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Der Ball scheint an seinem Schläger zu kleben: Der Rumäne Rares Sipos bei seinem Debüt für den TTC OE Bad Homburg.

Tischtennis

Der TTC OE setzt ein Ausrufezeichen

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Nach den beiden Auftaktniederlagen sorgt das Mitwirken von Spitzenspieler Rares Sipos für eine veränderte Ausgangslage. Jetzt trauen manche dem TTC OE Bad Homburg sogar im Pokal-Achtelfinale am Mittwoch etwas zu.

Der Knoten ist geplatzt: Mit dem 6:2-Erfolg im Heimspiel gegen NSU Neckarsulm hat die Tischtennis-Mannschaft des TTC OE Bad Homburg nicht nur ihren ersten Sieg der Zweitliga-Saison 2018/19 gefeiert, sondern vor 250 Zuschauern zugleich beste Werbung gemacht. Im Achtelfinale des DTTB-Pokals ist der TTC OE am Mittwoch um 18 Uhr gegen Bundesligist ASV Grünwettersbach erneut in der Wingert-Sporthalle im Einsatz.

Der Erfolg der Ober-Erlenbacher hatte einen Namen: Rares Sipos. „Ich habe noch keinen Spieler gesehen, der in diesem Alter schon so reif ist“, schnalzte Sven Rehde, ehemaliger Sportlicher Leiter des TTC OE, förmlich mit der Zunge, als er über den jungen Debütanten sprach. Neben Rehde konnten sich auch Trainer-Legende Helmut Hampl (der „Entdecker“ des jetzt siebenfachen Europameisters Timo Boll) von den enormen Qualitäten des rumänischen Rechtshänders überzeugen.

Dass die Nummer 5 der Jugend-Weltrangliste bei den beiden Niederlagen in Mainz (1:6) und Fulda (3:6) noch nicht dabei war, hängt auch damit zusammen, dass 17-jährige nur in Begleitung eines offiziellen Trainers ausreisen darf. Am 11. Oktober feiert der 1,86 Meter große und 74 Kilogramm schwere neue Spitzenspieler des TTC OE aus Cluj-Napoca aber seinen 18. Geburtstag und wird dann meistens dem Team aus der Kurstadt zur Verfügung stehen. Sipos denkt weit über die 2. Bundesliga in Deutschland hinaus: Das europäische Top-10-Turnier und die Junioren-Weltmeisterschaften in Australien seien für ihn in diesem Jahr die nächsten Ziele. Perspektivisch hat er eine Medaille bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen im Auge.

Nicht wenige der 250 Zuschauer, die den selbstbewussten jungen Mann mit der gewaltigen rechten Schmetter-Hand am Samstag erlebt haben, werden ihm dies zutrauen. Denn trotz einer Erkältung, die er bei seiner Anreise am Freitagabend im Gepäck hatte, strotzte Sipos nur so voller Selbstvertrauen. In weniger als einer 40 Minuten setzte er mit einem Drei-Satz-Sieg im Doppel (mit Nandor Ecseki) sowie einem weiteren 3:0 gegen den Ex-Anspacher Schabacker im Einzel (11:9, 11:9, 11:7) deutliche Zeichen und avancierte bei seinem Debüt gleich zum Publikumsliebling.

Gefeiert wurde aber auch die seitherige Nummer 1: Der Schwede Harald Andersson, durch die Verpflichtung von Sipos in der internen Rangliste auf Position zwei gerutscht, feierte am Samstag seinen 27. Geburtstag und machte sich selbst mit zwei Drei-Satz-Erfolgen gegen die beiden früheren Ober-Erlenbacher Julian Mohr und Schabacker das schönste Geschenk.

„Mit einer solch tollen Kulisse wie gegen Neckarsulm und mit einem Rares Sipos in dieser Form freue ich mich auf das Spiel am Mittwoch“, blickt der Bad Homburger Trainer Xiaojun Gao der Pokal-Partie mit großen Erwartungen entgegen.

TTC OE Bad Homburg – NSU Neckarsulm 6:2 (20:9 Sätze): Andersson/Valuch – Mohr/Braun 0:3 (7:11, 4:11, 7:11), Sipos/Ecseki – Schabacker/Bluhm 3:0 (11:2, 12:10, 11:8); Sipos – Schabacker 3:0 (11:9, 11:9, 11:7), Andersson – Mohr 3:0 (13:11, 11:9, 12:10), Ecseki – Bluhm 2:3 (11:9, 4:11, 6:11, 11:7, 9:11), Valuch – Braun 3:1 (11:4, 14:12, 7:11, 11:7), Sipos – Mohr 3:2 (6:11, 7:11, 11:7, 11:6, 11:7), Andersson – Schabacker 3:0 (11:3, 11:6, 11:7).

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