+
Zweifacher Torschütze für die Sportfreunde: Florian Kister.

Spiel der Woche

Wer seine Chancen nicht nutzt. . .

„Ich denke, diese Partie hat alles geliefert, was man sich von einem Spitzenspiel erwartet“, sagt EFC-Trainer Michael Janson. Recht hat der Mann nach dem Gipfeltreffen der Fußball-Kreisoberliga.

Raffaele Banchetto (links) und Eugen Schiffmann (Nummer 10, SF Friedrichsdorf) ärgern sich nach einer vergebenen Torchance.

Ein und dasselbe Ergebnis kann gänzlich unterschiedliche Gefühle hervorrufen, wie sich am Sonntagnachmittag zeigte. Als der Schlusspfiff des Spitzenspiels in der Fußball-Kreisoberliga zwischen dem EFC Kronberg und den Sportfreunden Friedrichsdorf ertönte, wurde bei den Gastgebern lautstark gejubelt, während die Gäste der Verzweiflung nahe waren.

Nach einer 2:0-Führung zur Halbzeitpause für Friedrichsdorf und einem 3:1-Vorsprung in der Schlussphase trennten sich die beiden Mannschaften nach 90 Minuten mit 3:3. „Ich denke, diese Partie hat alles geliefert, was man sich von einem Spitzenspiel erwartet“, erklärte EFC-Trainer Michael Janson, während sein Team im Kreis hüpfend „Spitzenreiter, Spitzenreiter“ skandierte. Auf der anderen Seite hatte Sportfreunde-Coach Enis Dzihic seine Mannen sofort zusammengetrommelt, um noch auf dem Platz mit der Aufarbeitung des eben Erlebten zu beginnen.

Bilderstrecke vom Spiel der Woche: EFC Kronberg und die Sportfreunde Friedrichsdorf

„Ich kann den Jungs von der Leistung her keinen Vorwurf machen“, sagte Dzihic, „aber wir hatten heute wieder ein Problem, von dem ich eigentlich dachte, dass wir es abgelegt hätten.“ Gemeint ist die Chancenverwertung. Aus Großchancen, die normalerweise für drei Siege reichen, macht Dzihics hochveranlagte Truppe einfach zu wenig. Das lag zum einen am eigenen Unvermögen, wie etwa in der 53. Minute, als Raffaele Banchetto erst den Pfosten traf und dann aus kurzer Distanz den Ball am jetzt unbewachten Tor vorbeischob.

Im Spitzenspiel nur schwer zu bezwingen: Francesco La Medica, Keeper des EFC Kronberg.

Zum anderen war EFC-Keeper Francesco La Medica (siehe Box) glänzend aufgelegt und vereitelte allein drei „Hundertprozentige“. Beim Doppelschlag der Sportfreunde in der 30. und 33. Minute war der Schlussmann allerdings machtlos. Vor dem 1:0 parierte La Medica zunächst noch glänzend gegen den freistehenden Florian Kister, doch anschließend bekam die Kronberger Hintermannschaft den Ball nicht geklärt. Nach einer schnellen Flanke von halbrechts kam erneut Kister an den Ball und köpfte aus rund fünf Metern zum 1:0 ein. Aus ähnlicher Position nickte kurz darauf der langjährige Verbandsligaspieler Ulrich Strenkert nach einem Freistoß zum 2:0 ein. La Medica war dran, aber wohl erst hinter der Torlinie. Zu diesem Zeitpunkt war die Führung der Gäste hochverdient. Die Hausherren, die auf ihre Topstürmer Steffen Holland-Nell und Krzystof Kopylowicz verzichten mussten, konzentrierten sich mit einer Fünfer-Abwehrkette fast ausschließlich aufs Verteidigen.

Erst im zweiten Durchgang wurde Kronberg in der Offensive etwas mutiger, der Anschlusstreffer fiel aber etwas glücklich. In der 63. Minute bekam Kai Pulino nach einer Flanke den Ball an den Arm. Schwer zu sagen, ob die Armbewegung unnatürlich war, doch Schiedsrichter Zanin Saleh Mustafa stand gut und zeigte sofort auf den Punkt. Den Handelfmeter verwandelte Kapitän Stefan Both sicher ins linke Eck zum 1:2-Anschlusstreffer.

Der andere Trainer im Interview

Janson in letzter Minute

Als Torjäger Kister eine knappe Viertelstunde später Nutznießer eines Fehlers der Kronberger war und mit seinem 20. Saisontreffer auf 3:1 erhöhte, schienen die Verhältnisse eigentlich klar. Doch der EFC steckte zu keinem Zeitpunkt auf. Acht Minuten vor Ende der regulären Spielzeit veredelte Marius Becher einen schnellen Vortrag über die rechte Seite zum 2:3. Und in der letzten Spielminute hämmerte Dennis Janson schlussendlich den Ball nach Kopfballablage freistehend aus rund sechs Metern zum Endstand in die Maschen. „Ich glaube, mit dem Punkt können wir heute viel besser leben als der Gegner“, sagte Michael Janson nach der Partie und konnte sich ein diebisches Grinsen nicht verkneifen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare