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Von der Mentalität seiner Mannschaft war er zuletzt sehr enttäuscht: Seulbergs Trainer Uwe Gronau.

Fußball Hochtaunus, Interview zum Spiel der Woche

Seulbergs Trainer Gronau: "90 Minuten lang den Hintern aufreißen"

Im "Spiel der Woche" trifft Trainer Uwe Gronau mit dem SV Seulberg am Sonntag um 14 Uhr auf Nachbar SV Teutonia Köppern.

Das 0:4 beim FC Neu-Anspach II war der bisherige Tiefpunkt für den SV Seulberg. Jenes Spiel am vergangenen Wochenende markierte die sechste Partie des SVS ohne Sieg in der Fußball-Kreisoberliga.

Dabei hatte das Team eigentlich ordentlich in die Runde hineingefunden, schlug Ende August sogar Aufstiegsaspirant FC Oberstedten mit 4:3. Morgen (14 Uhr) geht es erneut gegen einen Anwärter auf einen Spitzenplatz: Im Friedrichsdorfer Stadtteil-Duell empfängt man zum Abschluss des Sportjahres den Tabellendritten Teutonia Köppern.

TZ-Reporter Robin Kunze unterhielt sich mit SV Seulbergs Trainer Uwe Gronau - über das morgige Derby und den bisherigen Saisonverlauf.

Herr Gronau, auch für die laufende Saison haben Sie den Klassenerhalt zum Ziel erklärt. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Rundenverlauf?

Bis Mitte der aktuellen Spielzeit lief es gut. Aber logisch, mit den letzten Ergebnissen können wir nicht zufrieden sein. Mit nur einem Punkt aus fünf Spielen kann kein Trainer zufrieden sein. Morgen gegen Köppern werden neben Jannis Bornschein, der wegen seines Knöchelbruchs ausfällt, auch Liberato Aiello aus privaten Gründen und Marco Schmitt aufgrund eines Muskelfaserrisses fehlen. Diese drei Ausfälle in der Offensive sind für uns nur sehr, sehr schwer aufzufangen.

Zumal bereits vor der Saison talentierte Spieler wie Robin Pflüger (zum FSV Friedrichsdorf) oder Denis Mainka (DJK Bad Homburg) gingen. Ist das Team schwächer als im Vorjahr?

Eigentlich konnten wir das bis Mitte der Hinrunde gut kompensieren. Nach den Ausfällen spürt man jetzt aber doch einen Qualitätsverlust. Es helfen Spieler der 2. Mannschaft aus. Aber die spielen nun mal normalerweise drei Klassen tiefer. Da muss man sich nichts vormachen. Dass aber zuletzt gegen Neu-Anspach auch die nötige Mentalität fehlte, hat mich sehr enttäuscht.

Da Sie die 2. Mannschaft ansprechen: Im vergangenen Jahr wurde sie kurzfristig zurückgezogen, jetzt hat sie sich mittlerweile wieder etabliert. Wie wichtig ist eine funktionierende Reserve für den Verein, für die 1. Mannschaft?

Wichtig ist sie allein schon deshalb, da wir fünf, sechs Spieler im Anschlusskader haben, die auch bei uns mittrainieren. Es würde mich freuen, wenn die 1b in die B-Liga aufsteigt. Es bringt aber nichts, wenn gleichzeitig die "Erste" absteigt. Da muss man Prioritäten setzen. Die Jungs wissen, dass sie Stammspieler der 1. Mannschaft noch nicht eins zu eins ersetzen können. Sie ziehen aber voll mit.

Wie wichtig ist das Derby gegen Köppern, auch im Hinblick auf die zuletzt fehlende Mentalität?

Alle, die um das Spiel herum arbeiten, wissen, wie wichtig dieses Derby ist. Allerdings muss ich ganz ehrlich sagen, dass das Hinspiel nur wenig von einem Derby hatte. Es glich eher einem Freundschaftsspiel, was ich den Jungs auch gesagt habe. Du musst dir gegen Köppern - auf gut Deutsch - 90 Minuten lang den Hintern aufreißen.

Welche Partie erwarten Sie in taktischer Hinsicht?

Wir wissen, wie die Teutonen spielen, dass sie beispielsweise sehr tief nach vorne schieben. Das müssen wir unterbinden.

Kann gegen den Favoriten eine Überraschung gelingen?

Wenn wir die Null möglichst lange halten - was uns gegen Neu-Anspach nicht gelungen ist - und wir uns vorne Chancen erspielen und sie nutzen, dann kann auch so ein Spiel zu unseren Gunsten kippen. Aber ich gestehe, dass ich momentan mit einem Pünktchen schon hochzufrieden wäre. Das wäre ein versöhnlicher Abschluss des Jahres. Mit 19 Punkten würden wir dann auch weiterhin über dem Strich stehen. Alles andere zählt für uns ohnehin nicht.

Die Fakten zum Spiel der Woche

Als ob die aktuelle sportliche Situation nicht schon anstrengend genug wäre, fiel dem SV Seulberg Anfang der Woche auch noch die hiesige Fauna in den Rücken. Eine Horde Wildschweine hatte es durch den Zaun am Sportplatz geschafft und sich auf dem Rasenplatz ausgetobt. Die Folge: tiefe Furchen und Löcher. Diese führen nun dazu, dass sich die 1. Mannschaft des SV Seulberg auf unkonventionelle Weise auf das Spiel gegen Teutonia Köppern einstimmt. "Wir wärmen uns mit Spaten, Rechen und Hacken auf", verrät Trainer Uwe Gronau schmunzelnd. Der Zaun wurde unter der Woche von Zweitmannschaftstrainer Jascha Roßband, Spieler Dominik Nürnberger und Kassierer Bernd Liebetruth repariert, so dass eine Rückkehr der tierischen Vandalen ausgeschlossen werden kann. "Daraufhin hat die Mannschaft dem Verein angeboten, den Platz am Sonntagvormittag wieder bespielbar zu machen", berichtet Gronau. Für die Aktion wurde zudem über Facebook noch nach Verstärkung gesucht. Wer mit Gartengerät umgehen kann und dem SV Seulberg vor dem Derby helfen möchte, der wird morgen ab 11.30 Uhr mit offenen Armen auf dem Sportplatz an der Landwehrstraße empfangen.

ROBIN KUNZE

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