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Daumen hoch: Tobias Wentzell (links) und sein Vereinstrainer Bruno Pasqualotto.

Fußball, Hochtaunus

Das Ziel von Tobias Wentzell sind die Weltmeisterschaften

  • Thorsten Remsperger
    vonThorsten Remsperger
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Tobias Wentzell, der Kapitän des Team United von Teutonia Köppern, absolvierte erneut ein Länderspiel für Kleinwüchsige. Dabei bereitet er für Team Germany ein Tor vor.

Jetzt, wo sich 2019 dem Ende zuneigt, wagen die Menschen vermehrt einen Blick ins Jahr 2020 - und wenn sie sportbegeistert sind, werden sie eine gewisse Vorfreude verspüren. 2020 wird ein absolutes Sportjahr, wenn man das so sagen kann, denn mit den Fußball-Europameisterschaften, diesmal in zwölf Ländern ausgerichtet (12. Juni bis 12. Juli), und den Olympischen Spielen in Tokio (24. Juli bis 9. August) stehen gleich zwei internationale Großereignisse ins Haus, die Sportanhänger in ihren Bann ziehen.

Sowohl die EM als auch Olympia wird Tobias Wentzell mit großem Interesse verfolgen. Seine Gedanken schweifen aber schon ins Jahr 2021 ab. Dann wird Köln die World Dwarf Games, die Weltmeisterschaften für kleinwüchsige Sportler, ausrichten. Und wenn der Kapitän der inklusiven Fußballmannschaft von Teutonia Köppern, des Team United, so weitermacht, dürfte er für Deutschland auflaufen.

"Selbst wenn es im Hinterland von Indien sein wird, ich werde dabei sein", hat Wentzell einmal gesagt, als er die WM 2017 in Ontario/Kanada verpasst hatte und noch nicht feststand, dass die nächste in Köln quasi "vor der Haustür" sein wird.

Im Herbst hat der 20-jährige Stierstädter sein zweites Länderspiel für das "Team Germany" des Deutschen Kleinwuchs-Sports absolviert. Da es pro Jahr meistens nur einen internationalen Vergleich gibt, will das etwas heißen. In den Niederlanden gewann der Offensivspieler mit der deutschen Auswahl gegen die holländische Konkurrenz mit 2:0, dabei bereitete Tobias Wentzell ein Tor vor. Begeistert berichtet der junge Mann, der aufgrund des seltenen FHUF-Syndroms ohne Oberschenkel und Knie auf die Welt kam, nur 1,20 Meter Körpergröße misst und trotzdem exzellent mit dem Ball umgehen kann, vom dreitägigen Trainingslager.

Mit Mitspielern des "Team Germany" war er zum zweiten in diesem Jahr nach dem Frühjahrs-Lehrgang in Eberswalde zusammengekommen. Vor allem mit der Leistung im Länderspiel sei er sehr zufrieden gewesen, berichtet Wentzell, aber auch sonst habe das Camp den Sportlern einiges gegeben. So konnten die Fußballnationalspieler auch unter professioneller Anleitung in andere Sportarten wie Basketball, Badminton oder die Leichtathletik hineinschnuppern.

"Ich bleibe aber beim Fußball", lächelt Wentzell, der mit dem Team United im Sommer erstmals bei einem vom eigenen Verein organisierten Turnier antrat, dem Lions-Cup, und auf der Sportanlage in Köppern prompt den Pokal holte. Im Winter trainiert das Team United, mehrfacher Meister der Spielrunde des Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbands, nun in der Halle weiter, um für das Sportjahr 2020 "in Schuss" zu bleiben. Das Jahr von Tobias Wentzell soll dann aber 2021 werden. . .

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