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2019 feierten die Spieler der SG Selters noch ausgelassen die Vizemeisterschaft auf dem Balkon des Vereinsheims: In diesem Jahr fiel die Titel-Sause trotz des Aufstiegs in die Gruppenliga corona-bedingt ins Wasser.

Fußball-Kreisoberliga Limburg-Weilburg

SG Selters: Ein ganz bescheidener Meister

Los geht's mit unserer Serie "Meister im NNP-Land". Zum Start blicken wir auf die Fußball-Kreisoberliga Limburg-Weilburg, in der sich die SG Selters den Titel sicherte.

Zum Zeitpunkt des Saison-Abbruchs hatte die SG Selters mit ihrem Trainergespann Moritz Steul und Patrick Jahn 49 von 69 möglichen Punkten gehamstert und freut sich nun über die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Gruppenliga Wiesbaden.

Vor gut einem Jahr war die SG Selters nach einer ebenfalls starken Runde auf höchster Kreisebene erst in der Aufstiegsrunde am SV Hallgarten gescheitert. Das warf die "Wassermänner" aber keineswegs aus der Bahn. Im Gegenteil: Die Akteure der SG Selters hatten die wenigen Tage der Sommerpause genutzt, um die Gier nach dem Erfolg neu zu entfachen. 

Vom ersten Spieltag an startete das Team von Moritz Steul und Patrick Jahn eine beeindruckende Serie. Die ersten fünf Partien wurden gewonnen - allesamt mit nur je einem Tor Differenz. "Das hat uns von Anfang an ausgezeichnet. Wir waren mental stark und haben dadurch in den hektischen Schlussphasen die Nerven behalten. So konnten wir viele enge Begegnungen für uns entscheiden", berichtet Moritz Steul. Erst Mitte Oktober erhielt die blütenreine Selterser Weste Flecken. Am 15. und 16. Spieltag gab es die beiden ersten Niederlagen direkt hintereinander. 

Pünktlich zum wichtigen Topspiel gegen den TuS Frickhofen schlugen die Selterser Minimalisten aber wieder zu (1:0) und sicherten sich die "Big Points" im Aufstiegsrennen auf dem eigenen Platz, die am Ende ausschlaggebend für den Titel sein sollten.

"Durch den Abbruch hat das Ganze natürlich einen faden Beigeschmack. Auch wir hätten die Runde lieber sportlich beendet", sagt Patrick Jahn. Dabei wäre ein furioses Finale möglich gewesen, schließlich hätte die SG Selters bei normalem Saisonverlauf am letzten Spieltag in Frickhofen gastiert. 

Nichtsdestotrotz zeigt sich Moritz Steul, der selbst 14 Treffer zum Titel beigesteuert hat, selbstbewusst: "Ich bin sicher, wir hätten es auch so geschafft. Wir nehmen die Situation aber natürlich gerne an. Das ist der Lohn für unsere Leistung in den letzten zwei Jahren." Dass in der Gruppenliga freilich ein anderer Wind weht, ist den Trainern der SG absolut bewusst. Schließlich hatte das auch der Gegner der letztjährigen Aufstiegsrunde, der SV Hallgarten, erfahren müssen, der nur einen Zähler aus 21 Spielen einfuhr.

Außenseiter in der Gruppenliga

"Wir sind uns unserer Außenseiterrolle bewusst und werden nicht blauäugig agieren. Die Freude auf die Herausforderung in der Gruppenliga ist riesengroß", so Patrick Jahn. Auch in der höheren Spielklasse wollen die Verantwortlichen der SG Selters ihrem Kurs treu bleiben. "Wir setzen weiterhin auf die Jugend und unsere vielen Jungs aus Selters. Das ist der Weg, den Verein, Vorstand und die Trainer gemeinsam gehen wollen. Die Gemeinschaft steht bei uns im Vordergrund", berichtet Patrick Jahn, der neben seinem Trainer-Engagement auch im SG-Spielausschuss mitwirkt. 

So sei es auch zu erklären, dass sich die Selterser auf dem Transfermarkt bislang zurückgehalten haben. "Die Jungs haben es sich über zwei Jahre verdient, in der Gruppenliga zu spielen", erklärt Spielertrainer Moritz Steul. "Wenn wir jedes Spiel verlieren, werden wir auch das akzeptieren und dann in der Kreisoberliga wieder mit dem gleichen Personal angreifen." Dem stimmt Patrick Jahn zu: "Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass es auch ohne zahlreiche externe Neuzugänge funktioniert. Es ist die Kultur in unserem Verein, aus den Mitteln, die wir haben, das Beste herauszuholen", so Patrick Jahn.

An der Spielweise nichts ändern

Klar ist ohnehin, dass sich an der Spielweise der SGS auch beim "Abenteuer Gruppenliga" nichts verändern wird. "Unsere Stärke ist ganz klar, dass wir uns auf dem Platz sehr diszipliniert verhalten und uns eher auf die Defensivarbeit fokussieren, um über das Umschaltspiel selbst zu Chancen zu kommen", erklärt Moritz Steul. "So dürften wir auch für viele Gegner in der Gruppenliga unangenehm werden." In erster Linie wollen die "Wassermänner" aber Erfahrung sammeln und die erste Gruppenliga-Saison genießen. "Das wird für die meisten unserer Spieler etwas ganz Besonderes. Wir haben eine gute Mischung aus Erfahrung und Jugend und wollen die kleine Chance nutzen, die Klasse zu halten. Druck verspüren wir dabei nicht", sagt Moritz Steul. Und wenn es in der Endabrechnung am Ende nicht reicht, wird es bei der SG Selters eben weitergehen wie bisher. yw

Die Kreisoberliga 2020/2021

Die Kreisoberliga Limburg-Weilburg geht mit 19 Mannschaften an den Start; Klassenleiter ist Klaus Orschel: SG Niederrshausen/Obershausen, TuS Frickhofen, SG Weinbachtal, SV Elz, SV Mengerskirchen, SG Kirberg/Ohren, SG Ahlbach/Oberweyer, SG Merenberg, VfR 07 Limburg, SC Offheim, TuS Dietkirchen 2, TuS Waldernbach, SG Oberlahn, FC Waldbrunn 2, FCA Niederbrechen, SV Thalheim, SG Winkels/Probbach/Dillhausen, SG Taunus, TSG Oberbrechen.

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