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Eyüp Akan (SV Seulberg) sitzt nach dem Schlusspfiff enttäuscht auf dem Rasen.

Fußball, Spiel der Woche Hochtaunus

Seulbergs Kampf wird in Köppern nicht belohnt

Die einen spielen in der Fußball-Kreisoberliga um den Aufstieg, die anderen gegen den Abstieg. Von diesem Unterschied ist vor guter Kulisse im Derby zwischen Köppern und Seulberg nichts zu sehen.

Der Rahmen war eines Derbys in der Fußball-Kreisoberliga würdig: Anlässlich des Spiels zwischen Teutonia Köppern und dem SV Seulberg waren rund 100 Zuschauer erschienen und die E- sowie die F-Jugend der Teutonia lief mit den Senioren-Teams ein. Auch das eigentliche Spiel wusste in der Anfangsphase zu gefallen, weil sich keines der beiden Teams versteckte. In der Tabelle der Kreisoberliga trennten das abstiegsgefährdete Seulberg und Aufstiegsaspirant Köppern stolze 16 Punkte, doch auf dem Feld war dieser Unterschied nicht spürbar. Köppern hatte gefühlt einen Tick mehr Ballbesitz, doch Seulberg griff mit mehr Tempo an. Die drei Punkte jedoch wurden zu einer Beute der Teutonen, die mit 2:0 gewannen.

Vor der Partie hatte SV-Coach Uwe Gronau die Flügel als Schwachstellen von Köpperns Dreierkette ausgemacht. Seine Spieler zogen in der ersten Halbzeit aber zu früh in die Räume, so dass die meisten Angriffe abgefangen wurden. Auf der anderen Seite wirkten die Hausherren zu behäbig vor dem Strafraum. Die Abstände zwischen und innerhalb der Mannschaftsteile waren zu groß, so dass der Ballführende in der Regel isoliert war, zumal die Seulberger die Räume eng machten.

Wenn der Keeper laut wird

Die beste Chance für Köppern hatte noch Roberto Dos Santos nach einem Eckstoß, doch er köpfte am Tor vorbei (10.). Nach rund 20 Minuten wurde es Keeper Dominic Minnert dann zu bunt. „Ihr müsst euch da vorne mal mehr bewegen“ lautete seine Empfehlung, die kurz darauf umgesetzt wurde. In der 27. Minute verlor Seulberg in der Vorwärtsbewegung den Ball, und Köppern brach auf der rechten Seite durch. Zum ersten Mal kamen die Verteidiger der Gäste nicht rechtzeitig in die Zweikämpfe und nach drei schnellen Pässen stand Luka Milic frei im Sechzehner. Sein Treffer zum 1:0 hatte sich zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt abgezeichnet. Allein bis zum Kabinengang hatte Seulbergs Geburtstagskind Robin Pflüger (siehe Extra-Text) noch drei Möglichkeiten (36., 37., 45. + 3), doch es blieb bei der Führung der Gastgeber. Kurz nach der Pause legten diese dann nach.

In der 51. Minute spielte Verteidiger Jonas Odekerken einen starken Diagonalpass über die gesamte Breite des Feldes. Adressat Jakob Kovacic bekam den Ball präzise „in den Fuß gespielt“, wie die Fußballer sagen, nahm mit dem ersten Kontakt an und zog mit der zweiten Ballberührung ab. Sein Vollspannschuss landete mit Schmackes zum 2:0 im Netz. Danach schalteten die Teutonen einen Gang zurück und hatten Glück, dass sich dies nicht rächte. Erneut tauchte Pflüger vor dem Tor auf. In der 57. Minute hatte der 19-Jährige gleich zwei riesige Gelegenheiten. Zunächst wurde er beim Schussversuch von einem Verteidiger geblockt. In der nächsten Szene, nur 30 Sekunden später, überlief er seine Bewacher, scheiterte aber letztlich am gedanken- und handlungsschnellen Torwart Minnert.

Leidenschaftlich gespielt

„Sie haben heute leidenschaftlich dagegengehalten und es auch spielerisch gut gemacht“, lobte Köpperns Trainer Alexander Fievet den Gegner nach dem Spiel. „Ja, wir haben ordentlich Paroli geboten“, wusste auch Seulbergs Coach Uwe Gronau, „aber die haben zwei Tore gemacht, wir keins. Wir fahren also ohne Punkte nach Hause, und sie machen einen großen Schritt in Richtung Aufstieg, was wir sehr gerne verhindert hätten.“

Gronau wünscht sich auch für die kommende Spielzeit das Derby in der KOL. Nach den 90 Minuten ist das absolut nachvollziehbar.

ROBIN KUNZE

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