um 15 Uhr mit dem Spiel „Hochtaunus gegen Friedberg“. (rem)

Der restliche KOL-Spieltag im Überblick

Teutonia Köppern – SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach 1:1 (1:0): Nach der Partie saßen Spieler und Verantwortliche des SV Teutonia zusammen und ließen die Spielzeit Revue passieren. „Es war eine geile Saison, wir sind völlig zufrieden“, betonte Trainer Alexander Fievet. Dass es nicht geklappt hat, sich den Relegationsplatz zu sichern, sei nicht schlimm. Vor der Saison sei nicht davon auszugehen gewesen, dass die Mannschaft eine so gute Rolle spielen würde. Und die Defensive ist bei nur 30 Gegentreffern einen Spieltag vor Rundenschluss die mit Abstand stabilste. Diesmal ließ sie sich nur von Caglayan Karagöz überlisten (51.). Kevin Hillner hatte Köppern kurz vor der Pause in Führung gebracht – allerdings stand er im Abseits. Auf beiden Seiten wurden noch viele Konterchancen vergeben. Für die neue Runde frischen die Gelb-Schwarzen ihren Kader auf: Von der Usinger TSG kommt der talentierte Tim Junghahn. Weitere Neuzugänge sind Fabian Bannert (FC Ober-Rosbach), Joel Santos (DJK Bad Homburg) und Benjamin Hoffmann (Spvgg. Roßdorf). „Wir wollen einen Platz besser abschneiden als in dieser Saison“, sagte Fievet, obwohl er noch gar nicht weiß, wie sein Team diesmal abschneidet. Von Rang drei bis sieben ist am letzten Spieltag noch alles möglich. Tore: 1:0 Hillner (43.), 1:1 Karagöz (51.).

FC Oberstedten II – EFC Kronberg 2:6 (1:2): Seinen großen Augenblick hatte Philipp Thull sieben Minuten vor dem Ende. Der Defensivakteur platzierte den Ball aus etwa acht Metern zwischen die Beine von Oberstedtens Torwart Timo Vahlhaus – es war zugleich sein erstes Saisontor. Unter der Woche studiert der junge Mann in Bochum, sonntags zieht er sich das EFC-Trikot über. Das Urteil zum Spiel fiel von EFC-Trainer Michael Janson eindeutig aus: „Es war ein Sommerkick.“ Den Gastgebern merkte man an, dass der Abstieg schon lange feststeht. Bei einer konsequenteren Chancenverwertung, sagte Janson, hätte das Endergebnis auch zweistellig ausfallen können. Für den FCO II war es die sechste Niederlage in Serie. Tore: 0:1 Peuser (14.), 1:1 Nordström (29.), 1:2 D. Janson (44.), 1:3 D. Janson (58.), 1:4 Würges (62.), 1:5 Jochmann (80.), 1:6 Thull (83.), 2:6 Ilg (88.).

FC Neu-Anspach II – FSG Weilnau/Weilrod/Steinfischbach 0:1 (0:1): Es war ein bitterer Nachmittag für die Anspacher. Ein Chancenverhältnis von 10:1 hatte FC-Trainer Raffaele Parisi ausgemacht. „Wir waren die klar dominierende Mannschaft, ich kann ihr keinen Vorwurf machen“, sagte Parisi. Allerdings fehlt derzeit seinen Spielern die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. In der Schlussphase mussten die Gastgeber sogar noch zwei Platzverweise hinnehmen: Zunächst sah Bryan Steinheimer die Gelb-Rote Karte (81.), dann war Marc Schneider an der Reihe, der zu sehr meckerte und auch die Kartenkombination erhielt (90.+1). Die FSG musste vor allem Defensivarbeit verrichten. Und Sören Hofmann zeigte drei Minuten vor der Pause, wie man den Torwart überlistet. Tor: 0:1 Hofmann (42.).

Blau-Weiß Schneidhain – FV Stierstadt 0:15 (0:6): Erstmals durfte nach Ablauf seiner sechsmonatigen Sperre Marvin Diehl mitwirken. Der 20 Jahre alte Offensivallrounder war bis Mitte November für den Verbandsligisten Vatanspor Bad Homburg aktiv, ehe es zur Trennung kam. Davor war Diehl schon für die Stierstädter am Ball, einst spielte er auch für die U19-Mannschaft des Zweitligisten SV Darmstadt 98. „Wir wollen eine schlagkräftige Mannschaft in der nächsten Saison haben“, kündigte der Spielausschussvorsitzende Marco Hentsch weitere Neuzugänge an. Im Mai sollen die personellen Entscheidungen fallen. In der vorletzten Partie traf der eingewechselte Diehl sogleich. Die Schneidhainer schossen laut Hentsch nur einmal aufs Tor. Tore: 0:1 Zharkov, 0:2 Holland-Nell, 0:3 Sak, 0:4 Faquir, 0:5 Sak, 0:6 Holland-Nell, 0:7 Biskup, 0:8 Becher, 0:9 Biskup, 0:10 Sak, 0:11 Diehl, 0:12 Sak, 0:13 Mian, 0:14 Becher, 0:15 Sak.

SF Friedrichsdorf – Eintracht Oberursel 5:4 (2:2): „Es wollte eigentlich keiner gewinnen“, scherzte Friedrichsdorfs Sportlicher Leiter Martin Schmidt. Doch der eingewechselte Lukas Dietz hatte etwas dagegen und traf in der Schlussminute. Kurz davor hatte die Eintracht die große Chance vergeben, in Führung zu gehen. „Oberursel hat gut mitgespielt, aber unser Sieg ist nicht unverdient“, sagte Schmidt. Eintracht-Pressewart Thomas Pfettscher sah sein Team nahe dran, den künftigen Gruppenligisten zu bezwingen: „Wenn wir es geschafft hätten, in der Defensive tiefer zu stehen, wäre ein Unentschieden oder ein Sieg möglich gewesen. Wir waren den einen Tick nicht clever genug.“ Tore: 1:0 Pekgüzelyigit (10.), 2:0 Pekgüzelyigit (20.), 2:1 Bohdal (35.), 2:2 Obhafuoso (40.), 3:2 Kister (50.), 3:3 Bohdal (65.), 4:3 Kister (70.), 4:4 Rothgerber (85.), 5:4 Dietz (90.).

SV Seulberg – FC Weißkirchen 1:0 (0:0): 57 Minuten waren gespielt, da fasste sich Liberato Aiello ein Herz – und erzielte aus größerer Distanz den einzigen Treffer. „Das war das Highlight. Ansonsten gab’s nur Sommerfußball, das Spiel hätte auch unentschieden ausgehen können. Die Luft ist raus, es geht um nichts mehr“, sagte Thomas Pflüger vom Seulberger Spielausschuss. Die Mannschaft, führte er aus, werde fast komplett auch in die nächste Saison gehen. Lediglich ein Spieler werde den Verein verlassen, den Namen gab Pflüger allerdings (noch) nicht bekannt. Tor: 1:0 Aiello (57.).

STEFAN FRITSCHI

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare