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Zurück in Kronberg: Junioren-Nationalspieler Felix Hecker hilft dem MTV im Regionalliga-Abstiegskampf.

Jahresrückblick

So war das Jahr 2018 für die Mannschaftssportler im Hochtaunus

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Die einen träumen vom nächsten Durchmarsch, andere feilen an ihrer Rückkehr auf die nächsthöhere Etage – und wiederum andere überraschen sich selbst als Aufsteiger. So facettenreich kann wohl nur der Sport sein.

Meistens sind es die erreichten oder knapp verfehlten Meisterschaften oder Abstiege, die von einem Jahr für Mannschaftssportler übrig bleiben. Es können aber auch Insolvenzen sein, weshalb der Autor dieser Zeilen das Jahr 2005 immer noch mit dem Aus für den zweifachen deutschen Handballmeister SG Wallau/Massenheim in Verbindung bringt. Oder aber Neugründungen. Die ist im Falle der Bad Homburg Sentinels zwar schon im Jahr 2015 passiert. Nach ihrem Siegeszug durch drei Spielklassen sind die American Footballer aus der Kurstadt 2018 aber schon in der 3. Liga angelangt und schicken sich an, im nächsten Frühjahr ihren Durchmarsch fortzusetzen.

Wenn die Sentinels die Überflieger unter den Mannschaftssportlern im Hochtaunus sind, dann dürften die Pirates die Sorgenkinder sein. In der langen Geschichte der Handball -Abteilung hat es, was das Aushängeschild Damenmannschaft betrifft, selten eine solch große wie auch abrupte Veränderung gegeben. Nachdem Trainer Marc Langenbach beim Drittligisten die Flinte ins Korn geworfen hatte, folgte nur wenige Tage später auch Manager Gerhard Döll. Jener Handball-Macher, der mehr als sieben Jahre lang das Herz der Pirates war. In dieser Zeit hat der Usinger, manchmal auch im Alleingang, Entscheidungen getroffen, die in der Handball-Szene heiß diskutiert wurden. Worauf er nie etwas kommen ließ, waren seine Führungsspielerinnen, die er sorgfältig ausgesucht hatte. Genau mit diesen hatte Döll sich zuletzt überworfen und deswegen – Knall auf Fall – alles hingeworfen.

Erzrivale auf dem Sprung

Sportlich haben sich die Handball-Damen unter dem neuen Trainer Alexander Adamski gefangen. Ob sie eine Zukunft haben und wo diese sein wird, klärt sich aber erst 2019. Dann wird auch klar sein, ob die Erzrivalinnen der benachbarten TSG Oberursel im zweiten Anlauf die Rückkehr in die dritthöchste Spielklasse geschafft haben. Im Mai ist das Team von Trainer Paul Günther als Tabellenzweiter knapp gescheitert. Nun überwintert die TSGO wieder ganz oben in der Oberliga Hessen.

Für die Oberurseler Handball-Männer war 2018 dagegen kein einfaches Jahr. Aus der Not wollte man eine Tugend machen und baute nach dem Weggang beziehungsweise Verletzungen erfahrener Spieler auf die eigene Jugend. Jedoch wurde aus der Tugend dann eine Not: Die junge Truppe benötigte viel Zeit, um sich in der Landesliga Mitte zu akklimatisieren, erst nach zehn Spielen und einem Trainerwechsel (auf Ergün Sahin folgte Dirk Lodders) gelang der erste Sieg. Ob der Abstieg im kommenden Jahr noch vermieden werden kann?

Elf Spiele, elf Siege für die Handballerinnen des SV Seulberg

Die eingangs erwähnten Meisterschaften respektive Aufstiege waren heuer rar gesät im Hochtaunus. Die Handballerinnen des SV Seulberg tanzten da durchaus aus der Reihe. Im wahrsten Sinne des Wortes, inklusive Sektdusche für Trainer Manfred „Kuno“ Müller. In der Rückserie der Bezirksliga A blieb der SVS ungeschlagen – und schlägt sich nach dem Aufstieg nun in der Bezirksoberliga recht wacker.

Demgegenüber befinden sich die Handballer der SG Wehrheim/Obernhain noch in der Warteschleife. Überraschend wurde der B-Ligist Vizemeister und scheiterte erst in den Aufstiegsspielen gegen TuS Nordenstadt am größten Erfolg seit Jahren.

Mittlerweile wird der Aufstieg von der Mannschaft des Trainergespanns Sebastian Wagner/Marcel Heid offiziell angepeilt. Elf Siege in elf Spielen der Saison 2018/19 weisen darauf hin, dass die SG im nächsten Jahr an der Reihe ist.

Unverhofft kommt oft

Die Volleyballerinnen der HTG Bad Homburg hätten sich jahrelang gerne in die Regionalliga geschmettert, doch scheiterte das Vorhaben aus verschiedensten Gründen. Just als sie selbst gar nicht damit rechneten, sind die Spielerinnen von Trainer Jens Völkel im Sommer als Dritter der Oberliga Hessen nach oben nachgerückt. Und in der 4. Liga scheinen sich die „Schmetterlinge“ aus dem Feri-Sportpark pudelwohl zu fühlen.

Ihre Vereinskolleginnen von der HTG, die Basketballerinnen der Elangeni Falcons, mussten sich erst an eine neue Liga gewöhnen. Aus der Süd- wurden die Korbjägerinnen aus der Kurstadt in die Nord-Staffel eingeteilt. Darüber waren die Falcons „not amused“ – vor allem wegen der deutlich längeren Fahrtwege zu den Spielen und damit verbundenen Kosten. Auf Playoff-Kurs – es wäre die dritte Teilnahme in Folge – befindet sich das Team von Jay Brown als Tabellenfünfter freilich dennoch.

Für die Basketballer des MTV Kronberg wäre es hingegen schon ein großer Erfolg, die Klasse zu halten – die da wäre: 1. Regionalliga Südwest. In Liga vier tummeln sich ausländische Basketballer, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Mit Ausnahme des Außenseiters aus dem Hochtaunus, das dank der guten Kontakte von Profi-Coach Miljenko Crnjac aber alles andere als ein chancenloses Amateur-Team stellt. Die Rückholaktionen von Juniorennationalspieler Felix Hecker von den Frankfurt Skyliners (per Zweitspielrecht) und Noah Litzbach (von den Gießen 46ers) könnten wichtige Mosaiksteine für den Klassenerhalt im Jahr 2019 sein. Beim MTV würde er sicher gefeiert werden wie eine Meisterschaft.

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