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Robert Dettling holt zum Wurf aus. Er wähnt sich mit seinem TuS Holzheim in Sicherheit.

Handball im NNP-Land

Nur der TuS Schupbach muss leiden

Der Vorstand des Hessischen Handball-Verbandes (HBV) hat am vergangenen Donnerstagabend den Spielbetrieb in Hessen mit sofortiger Wirkung eingestellt. Damit ist die Runde beendet. Mit dem Tabellenstand von letztem Freitag werden die Auf- und Abstiegsregelungen gewertet. Wir erklären, was das für die Vereine bedeutet.

Dies will der Vorstand laut Paragraf 52 der HBV-Spielordnung: „Kann der Sieger, Auf- oder Absteiger einer Klasse oder Staffel aus spieltechnischen oder sonstigen Gründen nicht termingerecht zur Teilnahme an den Meisterschaftsspielen, Aufstiegs- oder Abstiegsspielen für die nächste Saison ermittelt werden, wird er von der zuständigen spielleitenden Stelle nach sportlichen Gesichtspunkten bestimmt.“

Alles hängt von der 3. Liga Ost ab

Bei den Männern wird es noch davon abhängen, ob der TV Kirchzell den Klassenverbleib in der 3. Liga Ost schaffen wird. Sicher abgestiegen sind aus der Oberliga RW Babenhausen und der TSV Vellmar. Erwischt es Kirchzell, muss auch Nachbar TuSpo Obernburg absteigen. In der Landesliga Mitte gibt es also nur einen Absteiger. Somit ist der TuS Holzheim gerettet. „Die Saison ist beendet. Also wird es auch kein Aufstiegsspiel zwischen den Zweitplatzierten aus den Bezirksoberligen von Wiesbaden/Frankfurt und Gießen geben“, erklärt Thomas Mair (Oberursel), Vorsitzender des Arbeitskreises Spieltechnik und Bezirksspielwart. Da es aus der Oberliga keinen Absteiger geben wird und nur zwei Aufsteiger aus den Bezirks-Oberligen, steigt in der Landesliga nur der Letzte, Lollar/Ruttershausen, ab.

Das kommt auch der Bezirksoberliga zugute. Meister HSG Goldstein/Schwanheim steigt auf, die zweitplatzierte TSG Münster II hat aus oben genannten Gründen kein Aufstiegsspiel mehr. Da zwei Mannschaften aus der Bezirksliga A aufsteigen werden, steigt die HSG Sindlingen/Zeilsheim als einzige Mannschaft ab. Ähnlich verhält es sich in der Bezirksliga A – mit der TuS Holzheim II als Tabellenachter –, da es keinen dritten Aufsteiger aus der Bezirksliga B geben wird. Dort wird es ebenfalls nur eine Mannschaft erwischen. Als Letzte müsste die MSG Sulzbach/Niederhofheim II absteigen, die den direkten Vergleich gegen die SG Nied verloren hat, auch wenn diese wegen der schlechteren Tordifferenz derzeit noch auf dem letzten Platz steht. Es wird spekuliert, dass es künftig eine Spielgemeinschaft zwischen Langenhain und Eppstein geben wird.

Mit der TSG Ober-Eschbach (Letzter) und der HSG Rodgau Nieder-Roden stehen derzeit gleich zwei hessische Vereine auf den Abstiegsplätzen der 3. Liga Ost der Frauen. Sollte es zum Abbruch kommen oder sich später nichts mehr an diesen Platzierungen ändern, müssten gleich vier hessische Oberligisten absteigen. Allerdings käme keine der Mannschaften in die Landesliga Mitte, da mit der TGB Darmstadt, Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden (beide Süden), Hoof/Sand/Wolfhausen und dem TSV Eintracht Böddiger (beide Norden) die Absteiger feststehen. Für die Frauen-Landesliga Mitte bedeutet dies, dass es nur einen Absteiger geben würde, da das Aufstiegsspiel der Bezirks-Oberligen ausfallen wird. Das würde Schlusslicht HSG Sindlingen/Zeilsheim treffen, während die HSG Goldstein/Schwanheim drinbleiben wird. Für die Bezirksoberliga Wiesbaden/Frankfurt – mit dem SV Bad Camberg auf Platz neun – bedeutet dies, dass nur die TSG Eppstein neben der zurückgezogenen TG Bad Soden absteigen wird.

In der Bezirksliga A heißt das, dass es erst einmal mit der HSG BIK Wiesbaden und der TG Schierstein zwei Absteiger geben wird, es aber davon abhängen wird, ob die TG Bad Soden meldet. Sollte dies nicht der Fall sein, würde nur Schierstein absteigen. Die HSG Eschhofen/Steeden auf Rang acht und die FSG Holzheim/Limburg als Neunter haben nichts zu befürchten. Die Vereine aus dem NNP-Handball-Land sind bis auf eine Ausnahme weder vom Auf- noch vom Abstieg betroffen. In der Bezirksliga B1 der Männer hatte die HSG Eschhofen/Steeden noch theoretische Chancen, als Zweiter (27:7 Punkte) die Relegationsspiele gegen Zweiten der Gruppe 2 zu erreichen. Da diese aber nun entfallen, wird das Team von Trainer Christian Weiner auch in der kommenden Spielzeit in der Bezirksliga B antreten.

Eine Klasse tiefer scheiterten die Limburger Handballer knapp am möglichen Aufstieg in die B-Klasse. Hier war die Chance auf den Meistertitel bei nur einem Zähler Rückstand auf Rang eins noch in Reichweite. Nun wurde es nur der 3. Platz mit 28:6 Punkten. Der SV Bad Camberg beschließt die Saison als Tabellenzehnter mit 6:28 Zählern, bleibt damit aber der C-Klasse erhalten. Lediglich der TuS Schupbach wird als Schlusslicht mit 0:34 Punkten den Weg in die Bezirksliga D antreten müssen. In der untersten Klasse sind mit den 2. Mannschaften aus Limburg und Eschhofen/Steeden weiterhin zwei Teams aus dem NNP-Land vertreten.

Bei den Frauen wirkt sich das abrupte Saisonende auf keinen Vertreter aus dem Verbreitungsgebiet aus. Die HSG Eschhofen/Steeden beschließt die Saison in der Bezirksliga A auf dem 7. Platz mit 16:18 Punkten und die FSG Holzheim/Limburg einen Rang dahinter mit 13:21 Zählern. Die beiden Reserveteams aus Eschhofen/Steeden und Bad Camberg spielten in der B-Klasse in der vergangenen Saison außer Konkurrenz.

Dennoch kann es im Bezirks Wiesbaden-Frankfurt durchaus für die neue Saison noch zu Veränderungen kommen, die aber an den Ligen-Zugehörigkeiten der Mannschaften aus dem NNP-Land nichts ändern werden. vho/alo

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