+
Jugendleiterin und Herren-Trainerin in Personalunion: Carola Schröder vom SV Seulberg.

Saisoneröffnung

SV Seulberg: Die Handball-Familie funktioniert

Buntes Treiben herrscht in und an der Sporthalle an der Landwehrstraße. Der SV Seulberg hat zum Handball-Tag eingeladen – mit einer Menge Spielern.

Showtime beim SV Seulberg zwei Wochen vor dem Start der neuen Handballsaison. Am Samstagmittag präsentierte der Club vor gut gefüllter Halle an der Landwehrstraße den Anhängern die aktuellen Mannschaften. Das bedeutete vor allem für Moderator Lars Krinke viel Arbeit. Der Abteilungsleiter durfte nämlich insgesamt zwölf Teams vorstellen.

Allein 120 Kinder und Jugendliche gehen beim SVS auf die Jagd nach Toren und Punkten. „Und das, ohne eine Spielgemeinschaft zu haben“, betont Carola Schröder. Eine stolze Leistung für die vergleichsweise kleine Abteilung, aber auch Jahr für Jahr ein Kraftakt, wie die Jugendleiterin verrät, die zudem die 1. Herren-Mannschaft coacht. Pro Mannschaft sollen zwei Trainer zum Einsatz kommen. „Zum Glück haben wir viele junge Spieler, die bereits bei den Herren oder Damen zum Einsatz kommen und gleichzeitig Jugendmannschaften trainieren“, erklärt Schröder.

Vier lizenzierte Übungsleiter hat der Verein in seinen Reihen, dazu die angesprochenen jungen Spieler in Doppelfunktion. Geld bekommt keiner von ihnen, alle engagieren sich auf ehrenamtlicher Basis. Anders wäre der organisatorische Aufwand auch gar nicht zu bewältigen.

„Bei uns funktioniert die Handball-Familie sehr gut“, umschreibt es Schröder. Das zeigte sich auch am Samstag. Während Schröder mit der Presse spricht und Krinke die Sportler vorstellte, kümmerten sich weitere Mitglieder um die Bewirtung der Gäste. Zwei freundliche Damen servierten Kaffee und Kuchen gegen eine Spende für die Vereinskasse, ein weiteres Vereinsmitglied übernahm den Grill. Zwischendrin huschten Jugendspieler durch das kleine Foyer der Sporthalle und brachten frisches Geschirr aus der Küche. Teamgeist wird beim SV Seulberg großgeschrieben.

Der Zusammenhalt war sicherlich auch einer der Hauptgründe für die erfolgreiche Vorsaison. Die Damen durften den Aufstieg in die Bezirksoberliga Wiesbaden/Frankfurt feiern. Die Herren, von Schröder trainiert, spielen in der C-Klasse und bekommen nun zur neuen Spielzeit sogar nach zwei Jahren wieder eine Reserve gestellt. Die „Zweite“ der Damen besteht jetzt sogar schon im dritten Jahr.

„Wir haben in allen Mannschaften volle Kader“, berichtet Schröder, „12 bis 14 Spieler sind regelmäßig im Training.“ Auf die Verantwortlichen kommt aber weit mehr Aufwand zu, als die Übungseinheiten. In der neuen Spielzeit muss etwa für jede Mannschaft bis runter in die Jugend der elektronische Spielbericht erhoben werden. „Bei über 100 Heimspielen ist das ein ganz schöner Aufwand“, sagt Schröder. Mitglieder mussten in der entsprechenden Software geschult werden. Zudem wurde eine verlässliche Internetanbindung in der Sporthalle an der Landwehrstraße nötig. In dieser Hinsicht wurde der SVS von der Stadt Friedrichsdorf unterstützt. Trikots und Ausrüstung müssen jedoch selbst angeschafft werden. Finanzielle Unterstützung gibt es durch den Spendenlauf, der Kinder und Jugendliche rund um die Halle führte. Für deren Rundenpensum zahlten deren Eltern oder andere Sponsoren in die Spendenkasse ein.

Für die kommende Saison wurde der Kader der Herren um fünf Spieler aus der A-Jugend ergänzt. Eine sehr gute Quote, zumal ein weiteres halbes Dutzend (Jahrgänge 1994/95) mit Stallgeruch bereits im Team etabliert ist. Große Talente kann der SVS aber nicht halten. Zuletzt zog es beispielsweise Nick Castillo nach Hüttenberg. „Da ist man schon etwas traurig, weil man die Spieler meist seit Jahren begleiten durfte“, gesteht Carola Schröder, „aber letztlich freut man sich dann doch, weil man weiß: Bei uns haben sie das Handballspielen gelernt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare