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Würden mit ihren Teams nur allzu gerne die SG Selters noch ein- und überholen: Mehmet Dragusha mit dem SV Elz (links) und Ramazan Arazay mit dem TuS Frickhofen.

Serie: Winterpause im NNP-Fußball-Land

Die SG Selters hält alle Aufstiegs-Trümpfe in der Hand

Winterpause im NNP-Fußball-Land. Das ist die Gelegenheit, die Spielklassen von den Oberligen abwärts bis zu den Kreisligen C Limburg-Weilburg etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Heute blicken wir hinter die Kulissen der Kreisoberliga Limburg-Weilburg.

VON PATRICK JAHN

Als es im Sommer um die Favoriten für die Saison 2019/2020 gegangen war, spielte die SG Selters nicht unbedingt die erste Geige. Vereinen wie dem TuS Frickhofen oder den Gruppenliga-Absteigern SV Elz und SG Kirberg/Ohren waren am ehesten die Chancen auf die Meisterschaft eingeräumt worden. Doch den Seltersern, die schon in der Vorsaison in die Aufstiegsrelegation gesprungen waren, dort aber gegen den SV Hallgarten zweimal den Kürzeren zogen, wurden zumindest Außenseiterchancen zugeschrieben.

Der Saisonstart verlief für die "Wassermänner" glänzend. Nach vier Siegen zum Auftakt, darunter ein 2:1-Erfolg beim SV Elz, folgten die ersten Punktverluste, als die Elzer im vorgezogenen Rückspiel ein 2:2 holten. Nach weiteren sechs Siegen sowie zwei Remis kassierte die SGS bei der SG Kirberg/Ohren beim 1:2 die erste Niederlage. Als es eine Woche danach bei der SG Weinbachtal die zweite Pleite setzte (1:3), schien der überragende Saisonstart langsam aber sicher in Vergessenheit zu geraten. Doch die Spielgemeinschaft aus Nieder- und Oberselters zog sich eindrucksvoll aus der Negativspirale raus: Im absoluten Topspiel gegen den TuS Frickhofen bedeutete ein spätes Tor den hauchdünnen 1:0-Erfolg und die erneute Tabellenführung. Bis zum Jahresende stand bei vier weiteren "Dreiern" eine nicht eingeplante 4:5-Heimniederlage gegen die SG Oberlahn. Die Selterser blicken aber mit 15 Siegen, drei Remis und nur drei Pleiten auf ein fantastisches Fußballjahr 2019 zurück.

Lange Zeit war der TuS Frickhofen, der im Sommer personell extrem aufgerüstet hatte, in der "Pole-Position" für Rang zwei. Ein Verein aber hat es geschafft, die Frickhöfer am letzten Spieltag vor der Winterpause zu stürzen: Die SG Weinbachtal hatte sich im Laufe der Hinrunde in einen echten Rausch gespielt. Das Team von Trainer Florian Betz hat sich vor allem taktisch weiterentwickelt und gilt als deutlich disziplinierter als noch in den Vorjahren. Auch wenn viele Spiele mit SGW-Beteiligung meist ausgeglichen verlaufen waren, standen die Punkte doch in der Mehrzahl auf der Habenseite des Teams, das vor zwei Jahren noch bis zum Ende um den Liga-Verbleib kämpfen musste.

TuS Frickhofen und SV Elz lauern

Als Tabellendritter und -vierter lauern der TuS Frickhofen und der SV Elz auf ihre Chance. Die Frickhöfer, die einige Punkte unnötig hatten liegen lassen, gelten sicherlich als das spielstärkste Team der Kreisoberliga. Trainer Metin Kilic hat in den vergangenen zwei Jahren eine Mannschaft geformt, die sich stetig weiterentwickelt und auch Rückschläge einkalkuliert. Dennoch müsste das Potenzial in der Mannschaft eigentlich reichen, um die Meisterschaft einzutüten. Schon im Vorjahr waren die Frickhöfer nah dran gewesen, ehe den Grün-Weißen in der Rückrunde ein wenig die Puste ausging. Passiert das in 2020 nicht, dürfte der TuS bis zum Ende im Titelkampf mitmischen.

Ob das auch der SV Elz kann, darf nach aktuellem Stand zumindest bezweifelt werden. Die Elf von Spielertrainer Mehmet Dragusha tritt zwar sehr eingespielt und abgezockt auf und bringt auch die nötige Erfahrung mit, ist aber nicht mehr so konstant wie noch in den Jahren zuvor. Zudem sind sieben Zähler Rückstand auch eine Menge "Holz", aber die Gelb-Schwarzen werden sich hüten, die Flinte ins Korn zu werfen.

Der erweiterte Kreis der Jäger

Mit dem SV Mengerskirchen (5.), der SG Ahlbach/Oberweyer (6.) und der SG Kirberg/Ohren (7.), die allesamt ein Spiel weniger absolviert haben als die Top-Teams, stehen zumindest drei Clubs noch im erweiterten Kreis. Während die Mengerskircher nach fast schon traditionellem Fehlstart eine tolle Serie hingelegt hatten, sorgte bei der SG Ahlbach/Oberweyer ein Leistungstief dafür, dass es nicht für ganz oben zu reichen scheint. Die Meil-Elf verfügt auch spielerisch über großes Potenzial, lässt aber ab und an die Konstanz vermissen. Dennoch positiv: Die Entwicklung unter dem Trainerduo Christian Groß und Daniel Alves geht weiter ihren Weg.

Die Enttäuschung der bisherigen Runde ist sicherlich die SG Kirberg/Ohren. Mit großen Erwartungen in die Runde gestartet, waren die Hünfeldener zu Beginn der Saison noch vorne dabei, ehe vor allem in der zweiten Hälfte der Hinrunde die Leistungen dürftiger wurden und die Ergebnisse entsprechend ausblieben. Angesichts von 15 Punkten Rückstand zu Platz eins müsste schon ein Fußballwunder geschehen, sollte die Truppe von Daniel Dylong noch einmal ganz oben angreifen können. Mit der SG Merenberg (8.) und dem VfR 07 Limburg (9.) stehen lediglich zwei Mannschaften im vermeintlichen Niemandsland der Tabelle.

Bei den Merenbergern, die immer für eine Überraschung gut sind, wird man diese Tatsache mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen, nachdem es in der letzten Saison schlechter ausgesehen hatte. Deutlich mehr steckt allerdings im VfR 07 Limburg, doch mit Rang neun dürften die Verantwortlichen vom Stephanshügel trotzdem zufrieden sein.

Und das hat einen einfachen Grund: Die Domstädter waren katastrophal in die Runde gestartet und verloren die ersten vier Partien. Selbst ein 3:1-Sieg gegen den FC Waldbrunn 2 hatte die Sorgen nur milde abklingen lassen, denn es ging schwach weiter. Nur ein magerer Zähler aus den folgenden fünf Spielen hatte den letzten Platz zur Folge. Dann aber stimmten sowohl Leistung als auch Ergebnis. Satte 23 Zähler aus zehn Runden haben die "Rothosen" in Sicherheit gebracht. Im Normalfall sollten sich die 07er auch in der Restsaison eher nach oben als nach unten orientieren können.

Ab Rang zehn wird es kuschelig

Ab Platz zehn beginnt die Abstiegszone. Nach aktuellem Stand werden wohl drei Vereine direkt absteigen, während der Viertletzte in die Relegation muss. Bei Schlusslicht SG Winkels/Probbach/Dillhausen, das nur ein Spiel gewann, dürfte das Thema Klassenerhalt nahezu erledigt sein. Dann aber wird es kuschelig, denn den Vorletzten, SV Thalheim, trennen nur sechs Punkte vom zehntplatzierten TuS Dietkirchen 2. Interessant wird zu beobachten sein, wie sich der SV Thalheim (16.) nach der Trennung von Trainer Frank Guckelsberger präsentieren wird. Nach furiosem Saisonstart ist die Situation auch beim FCA Niederbrechen (15.) bedrohlich. Die Alemannen heimsten aus den letzten 14 Spielen mickrige drei Zähler ein und werden sich erheblich steigern müssen, soll der Abstieg noch abgewendet werden.

Etwas überraschend findet sich auch der FC Waldbrunn 2 (14.) im Abstiegsstrudel. Nachdem es in der letzten Saison beinahe noch in die Aufstiegsrunde zur Gruppenliga Wiesbaden gegangen war, hat die Verbandsliga-Reserve in der laufenden Runde häufig mit den typischen Problemen einer 2. Mannschaft zu kämpfen.

Dennoch scheint es schwer vorstellbar, dass die Waldbrunner "Zweite" derart im Schlamassel stecken bleibt. Ab Beginn der Restsaison, die für den FCW mit dem Nachholspiel gegen die SG Kirberg/Ohren beginnt, heißt es also: punkten, punkten, punkten. Gleiches gilt für den SC Offheim (13.), Aufsteiger TuS Waldernbach (12.), die SG Oberlahn (11.) und den TuS Dietkirchen (2.). Patrick Jahn


Kreisoberliga-Tabelle:

1. SG Selters 21 15 3 3 60:33 48

2. Weinbachtal 21 14 4 3 44:22 44

3. TuS Frickhofen 21 12 6 3 66:33 42

4. SV Elz 21 12 5 4 55:37 41

5. Mengerskirchen 20 11 3 6 40:37 36

6. Ahlbach/Oberwey. 20 9 7 4 47:40 34

7. SG Kirberg/Ohren 20 9 6 5 52:36 33

8. SG Merenberg 20 8 5 7 54:43 29

9. VfR 07 Limburg 20 8 3 9 45:37 27

10. Dietkirchen 2 20 6 4 10 41:45 22

11. Waldernbach 21 6 3 12 40:58 21

12. SG Oberlahn 21 6 4 11 30:47 21

13. SC Offheim 21 5 6 10 40:59 20

14. FC Waldbrunn 2 20 4 7 9 35:42 19

15. Niederbrechen 21 4 5 12 31:46 17

16. SV Thalheim 21 4 5 12 42:63 16

17. Winkels/Pr./Di. 21 1 6 14 30:74 8

Punktabzug wegen fehlender Schiedsrichter: SG Weinbachtal 2 Punkte, SG Oberlahn, SC Offheim, SV Thalheim, SG Winkels/Probbach/Dillhausen je 1 Punkt.

Torjäger:

1. Mert Korkmaz (TuS Frickhofen) 19

2. Noah Schrot (SG Kirberg/Ohren) 18

3. Tim Kratzheller (SG Weinbachtal) Damir Mrkalj (TuS Frickhofen) 17

5. Tom Reichwein (SC Offheim) 16

6. Dominic Voss (SG Selters) Bünyamin Yildirim (Ahlbach/Oberwey.) 15

8. Steffen Borbonus (FC Waldbrunn 2) Dennis Dietrich (SV Elz) Moritz Steul (SG Selters) 14

11. Robin Butzbach (SG Kirberg/Ohren) Silva Maurizio Dos (SV Mengerskirchen) 12

13. Artem Schlotgauer (SG Merenberg) 11

14. Adrian Boghian (SG Oberlahn) Soltan Qurbani (VfR 07 Limburg) Sergiu Scarlatescu (SG Merenberg) 10

17. Yannik Walli (SG Selters) 9

18. Rafael Busch (SV Mengerskirchen) Roman Frackowiak (SV Thalheim)

Timon Konstantinidis (SV Thalheim) Dennis Melbaum (SV Thalheim) Sebastian Orendi (SG Merenberg) Marcel Schauer (SG Winkels/PD) 8

24. Can Cakal (TuS Frickhofen) Philipp Freppon (SG Selters) Volkan Subasi (SG Ahlbach/Oberweyer) Ahmet Yesiltas (VfR 07 Limburg) Niklas Zinndorf (TuS Waldernbach) 7

29. Erdal Can (SG Weinbachtal) Mehmet Dragusha (SV Elz) Ferhat Kesmen (SG Ahlbach/Oberweyer) Leon Ludwig (SG Oberlahn) Florian Mohri (SV Elz) Silva Ricardo Pinto (SV Mengerskirchen) Jeremias Schneider (FCA Niederbrechen) Nick Steiner (FCA Niederbrechen) Florian Sztani (SV Elz) Abdullah Tekdas (SG Ahlbach/Oberweyer) Bastian Vorländer (TuS Waldernbach) 6

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