Kunstradfahren

Sechs Monate Training bis zum Wettkampf – mindestens

In unserer Rubrik „Unter der Lupe“ ist der vermeintlich kleine Sport ganz groß. Wir nehmen Disziplinen, Vereine, Mannschaften oder einzelne Protagonisten unter die Lupe, die selten oder gar nicht im Rampenlicht stehen.

Nachwuchsarbeit wird großgeschrieben beim Radfahrverein „Fahr Wohl“ Stierstadt, dem einzigen Club, der im Hochtaunuskreis zurzeit Kunstradfahren anbietet. Kaum zu glauben, aber wahr: Radsport gibt es im Oberurseler Stadtteil Stierstadt bereits seit mehr als 111 Jahren.

Am 1. April 1907 ist der Radfahrverein Vorwärts gegründet worden. Ein zweiter Verein – der RFV Fahr Wohl – gesellte sich 1921 hinzu, und von 1933 an machten dann beide Vereine unter dem Namen RFV Vorwärts „Fahr Wohl“ gemeinsame Sache. Neben der Domäne Kunstradfahren werden auch noch die Sparten Radtreff, Radtourenfahren, Radwandern, Volksradfahren und Sportabzeichen bedient.

Aktuell hat der RV „Fahr Wohl“ rund 150 Mitglieder und verfügt über vier Mannschaften, die bei Meisterschaften an den Start gehen: zwei Teams der Elite-Klasse (4er und 6er) sowie jeweils eine Nachwuchsgruppe im 4er und im 6er.

„Die Ausbildung bis zum ersten Wettkampf dauert mindestens sechs Monate“, weiß Günter Geibel aus mehr als 30-jähriger Erfahrung als Übungsleiter zu berichten. Es ist also Geduld gefragt – sowohl bei den Sportlern (vorwiegend weiblichen Geschlechts), vor allem jedoch bei den Trainern, die montags von 18 bis 21 Uhr sowie mittwochs von 17 bis 20 Uhr in der Turnhalle der Grundschule Stierstadt mit ihren Schützlingen arbeiten. Neben Günter Geibel zeichnen auch noch dessen Tochter Stefanie Geibel und Lukas Schaak für die Ausbildung der Nachwuchskunstradsportler verantwortlich.

Groß war die Freude beim RV und das Ergebnis gleichzeitig eine Anerkennung der guten Jugendarbeit, als der 4er der U13-Schülerinnen im September in Ernsthausen den ersten Platz beim Fördercup-Wettbewerb der hessischen Nachwuchsmeisterschaften belegte. Wichtiger noch für das junge Stierstädter Quartett: Pia Gachet, Ruhama Hailemariam, Antonia Schneider und Louisa Volkmar siegten mit einer persönlichen Bestleistung von 26,12 Punkten. Damit ist die Wettkampfsaison beendet worden. Die Mannschaft des RV befinden sich aber bereits in den Vorbereitungen auf die nächsten Meisterschaften, die ab Januar auf dem Rahmenterminplan stehen.

Bei der Weihnachtsfeier, zu der die Mitglieder des RV „Fahr Wohl“ am 12. Dezember zusammenkommen, wird Vorsitzender Karl Glock nochmals auf die vielen Veranstaltungen im Jahr 2018 zurückblicken. Zum Beispiel die Bezirksmeisterschaften im Kunstradfahren, die der Verein Anfang Februar in der großen Tribünen-Sporthalle der Gesamtschule mit Bravour ausgerichtet hat.

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