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Sie werden sich auch in der kommenden Verbandsliga-Saison wieder zweimal auf dem Platz begegnen: Robin Scholl (FC Waldbrunn, links) und Andreas Petri (RSV Weyer).

Fußball im NNP-Land

So sehen künftig die Ligen aus - zumindest ungefähr...

Der für Mitte Juni geplante außerordentliche Verbandstag des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) steht zwar noch aus, doch nach den Befragungen in den 32 Kreisen wird sich an der Entscheidung des Verbandsvorstands über den Saisonabbruch mit Aufsteigern und ohne Absteiger wohl nichts mehr ändern. Der endgültige Beschluss gleicht einer Formalität. Was bedeutet das für die Zusammensetzung der Ligen im NNP-Land aus?

Auch wenn der Beschluss beim HFV-Verbandstag in trockenen Tüchern scheint, wehren sich einige hinter den Aufsteigern platzierte Mannschaften noch dagegen, dass die vorgesehenen Aufstiegs- und Relegationsrunden nicht mehr gespielt werden sollen. So hat beispielsweise der SV Dersim Rüsselsheim, Zweitplatzierter in der Gruppenliga Darmstadt, einen hessenweiten Aufruf gestartet, mit dem ebenfalls betroffene Vereine aufgefordert wurden, gegen diese "Benachteiligung" Widerspruch zu erheben. Ob den Relegationsteilnehmern schlussendlich doch noch das Aufstiegsrecht zugesprochen wird, wird derweil vom HFV juristisch geprüft.

Im Folgenden informieren wir über die möglichen Zusammensetzungen der Spielklassen im NNP-Land von der Hessenliga bis zu den Kreisligen C Limburg-Weilburg in der Saison 2020/2021. Außerdem blicken wir auf die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar und die Bezirksliga Ost im Rheinland.

In Hessens höchster Amateurspielklasse, der Hessenliga, beendet der SV Rot-Weiß Hadamar die Saison im oberen Tabellendrittel auf dem achtbaren sechsten Rang. Für das Team von Coach Stefan Kühne wäre wohl ohne den Fehlstart noch deutlich mehr möglich gewesen. Beinahe entgegengesetzt verlief die Fieberkurve bei Liga-Neuling TuS Dietkirchen, der die Runde auf Platz 15 abschließt, sich aber aufgrund des Abbruchs auf eine weitere Spielzeit in der Hessenliga freuen darf. Neu hinzu kommen als Aufsteiger aus den Verbandsligen der Hünfelder SV (Nord), der FC Erlensee (Süd) und der SV Zeilsheim (Mitte). Meister Eintracht Stadtallendorf steigt in die Regionalliga Südwest auf. Nach langem Warten hat - wie berichtet - auch der KSV Hessen Kassel Gewissheit und darf für Deutschlands vierthöchste Spielklasse planen. Die Beschlüsse seitens der Spielkommission der Regionalliga machen es möglich: Der 1. FC Saarbrücken steigt in die 3. Liga auf, ein vierter Aufsteiger neben den drei Oberliga-Meistern wurde zur Freude des Kasseler Traditionsclubs durch die Anwendung der Quotientenregel ermittelt. In der Hessenliga treten künftig 19 Mannschaften an.

In derVerbandsliga Mitte landet Herbstmeister FC Waldbrunn nach zwei sieglosen Spielen nach dem Jahreswechsel auf dem vierten Platz. Lokalrivale RSV Weyer profitiert von dem corona-bedingten Abbruch und bleibt trotz Tabellenplatz 15 in der Liga. Den Titel sicherten sich die "Frösche" des SV Zeilsheim. Neu hinzu kommen der SV Niedernhausen (Gruppenliga Wiesbaden), der TSV Michelbach und der TSV Steinbach 2 (beide Gruppenliga Gießen/Marburg). Demnach wird die neue Runde ebenfalls mit 19 Teams beginnen.

Aus der Gruppenliga Wiesbaden ist der SV Niedernhausen als Titelträger aufgestiegen. Neu sind die vier Aufsteiger aus den Kreisoberligen: TuS Hornau (Main-Taunus), TSV Bleidenstadt (Rheingau/Taunus), SG Selters (Limburg/Weilburg) und Fvgg. Kastel (Wiesbaden). Da der SV Hallgarten und die SG Niedershausen/Obershausen ihren Rückzug in die Kreisoberliga bekundet haben, besteht die Liga aus "nur" 18 Mannschaften. Unter ihnen auch die Hessenliga-Reserve des SV Rot-Weiß Hadamar 2, der FC Dorndorf, der RSV Würges und die SG Selters.

Aus derKreisoberliga Limburg-Weilburg hat sich die SG Selters nach oben verabschiedet, der formstarke TuS Frickhofen schaute in die Röhre. Neu ist mit der SG Taunus der souveräne Aufsteiger aus der Kreisliga A. Durch den freiwilligen Rückzug der SG Niedershausen/Obershausen aus der Gruppenliga treten zukünftig 18 Clubs in der Kreisoberliga an.

19 Teams sind es fortan in der Kreisliga A Limburg-Weilburg, in der mit dem TuS Drommershausen (B 1) und dem SV RW Hadamar 3 (B 2) die beiden B-Liga-Meister hinzukommen. Der TuS war dabei Nutznießer der Quotiententabellen und verwies den OSV Limburg auf Rang zwei.

Die Neuen in den Kreisligen B Limburg-Weilburg sind die A-Liga-Reserve der SG Nord (Kreisliga C 1) sowie der RSV Würges 2, der sich trotz fünf Zählern Rückstand bei ebenfalls fünf noch ausstehenden Partien über den Quotienten zum C-Liga-Meister der Gruppe 2 kürte. In beiden B-Ligen werden somit weiterhin 16 Mannschaften an den Start gehen.

Umbruch in den C-Ligen?

Deutlich überschaubarer wird es dagegen in den Kreisligen C Limburg-Weilburg. Nach dem Aufstieg der SG Nord 2 und dem Rückzug der SG Gaudernbach/Waldhausen werden in Gruppe 1 zukünftig wohl nur noch elf Mannschaften mit von der Partie sein. Deren zwölf dürften es in der C 2 werden. Ob womöglich eine Zusammenlegung der C-Ligen Sinn macht, hängt davon ab, wie viele Teams nach der langen Zwangspause wirklich ins Rennen geschickt werden. Die offizielle Mannschaftsmeldung muss beim HFV bis Ende Juni erfolgen. Erst dann herrscht Klarheit über die Zusammensetzung aller Spielklassen.

So sieht es in Rheinland-Pfalz aus

Über die Landesgrenze hinaus dürfen sich die Sportfreunde Eisbachtal durch den Saisonabbruch in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar trotz des letzten Tabellenplatzes ein weiteres Jahr als Oberligist gönnen. Der TSV Schott Mainz steigt als Titelträger in die Regionalliga Südwest auf. Neu in die Klasse kommt als Meister der Rheinlandliga die SG Mülheim-Kärlich. Im Fußball-Verband Südwest ist dagegen noch nicht final entschieden, wie die abgebrochene Runde gewertet wird. Nach der Abstimmung der Vereine kristallisiert sich aber auch dort eine Lösung unter Zuhilfenahme der Quotiententabelle, mit Aufsteiger und ohne Absteiger, heraus. 

Profiteur dieser Regelung wäre in der Verbandsliga Südwest demnach der SV Alemannia Waldalgesheim. Aus der Saarlandliga dürfte wohl der FV Eppelborn in die Oberliga zurückkehren. Der endgültige Beschluss des Saarländischen Verbandes steht ebenfalls noch aus und wird am 9. Juni erwartet. Laut eines Vorschlages des Regionalverbandes Südwest wird eine weitere schriftliche Abstimmung der Mitglieder Aufschluss darüber geben, ob unter den Zweitplatzierten der drei Verbandsligen ein weiterer Aufsteiger über die Quotientenregelung ermittelt wird oder ob sogar alle drei Vizemeister in die Oberliga aufsteigen können. Das Ergebnis soll am 10. Juni verkündet werden. Im Extremfall könnten also sogar 23 Mannschaften an der Oberliga-Saison 2020/2021 teilnehmen.

In der Bezirksliga Rheinland-Ost landeten die drei Teams aus dem NNP-Land - TuS Burgschwalbach, SG Hundsangen/Obererbach und TuS Gückingen - auf den drei letzten Plätzen im Klassement. Obwohl die Abstiegsregel ausgesetzt wird, präferiert man am Gückinger "Königstein" nach der abgebrochenen Horrorsaison mit nur drei Zählern den freiwilligen Gang in Kreisliga A Rhein-Lahn. Die beiden anderen Vertreter werden weiter in der Bezirksliga vertreten sein, aus der der TuS Montabaur in die Rheinlandliga aufsteigt. Nach der Auflösung der Spielgemeinschaft mit Obererbach wird der SV Hundsangen dann wieder unter eigenem Namen um Punkte kämpfen. Mit den drei Aufsteigern aus den A-Ligen, SG Bogel/Reitzenhain/Bornich (Rhein-Lahn), TuS Niederahr (Westerwald/Wied) und SG Alpenrod (Westerwald/Sieg), werden voraussichtlich 18 Mannschaften in der Bezirksliga Ost antreten.

Das Zeitfenster für die Mannschaftsmeldung aller Alters- und Spielklassen ist im Fußball-Verband Rheinland noch bis zum 5. Juli geöffnet.   YANNICK WENIG

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