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Wolfgang Kaufmann (in Front) steuerte den schnellsten Jaguar in Le Mans.

Wolfgang Kaufmann gewinnt in Le Mans

Schnellster Jaguar

An den letzten beiden Wochenenden hätten die Renneinsätze für den Molsberger Rennfahrer Wolfgang Kaufmann nicht unterschiedlicher sein können.

Zunächst reiste Kaufmann nach Le Mans, wo das bedeutendste 24-Stunden-Rennen der Welt vor mehr als 200 000 Zuschauern stattfand. Einmal im Jahr wird dort, südwestlich von Paris gelegen, eine 13 Kilometer lange Rennstrecke über zum Teil normale Landstraßen abgesperrt. Im Rahmen dieses Klassikers zweimal rund um die Uhr gingen am Samstagmorgen die „Le Mans Legends“ an den Start. Faszinierende Sportwagen aus den 50er und 60er Jahren waren am Start. Mittendrin Wolfgang Kaufmann mit dem #122 Jaguar-E-Type-Coupe von Siamak Siassi. „Eine unglaubliche Kulisse“, schilderte Kaufmann die ersten Eindrücke. „Viermal bin ich bei den aktuellen 24-Stunden in Le Mans im Einsatz gewesen. Die Strecke ist einmalig, dazu so viele Zuschauer, da ist man doppelt motiviert.“ Zudem durfte der Molsberger dieses Mal das 45 Minuten lange Rennen komplett alleine bestreiten.

Dass der Profipilot gegen die zahlreichen hubraumgewaltigen Ford GT 40 und Shelby Cobra keine Chance auf den Gesamtsieg haben würde, war von vorneherein klar: „Dafür gibt es zu viele Geraden, wo sie mit ihrem Mehr an Drehmoment und Leistung einfach wegfahren können.“ Schließlich hat der Jaguar „nur“ 3,8 Liter Hubraum und weniger als 300 PS. Ziel war also, schnellster der zahlreichen Jaguar zu sein.

Im Qualifying klappte das schon fast, lediglich ein reinrassiger E-Type mit 200 kg weniger Gewicht, mehr Leistung und dem britischen Profi Steve Soper am Volant, lag einen Hauch vor Kaufmann. Den Start ging Kaufmann gewohnt hochmotiviert an. Dann schlug die Stunde des „Piranha“. Trotz Leistungsdefizits kämpfte sich Kaufmann Position um Position nach vorne und schnappte sich zügig den vor ihm fahrenden Jaguar von Soper. Erst der Einsatz des Safety Car zwei Runden vor Schluss bremste den Vorwärtsdrang ein.

Doch der hatte den „Fighter“ weit gebracht, beim Fallen der Zielflagge stand Gesamtplatz neun und ein vierter Klassenrang hinter drei Shelby Cobra zu Buche. Wichtiger noch, das Ziel, schnellster Jaguar zu sein, war deutlich erfüllt ! Dementsprechend motiviert hoffte Wolfgang Kaufmann am folgenden Wochenende bei seinem Einsatz für Porsche Kremer-Racing in der VLN erneut auf Erfolg. Auch hier war man durch die Einstufung des Porsche 997 KR in die SP-Pro- Klasse technisch etwas im Nachteil im Vergleich zu ähnlichen 911ern aus der SP7-Klasse, da aufgrund des Luftmengenbegrenzers für den 6-Zylinder-Boxer Leistung fehlte. Pech hatte man im Qualifying, da man erst rausfahren konnte, als die Nordschleife bereits nass war. Rang 17 in der Startaufstellung spiegelte daher noch nicht die wahre Performance wider. Kaufmann fuhr den Rennstart, konnte aber nicht, wie erhofft, einige Plätze gutmachen. Erste Zündungsprobleme am Ende seines Stints kündeten dann bereits weiteres Unheil an. Beim geplanten Boxenstopp stellte das Team noch Ölverlust am Getriebe fest und beschloss, dies zu wechseln. Nicht beheben ließen sich allerdings die Aussetzer, so dass Teamkollege Maik Rönnefarth nach weiteren zwei Runden als Führender in der Klasse aufgeben musste. Somit eine Nullnummer am Nürburgring.

Beim vierten Lauf zur VLN, am 4. Juli, wird Kaufmann wieder mit Ralf Weiner auf dessen siegreichen Gruppe H Porsche 996 GT3 R im Einsatz sein. Danach steht wieder die Classic-Endurance-Serie im italienischen Monza an.

(yer)

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