Sie warten, wie es mit ihnen bei Germania Schwanheim weitergeht: (von links) Trainer Andreas Schreier, Torwarttrainer Dominique-Pascal Groß und Trainer Ralf Horst befinden sich noch in Verhandlungen mit dem Vorstand des Verbandsligisten. foto: marcel lorenz
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Sie warten, wie es mit ihnen bei Germania Schwanheim weitergeht: (von links) Trainer Andreas Schreier, Torwarttrainer Dominique-Pascal Groß und Trainer Ralf Horst befinden sich noch in Verhandlungen mit dem Vorstand des Verbandsligisten.

Fußball, Verbandsliga

Schreier und Co. fehlt die Perspektive

  • vonAlexander Wolf
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Der Trainer von Germania Schwanheim verhandelt noch mit dem Verein

"Es ist keine einfache Situation", stellt Andreas Schreier klar. Der Trainer von Fußball-Verbandsligist Germania Schwanheim weiß auch nach der zweiten Verhandlungsrunde mit dem Verein nicht, ob es für ihn und sein Team weitergehen kann.

Schwanheim -"Generell haben wir schon Bock auf die Geschichte", hält der 56-Jährige fest, "der Verein muss aber die Voraussetzungen schaffen." Mit "wir" meint Schreier seinen gleichberechtigten Kollegen Ralf Horst und Torwarttrainer Dominique Groß. Dieses Trio hat es nach dem Abgang von Tomas Pelayo und der damit einhergegangenen Spielerfluktuation im Sommer 2020 geschafft, aus der Not heraus eine nicht ganz Verbandsliga-taugliche, aber in jedem Fall verschworene Einheit aus dem Waldboden an der Schwanheimer Bahnstraße zu stampfen. In den elf absolvierten Spielen der bisherigen Saison 2020/21 gab es einen Sieg, drei Unentschieden und sieben Niederlagen.

Nun ruhen beim Vorletzten der Mitte-Staffel auch im fünften Monat nach dem Amateursport-Lockdown die Bälle. Trainingsprogramme übermittelte das Trio seinen Schützlingen. Laut Schreier seien diese charakterstark und mündig genug, um selbst für ihren Fitnesszustand verantwortlich gemacht zu werden. Dass die aktuelle Spielzeit mitten in der dritten Corona-Welle fortgesetzt wird, ist in seinen Augen sowieso unrealistisch. Der SSV Langenaubach hat schon zurückgezogen, und auch beim FC Gießen II soll es Probleme geben.

Positive Signale

aus dem Kader

Schreier und Co. können am ehesten auf eine Annullierung hoffen, um dann mit genügend Vorlauf und eingesparten Prämien die Verbandsliga-Runde 2021/22 zu planen. "Gespräche mit den Spielern haben wir schon geführt", verrät der Coach. Bis auf etwa ein halbes Dutzend Jungs, die aus beruflichen oder studienbedingten Gründen kürzertreten könnten, gab es durchweg positive Signale vom 23-Mann-Kader. "Das ist eine gute Truppe, mit der wir nicht nur auf dem Platz Spaß haben, sie weiterzuentwickeln", berichtet Schreier, "auch nach dem Training und nach Spielen sitzen wir noch zusammen. Es ist ein bisschen so, wie der Fußball früher war." Da der Fußball derzeit an der Basis stillsteht und die Vereine nicht nur mit ausgesetzten Mitgliedbeitragszahlungen, sondern auch mit wegfallenden Sponsorengeldern (meist aus der Gastro-Branche) zu kämpfen haben, ist die aktuelle Situation noch unsicherer als im Vorjahr. Der Verein muss für Schreier, Horst und Groß aber eine Perspektive bieten. Auf die Frage, ob das Trainerteam auf Teile der Aufwandsentschädigung verzichten könnte, antwortet Schreier klar: "Verzichten ist bei diesen Zahlen nicht möglich. Das war so schon fast ein Draufleg-Geschäft."

Noch wichtiger als die eigene Entlohnung ist dem Schwanheimer Coach die Berücksichtigung der jungen Spieler. "Viele konnten wir mit dem Angebot, Verbandsliga zu spielen nach Schwanheim locken. Sie spielen sicher nicht aus finanziellen Gründen hier", meint Schreier. Er glaubt daran und hofft, dass seine Talente den Spaß und die Gemeinschaft im Stadtwald auch weiterhin dem schnöden Mammon vorziehen.

Bis Ostern sollen nun Entscheidungen fallen. Der Hessische Fußball-Verband (HFV) möchte bis zum 27. März bekanntgeben, was mit der aktuellen Spielzeit bei den Amateuren passiert. Auch Schreier, Horst und Groß werden dann mehr wissen: In Abwesenheit des gesundheitlich eingeschränkten Sportdirektors Jochen Kaufmann steht Ferdinand Diefenhardt in der dritten Gesprächsrunde unter Zugzwang. Der Präsident sollte dem Trio eine klare Perspektive für 2021/22 aufzeigen. Ansonsten droht den Verbandsliga-Kickern von Germania Schwanheim eine ähnliche Situation, wie nach dem Abgang von Tomas Pelayo. Alexander Wolf

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