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Schnittig: Ole Schäfer schlägt seit 2012 für Viktoria Preußen auf.

Tischtennis

Ole Schäfer: "Ich spiele sehr taktisch"

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Mit Fußball fing alles an. Doch dann entdeckte Ole Schäfer seine Leidenschaft für den Tischtennissport. Beim Hessenligisten Viktoria Preußen ist er seit Jahren Leistungsträger.

Dass er einige Jahre Mathematik studierte, ist gewiss kein Nachteil. Jedenfalls fällt es Ole Schäfer relativ einfach, seine Gegner zu entschlüsseln, sozusagen den Code zu knacken. Der Erfolg kann sich sehen lassen: Seit mehreren Jahren zählt der etwas schlaksig wirkende junge Mann zu den Tischtennisspielern, welche die Hessenliga Süd-West prägen. Mehr wäre freilich möglich, wenn es da nicht eine Schwachstelle gäbe. „Man sagt mir nach, dass ich keinen wirklich festen Ball spielen kann“, so Schäfer.

Doch der 28-Jährige hat längst seine Strategie ausgefeilt, um dem Abhilfe zu leisten. „Ich spiele daher sehr taktisch“, betont er. Soll heißen: Wenn er seinen Kontrahenten noch nicht kennt, dann dechiffriert er ihn im Verlauf des ersten Satzes. Lange Ballwechsel, präzise Schläge – so punktet Schäfer, wenn es nach seinem Plan läuft und die Gleichung aufgeht. Am heutigen Samstagabend gegen seinen ehemaligen Club TV Dreieichenhain (siehe nebenstehenden Bericht) wird es für ihn, den Mannschaftskapitän der „Preußen“, allerdings recht schwer zu punkten.

In der Gemeinde Dreieich, im Ortsteil Offenthal, wuchs Ole Schäfer auf. Er war zwei, als seine Eltern aus dem Osten Berlins, Hellersdorf, ins Rhein-Main-Gebiet kamen. Als Bub jagte er beim FC Offenthal dem Ball hinterher, der damals vielleicht sogar noch aus Leder war. Und in den Wintermonaten ging es nach dem Fußballtraining in die Halle, dort bot der TTC Offenthal Tischtennis an. „Dann hat sich das Ganze entwickelt“, sagt Schäfer.

Nach Jahren beim TTC Offenthal schloss sich Schäfer dem TV Dreieichenhain an, dort hatte er im Kreisleistungszentrum auch Auswahltraining. „Die Nachwuchsarbeit war gut beim TVD, aber die Herren haben sich nicht um die Jugendspieler gekümmert“, begründet Schäfer, weshalb es ihn dann zum TV Bergen-Enkheim zog. Im Frankfurter Osten spielte er einige Jahre, ehe er 2012 den Sprung zu Viktoria Preußen wagte. Nach einem Jahr mit der „Zweiten“ in der Oberliga entwickelte er sich zur Stammkraft im Hessenliga-Team (die Regionalliga-Mannschaft hatte sich, als der Etat gedrosselt wurde, fast komplett aufgelöst).

Zwar landen die „Preußen“ seitdem immer in der vorderen Tabellenhälfte, doch zur Rückkehr in die Oberliga reichte es (noch) nicht. Da Spitzenspieler Ivan Sestak nur bedingt einsatzbereit ist, wäre ein Aufstieg wohl auch nicht ratsam für den Verein aus Eckenheim. Sei’s drum: Schäfer wird auf jeden Fall entscheidend dazu beitragen, dass der Club weiter zum Hessenliga-Inventar gehört.

„Mein Traum ist es, mit einem der Kids, die ich trainiere oder trainiert habe, irgendwann einmal in einer Mannschaft zusammen zu spielen“, sagt Ole Schäfer. Als Jugendtrainer ist er weiterhin in Bergen-Enkheim aktiv.

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