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Jubelte nur einmal: Dietkirchens Torschütze Kevin Kratz.

Fußball im NNP-Land

Der schwarze Mittwoch

Sowohl der TuS Dietkirchen gegen Rot-Weiß Walldorf als auch der SV Rot-Weiß Hadamar beim SC Dreieich gingen in der Fußball-Hessenliga leer aus. Der FC Waldbrunn verdiente sich in der Verbandsliga einen Punkt gegen den SV Niedernhausen. Wegen eines Corona-Falles beim FV Biebrich wurde die Partie des RSV Weyer abgesagt.

Hessenliga

TuS Dietkirchen – SV Rot-Weiß Walldorf 2:3 (1:0). Die schwarz-rote Festung am Reckenforst in Dietkirchen ist gefallen: Gegen den SV Rot-Weiß Walldorf, derzeit die Mannschaft der Stunde in der Hessenliga, verlor der TuS Dietkirchen trotz früher Führung am Ende knapp mit 2:3.

Dabei hatte es für das Team von Trainer Thorsten Wörsdörfer so gut angefangen. Kevin Kratz nahm sich nach nur 14 gespielten Minuten ein Herz, dribbelte über die linke Seite in Richtung des Walldorfer Strafraums und schlenzte den Ball sehenswert über den etwas zu weit vorne postierten SV-Schlussmann Darmstädter – die nicht unverdiente Führung für den TuS. Überhaupt sahen die etwa 200 Zuschauer in Dietkirchen ein temporeiches Spiel. Zwar mit optischer Überlegenheit des Tabellenzweiten aus Walldorf, aber mit einigen zielstrebigen Offensiv-Szenen des TuS. Unmittelbar vor der Pause blockte die vielbeinige Walldorfer Hintermannschaft zunächst einen satten Dankof-Schuss auf der Torlinie, Sekunden später einen Schmitz-Kopfball wenige Zentimeter davor. Diesen Chancen sollte der TuS noch nachtrauern.

Das Tempo blieb auch nach dem Seitenwechsel hoch. Diesmal erwischten aber die Rot-Weißen den besseren Start. Nach einer Fußabwehr des souverän agierenden TuS-Keepers Max Gotthardt, der die etatmäßige Nummer eins, Raphael Laux, vertrat, schaltete Gäste-Kapitän Christian Matheisen am schnellsten und verwandelte (56.). Jetzt erhöhte Walldorf den Druck. Mit Erfolg: Wenige Minuten später zappelte der Ball erneut im Netz. Nach einem Eckstoß hatte Maximilian Thomasberger am kurzer Pfosten vollendet (63.).

Doch der TuS gab sich nicht auf. Versuchte es weiter. Der quirlige Colin Schmitz tankte sich über die linke Seite durch und traf mit einem wuchtigen Schuss prompt zum Ausgleich (65.). Die Zuschauer sahen nun einen offenen Schlagabtausch mit Möglichkeiten auf beiden Seiten, beide Mannschaften riskierten viel. Eine Ungenauigkeit im Dietkircher Aufbauspiel sorgte schließlich für die Entscheidung. Mohammed Hakimi nutzte den Fehlpass im Aufbauspiel der Schwarz-Roten zum 2:3 (72.). Weitere Offensivbemühungen blieben erfolglos, die Wörsdörfer-Elf ging trotz großem Kampf leer aus.  yw

Dietkirchen: Gotthardt, Nickmann, Rademacher, Hautzel, Kratz, Dankof, Zuckrigl, Müller (88. Cakir), Bergs, Weis, Schmitz (81. Meloni) -Walldorf: Darmstädter, Herberg, Ludwig, Hakimi (7. Wembacher), Schneider (46. Geisler), Struwe (68. Eichfelder), Itoi, Thomasberger, Matheisen, Borger, Chambron – SR: Ulbrich (Büdingen) – Tore: 1:0 Kevin Kratz (14.), 1:1 Christian Matheisen (56.), 1:2 Maximilian Thomasberger (61.), 2:2 Colin Schmitz (65.). 2:3 Mohammed Hakimi (72.) –Zuschauer: 200.

SC Hessen Dreieich - SV Rot-Weiß Hadamar 3:1 (0:0). Im Verfolgerduell der Fußball-Hessenliga verlor der SV Rot-Weiß Hadamar beim SC Hessen Dreieich vor nicht ganz „ausverkauftem“ Haus im Hahn-Air-Sportpark. Während das neue Team des Ex-Hadamarers Leon Burggraf, der verletzungsbedingt nicht im Aufgebot des SC stand, damit seine Aufstiegsambitionen unterstrich, verloren die Fürstenstädter durch die dritte Saisonniederlage vorerst den Anschluss an die absolute Tabellenspitze. Der Plan von Hadamars Trainer Stefan Kühne, gegen den Favoriten „eklig“ zu spielen, ging zumindest in der ersten Hälfte auf. „Wir standen hoch und wollten den Gegner weit weg von unserem Tor lassen“, sagte Kühne. Einige Male schnappte die Abseitsfalle zu, bei gegnerischem Ballbesitz formierte sich zeitweise eine Fünferkette, so dass Dreieichs gefährlichen Spitzen wenige Räume gewährt wurden. Chancen waren in den ersten 45 Minuten somit rar gesät. Ein verunglückter Rückpass von Dreieichs Innenverteidiger Issaka Mouhaman, den Jacob Pistor nicht zu nutzen wusste (22.), und auf der Gegenseite eine Chance von Toni Reljic, der im Strafraum ins Straucheln kommend den Ball nicht im Tor unterbrachte (25.). Nach dem Seitenwechsel gerieten die Fürstenstädter immer mehr unter Druck. „Wir haben junge Spieler, bei denen die Kräfte nachgelassen haben. Insgesamt bin ich nicht enttäuscht, sondern zufrieden mit der Leistung“, sagte Kühne hinterher. Sein Kapitän Jonas Herdering musste in der 51. Minute auf der Torlinie retten, als Dennis Streker einschussbereit wartete. Kurz danach war dann Keeper Leon Hasselbach geschlagen, als Tino Lagators Flachschuss im rechten Toreck landete (56.). Nach dem 2:0 von Neuzugang Marc Wachs, der eine sehenswerte Flanke des eingewechselten Farid Affo versenkte (77.), schien die Partie eigentlich schon entschieden zu sein. Die Mannschaft von Trainer Stefan Kühne machte sich aber nach dem Kopfballtor von Jacob Pistor nach einem Eckball wieder Hoffnungen auf einen Punktgewinn im Verfolgerduell (82.). Mit dem 3:1 des erst drei Minuten zuvor ins Spiel gekommenen Zubayr Amiri (87.) war dann allerdings endgültig alles klar für den Tabellenzweiten, die Hadamarer fanden sich mit der Niederlage in Dreieich ab. Die Rot-Weißen rutschen damit auf den fünften Tabellenplatz ab, mit nun sechs Zählern Rückstand auf Tabellenführer SG Barockstadt Fulda-Lehnerz. 

Hessen Dreieich: Miletic, Mladenovic, Reljic (69. Affo), Filipovic, Streker, Alempic, Dejanovic, Mouhaman (82. Dimter), Lagator (84. Amiri), Schnitzer, Wachs – Hadamar: Hasselbach, Wölfinger, Mar. Neugebauer, Pistor, Schäfer, Velemir (60. Basmaci), Rücker, Dillmann, Herdering, Kittel (60. Paul), Mat. Neugebauer (67. Sedy) – SR: Reimund (Zwingenberg) – Tore: 1:0 Tino Lagator (56.), 2:0 Marc Wachs (78.) 2:1 Jacob Pistor (82.), 3:1 Zubayr Amiri (87.).

Verbandsliga Mitte

FC Waldbrunn – SV Niedernhausen 1:1 (1:0). „Wer gute Handarbeit von Torwart Daniel Erbse und starkes Fußwerk von Claudius Fürstenau sehen will, sollte sich ein Jahres-Abo beim FC Waldbrunn kaufen“, schwärmte FCW-Philosoph Heinz Hofmann in der Halbzeit. Spannend war’s, auch wenn der SVN die Blauen gehörig durcheinandergewirbelt und die klar überlegene Mannschaft gewesen war. Doch nicht immer führt die bessere Elf. In diesem Fall lagen die Westerwälder mit 1:0 vorn, als nach einem schönen Spielzug Lukas Scholl als finaler Passgeber fungierte, mit der Hacke Thomas Wilhelmy bediente, der aus 18 Metern ins lange Eck traf (17.). Besagter Daniel Erbse hatte mit einer Glanztat gegen den turboschnellen Thomas Brewer gerettet. Der Niedernhausener Sprinter war dann aber direkt nach der Pause erfolgreicher und machte das 1:1 – es hatte in der Luft gelegen. Skeptiker befürchteten nun Schlimmes – aber mitnichten. Der FC kämpfte sich zurück ins Spiel, hatte dicke Chancen durch Nils Egenolfs Kopfball, Thomas Wilhelmys 20-Meter-Freistoß und Robin Scholl, der am starken Keeper Burghold scheiterte. Zwischenzeitlich löste sein Gegenüber Daniel Erbse eine brenzlige Situation mit Bravour. Die Angriffe der Taunus-Elf waren jetzt nicht mehr zwingend genug, und so verdiente sich der FCW den Punkt mit Bravour. Heinz Hofmann jedenfalls war nach wie vor begeistert: „Hier kann man noch ehrlichen Fußball sehen. Ein großes Kompliment an diese gebeutelte Mannschaft!“  hho

Waldbrunn: Erbse, Böcher, Form, Egenolf, Metovic (84. Henrich), Zinndorf (47. Breuer), L. Scholl, Schäfer (62. R. Scholl), Fürstenau, Horn, Wilhelmy – Niedernhausen: Burghold, Berg, Reusing, Ofosu, Brewer, Benariba, Uworuya, Burkhardt, Ulm (76. Aboubakari), Waldraff, Frusteri (79. Schenk) – Tore: 1:0 Thomas Wilhelmy (18.), 1:1 Thomas Brewer (47.) – SR: Safin (Erlensee) – Zuschauer: 180.

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