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Schon einiges bewegt - Auch die Kasse stimmt jetzt

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Von: Marion Morello

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Ein Mann von Welt, aber tief verwurzelt und mit dem Herzen verankert im Kreis Limburg-Weilburg: Thomas Weikert.
Ein Mann von Welt, aber tief verwurzelt und mit dem Herzen verankert im Kreis Limburg-Weilburg: Thomas Weikert. © Hansjürgen Britsch/Imago

Seit fast genau einem halben Jahr ist Thomas Weikert Vorsitzender des Sportkreises Limburg-Weilburg. Ohne mit der Posaune durchs Land zu laufen, hat er mit seinen Vorstandsmitgliedern schon so einiges bewegt. Im Gespräch mit NNP-Sport-Chefin Marion Morello verrät der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, was in den letzten sechs Monaten alles so passiert ist.

Herr Weikert, Sie sind seit einem halben Jahr Vorsitzender des Sportkreises Limburg-Weilburg. Wie haben Sie den Start in das neue, verantwortungsvolle Amt erlebt?

Der Start wurde mir durch unser neues Vorstandsteam leicht gemacht. Alle sind sehr motiviert, haben (neue) Ideen, und wir finden auch sehr aktive Vereine vor. Gerade in der Pandemiezeit und jetzt bei den Hilfen für ukrainische Flüchtlinge ist dies sehr deutlich geworden. Alle packen an, wir gehen mit Elan in die nächste Zeit.

Was hat der neue Vorstand schon alles angeleiert, und wie eng ist Ihr Kontakt zu den Vereinen?

Zunächst einmal haben wir uns den Finanzen gewidmet und diese geordnet, dazu komme ich später noch. Ein Hauptaugenmerk unserer Arbeit liegt darauf, die Pandemiefolgen zu überwinden, das heißt, den Vereinen zu helfen, verlorene und neue Mitglieder zu gewinnen. Kinder müssen sich wieder bewegen, und dazu müssen wir unseren Beitrag leisten. Ich nenne hier beispielhaft zwei Projekte: Wir werden zum neuen Schuljahr eine „Erstklässleraktion“ starten, deren nähere Ausgestaltung wir demnächst präsentieren. Auf den Weg gebracht haben wir bereits eine Aktion, um die Kooperationen zwischen Schule und Verein zu fördern: 20 Vereine werden über zwei Jahre hinweg jeweils 500 Euro pro Jahr erhalten, wenn mindestens zwei Stunden Sport in der Woche angeboten werden. Abhängig vom Erfolg soll dieses Projekt auch über den zunächst geplanten Zeitraum hinaus fortgeführt werden. Es wenden sich einige Vereine mit den verschiedensten Themen an uns, wir helfen wo wir können. Der Kontakt ist also sehr eng.

Beim Sportkreistag im Oktober 2021 in der Limburger Kreissporthalle hörten die Vereinsdelegierten erstmals davon, dass es bei der Kassenprüfung in der Vergangenheit Unstimmigkeiten gegeben hat, die – so hieß es seitens der beiden Kassenprüferinnen – noch genauer untersucht und aufgearbeitet werden müssten. Was ist daraus geworden? Wie konnte unter Ihrem Vorgänger Hermann Klaus eine solch undurchsichtige Finanzlage entstehen?

Der neue Vorstand wurde beim Sportkreistag vor der Neuwahl damit konfrontiert, dass für die Geschäftsjahre 2018 und 2019 noch keine Entlastungsanträge seitens der Kassenprüfer gestellt wurden. Das war eine sehr ernste und schwierige Sache. Deshalb haben wir diese Angelegenheit zu unserer Priorität gemacht und zwischenzeitlich mit den Beteiligten, insbesondere aber auch mit und gegenüber dem Finanzamt, aufgeklärt. Die Finanzen des Sportkreises sind nunmehr sowohl in rechtlicher als auch tatsächlicher Sicht in Ordnung. Unsere Aufgabe war es auch und in erster Linie, die Gemeinnützigkeit des Sportkreises zu gewährleisten, was uns, bestätigt durch das Finanzamt, nach Abgabe und Bewertung der Steuererklärungen 2018 bis 2020 auch gelungen ist. Zusätzlich haben wir für diesen Bereich intern Mechanismen verändert und Verantwortlichkeiten neu geregelt, um bei diesem sensiblen Thema für die Zukunft gut aufgestellt zu sein. Transparenz ist sehr wichtig, und die entsprechenden detaillierten Auskünfte werden wir den Mitgliedern gegenüber auch in der nächsten Mitgliederversammlung erteilen.

Wie sind Ihre Pläne für die nächsten Jahre im Sportkreis?

In allererster Linie wollen wir für die Vereine Dienstleister und Problemlöser sein. Durch die Schaffung einer Geschäftsstelle mit einem festem Ansprechpartner sind wir nun jederzeit in der Lage, auf die Fragen und Belange der Sportvereine im Kreis schnell und effizient zu reagieren. Einige unserer weiteren zukünftigen Schwerpunkte fasse ich einmal wie folgt zusammen: Wir wollen zusammen mit einer neuen Homepage die Serviceleistungen für die Vereine digitalisieren und optimieren. Darüber hinaus soll und muss die Zusammenarbeit mit dem Landkreis optimiert und ausgebaut werden. Schule und Verein sind für uns ein Schlüsselelement. Hier müssen wir investieren. Die Strukturen in den Vereinen und Verbänden müssen wir im Auge behalten und neue Entwicklungen auch hin zur Professionalisierung beobachten und gegebenenfalls begleiten.

Man hat Sie zuletzt häufig in Ihrer Funktion als DOSB-Präsident mit dem „Team D“ bei den Olympischen Winterspielen in Peking auf den Fernsehschirmen gesehen. Wie bringen Sie beide Funktionen unter einen Hut? Und gibt es dadurch vielleicht sogar Synergie-Effekte für den Sportkreis Limburg-Weilburg?

Peking war mit einem dreiwöchigen, sehr arbeitsintensiven Aufenthalt vor Ort sicherlich privat und beruflich eine Ausnahmesituation. Trotz der Probleme um die Olympischen Spiele herum, war es sehr interessant und letztlich auch sportlich erfolgreich. Die Arbeit ist sehr unterschiedlich. Grundsätzlich ist es gut, sowohl das Geschehen an der sogenannten Basis zu verfolgen als auch die überregionalen Dinge, die sehr viel mit Sportpolitik zu tun haben, verbinden zu können. Davon können alle Beteiligten profitieren – und bisher klappt das.

Zu einem sehr aktuellen Thema: Was kann der Sport im Kreis Limburg-Weilburg für die Geflüchteten aus der Ukraine tun? Gibt es eventuell eine Art Leitfaden, den Sie den Vereinen an die Hand geben? Und wie unterstützt der Sportkreis möglicherweise direkt?

Der Landessportbund Hessen (lsbh) als unsere direkt übergeordnete Organisation hat schon sehr aktiv eingegriffen: Ukrainische Flüchtlinge sind automatisch über den Landessportbund versichert und können von den Vereinen aufgenommen werden. Viele Vereine haben das schon aktiv bekundet, und wir als Sportkreis sehen die lsbh-Initiative als sehr förderungswürdig an. Mehr dazu hier:

https://www.landessportbund-hessen.de/fileadmin/media/Servicebereich/Presse/Downloads2022/05_Humanitaere_Hilfe.pdf.

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