+
Zum Trainingsstart im Januar war Maximilian Schwarz als Offensive Coordinator noch in seinem Element. Mittlerweile muss er die Sentinels durch die Corona-Krise führen.

American Football, Hochtaunus

Sentinels sind für eine Saison ohne Spielbetrieb gewappnet

  • schließen

Vorstand Maximilian Schwarz gibt tiefere Einblicke in die Pläne und das Finanzkonzept des Football-Regionalligisten Bad Homburg Sentinels.

In der vergangenen Saison scheiterten die Bad Homburg Sentinels als Serienmeister denkbar knapp, sich auch in der Regionalliga Mitte den Titel zu holen und für die Aufstiegsrunde zur German Football League 2 (GFL2) zu qualifizieren. Im zweiten Jahr in Liga drei sind die "Wächter" zur Tatenlosigkeit verurteilt - wegen Corona; ob es dieses Jahr noch etwas wird, die Aufstiegsambitionen zu verwirklichen, ist zumindest sehr fraglich.

"Viel Leerlauf gibt es, und viel Geduld ist gefragt - aber so geht es allen", konstatiert Maximilian Schwarz, Zweiter Vorsitzender und Gründungsmitglied des Clubs. 70 Spieler umfasst der Kader, das kann sich sehen lassen. "Bis zum 10., 11. März waren wir in der Vorbereitung und hatten eine relativ gute Mannschaft zusammenbekommen", sagt der 25-Jährige.

Es war letztlich besser, dass der einzig vorgesehene Spieler aus den USA noch nicht angereist kam. Quarterback Spenser Lewis hätte die Sentinels zu Meisterehren führen sollen. Der US-Amerikaner spielte 2019 in der Schweiz für die Winterthur Warriors und war davor für die Universitätsteams aus der kanadischen Hauptstadt Ottawa und Kansas City (Missouri) aktiv.

Ob Lewis jemals für die Bad Homburger das Rotationsellipsoid in die Endzone werfen wird, ist ungewiss. Wie es bei den American Footballern weitergehen wird, ist offen. Nur wenn der nationale Verband durch politische Entscheidungsträger in die Lage geraten sollte, grünes Licht für die Aufnahme des Spielbetriebs geben zu dürfen für die höchsten Ligen GFL und GFL 2, dann bestünde auch für die sechs Regionalligen die Möglichkeit, das Wettkampfgeschehen anzuleiern.

Eine solide bis gute Basis

"Wir müssen sehen, ob wir 2020 überhaupt spielen", sagt Schwarz. Doch ganz gleich, wie es kommt, die Corona-Zeit wird zumindest die mittelfristige Zukunft prägen - auch die der Sentinels, obwohl sie finanziell gut aufgestellt sind. "Andere Vereine wird es härter treffen. Wir sind zwar kein Proficlub, haben allerdings einen relativ hohen Etat. Rücklagen haben wir gebildet", sagt Schwarz. Für eine Saison ohne Spielbetrieb sei man gewappnet.

Vier größere Sponsoren aus der Geld-, Glücksspiel-, Ernährungs- und Fitnessbranche sorgen dafür, dass die Footballer eine solide bis gute Basis haben. Dazu kommen noch etliche kleinere Gönner. "Da stellt sich die Frage, ob sie uns noch unterstützen können." Zuletzt habe der komplette Etat zwischen 40 000 und 50 000 Euro betragen, erläutert Schwarz. Für einen Importspieler aus Übersee planten die Sentinels zwischen 1200 und 1500 Euro ein - monatlich. In den höheren Spielklassen ist auch das Zwei- oder Dreifache davon möglich.

Das Ziel: Kernkader aus eigenen Talenten

"Im nächsten Jahr werden wir mit einem kürzeren Etat planen", betont der neue starke Mann der Sentinels. Die Zusammenarbeit mit einer örtlichen Vermarktungsagentur ist auf Eis gelegt. Kosten kann man bei externen Kräften aus Übersee einsparen, damit geht allerdings auch spielerisches Niveau abhanden.

Es vergrößern sich in der Krise aber auch Blickwinkel. "Unser generelles Ziel ist es, den Nachwuchs langfristig zu fördern", sagt Schwarz und fügt hinzu: "Der Kernkader soll aus eigenen Talenten bestehen." Drei Jugendteams haben die Sentinels, nach dem Rücktritt von Eric Hoerl vor einigen Wochen - es war noch Vor-Corona-Zeit - allerdings keinen Jugendleiter mehr. Für diese Saison hatte man geplant, dass die U19, U16 und U13 von den jeweiligen Coaching Staffs organisiert werden. Spätestens bis zur Jahreshauptversammlung im November soll ein neuer Jugendleiter gefunden sein. Die Frage, wer dann die Sentinels führt, ist eigentlich schon geklärt.

"Es wäre am einfachsten, wenn ich Erster Vorsitzender werden würde. Ich kenne den Verein in- und auswendig", erklärt Schwarz. Zwar fungiert Tim Miscovich auf dem Papier noch als Chef. Aber seitdem er in die USA zurückgekehrt ist und in Florida arbeitet, habe er nur noch eine beratende Funktion inne. Den Vorstand komplettiert Schatzmeisterin Rita Fehl. Beisitzer sind Daniel Hirschel (Medien), Sandra Laumann (Marketing), Tarik Körber (Sponsoring) und Alexander Damm (Event-Planung).

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare