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SG Ober-Erlenbach gewinnt Spitzenspiel mit überraschenden Wendungen

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Von: Thorsten Remsperger, Stefan Fritschi

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Niklas Kraus (links) bejubelt mir Torschütze Adrian Matuschewski das 3:1 für Ober-Erlenbach.
Niklas Kraus (links) bejubelt mir Torschütze Adrian Matuschewski das 3:1 für Ober-Erlenbach. © Heiko Rhode

Wie schon im Hinspiel (4:0) hat auch die SG Ober-Erlenbach sich auf gegnerischem Platz gegen Teutonia Köppern (4:2) durchgesetzt und damit die Tabellenführung in der Kreisoberliga übernommen. Der Titelfavorit konnte sich in der entscheidenden Phase auf einen Ausnahmekönner verlassen. Der Spieltag in der KOL im Überblick.

Köppern -Mit Spitzenspielen ist das so eine Sache. Manchmal entsteht ein Schlagabtausch auf dem tabellarisch angekündigten hohen Niveau. Manchmal passiert herzlich wenig, weil die Mannschaften Gefangene ihrer eigenen Angst vor dem Verlieren sind. Das Gipfeltreffen in der Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus war eines der anderen, selteneren Art: Immer wenn die rund 200 Zuschauer am Köpperner Kunstrasenplatz das Gefühl hatten, den weiteren Spielverlauf erahnen zu können, ereignete sich garantiert genau das Gegenteil davon.

Den Torschrei hatten die zahlreichen Gäste-Anhänger bei strahlendem Sonnenschein schon nach drei Minuten auf den Lippen, einige hatte auch schon "Tor" gerufen". Doch Schiedsrichter Evren Dutcu von der SG Nieder-Kainsbach im Odenwald - in der 8. Liga ja ohne Assistenten im Einsatz - bewies Mut. Er pfiff den sauber herausgespielten Treffer von Sebastian Seitz wegen Abseits zurück. Es sollte die einzige fragwürdige Entscheidung eines glänzend aufgelegten Unparteiischen bleiben. Die hellwachen Gäste schüttelten sich kurz und gingen dann eben im nächsten Angriff in Führung: Ein Befreiungsschlag von Köpperns Abwehrchef Hendrik Watzke landete direkt in der Ober-Erlenbacher Schaltzentrale. David Bremerich, ein "echter Zehner", spielte auf Niklas Kraus, und der zeigte mit einem Schlenker nach innen und dem folgenden platzierten Flachschuss, warum er bis dahin schon 24 Mal in dieser Saison getroffen hatte (5.).

In der ersten Halbzeit bewiesen die technisch überlegenen Grün-Weißen, warum sie die stärkste Offensive der KOL stellen, jedoch nicht die Gelb-Schwarzen, weshalb sie bisher erst 14 Gegentreffer kassiert hatten. Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Ober-Erlenbach das 2:0 nachlegt. Doch Bremerich und drei Mal der früher für den FSV Frankfurt stürmende Adrian Matuschewski ließen beste Chancen liegen. So stand es plötzlich 1:1, als Kapitän Florian Grassler am eigenen Strafraum den Ball an Fabian Bannert vertändelt, Torwart Nick Voigt Ulrich Strenkert von den Beinen geholt und Luka Milic sicher den Elfmeter verwandelt hatte.

"Da hatten wir Glück, die erste Halbzeit ging klar an Ober-Erlenbach", kommentierte später Köpperns Trainer Alexander Fievet, während sein früherer Mitspieler (Saison 2012/23 für SpVgg 05/99 Bomber Bad Homburg) und jetziges SGO-Pendant Ramzi Kallel monierte, dass sein Team in den zweiten Abschnitt "nicht gut reingekommen" sei.

Fievets taktische Maßnahme, die Räume im Mittelfeld enger zu machen, hatte gefruchtet. Seine nun viel disziplinierter auftretende Mannschaft spielte sich auch ohne ihren rotgesperrten Torjäger Christian Kaus hochkarätige Chancen heraus. Nach scharfen Hereingaben von der rechten Seite durch "Aushilfsangreifer" Strenkert scheiterte Sturmpartner Bannert erst mit rechts aus kurzer Distanz am stark parierenden Torwart Adrian Fischer und schoss den Abpraller mit links daneben (54.), dann rutschte er knapp am Ball vorbei (71.).

Die zwar feldüberlegenen, aber ideenlosen Ober-Erlenbacher benötigten einen kleinen Geniestreich ihres Ausnahmespielers, um das Blatt zu wenden: Nach einem langen Ball von Stefan Hickl zog Adrian Matuschewski von der linken Seite unwiderstehlich nach innen und erwischte mit seinem Flachschuss ins kurze Eck den bis dato starken Köpperner Keeper Nick Voigt zum 1:2 auf dem falschen Fuß (77.).

Drei Minuten später war schon alles klar: Freistoß Bremerich, Kopfball Kraus, Torriecher Matuschewski - 1:3. Das Spitzenspiel war gelaufen. Bremerich erhöhte noch mit einem Schuss in die kurze Ecke auf 1:4, Strenkert gestaltete das Ergebnis für die letztlich unter Wert geschlagenen Gastgeber per Konter in der Nachspielzeit etwas freundlicher.

"Heute hätten wir sie knacken können, die Enttäuschung ist groß", sagte Fievet, "aber die Saison ist noch lang." Kallel freute sich, dass sein Team in der zweiten Halbzeit "auf Sieg gespielt" hatte. Das feierte, auch im 18. Rundenspiel unbesiegt, im Jubelkreis lautstark "Karneval im Wingert". Auch wenn die Mannschaft sich auf fremdem Territorium befand. Auf jenem Platz in Köppern, auf dem noch keine Gastmannschaft in dieser Saison gewonnen hatte. (rem)

DJK Bad Homburg II - SpVgg 05/99 Bomber Bad Homburg 0:7 (0:1): Mit einem Volleyschuss von der Strafraumgrenze brachte Kevin Haub den Favoriten bereits nach wenigen Sekunden in Führung. Doch dann passierte erst mal fast nichts. In der Pause, sagte Trainer Ralf Haub, habe er deutliche Worte gewählt. Die von ihm eingewechselten Minchang Kim und Martin Haible, Stürmer aus der A-Junioren-Mannschaft, schossen fortan um die Wette, jeweils drei waren's am Ende. Im Tor des Siegers stand Marco Häfner. Für die bisherige Nummer eins, Mihailo Krsmanovic, der sich nach der 2:3-Niederlage im Topspiel gegen Köppern danebenbenommen hatte, gibt es erst einmal kein Zurück ins Gehäuse. "Er ist bis Saisonende suspendiert. Die Aktion war scheiße. Wenn er so etwas macht, muss er mit dieser Entscheidung auch leben. Man muss sich auf und neben dem Platz benehmen können", sagte Coach Haub.

Tore: 0:1 K. Haub (1), 0:2 Kim (50.), 0:3 Haible (53.), 0:4 Kim (70.), 0:5 Haible (77.), 0:6 Haible (87.), 0:7 Kim (89.).

SV Seulberg - FC Oberstedten 2:0 (0:0): Paukenschlag an der Landwehrstraße: Der arg gebeutelte SVS erbeutete gegen den FCO drei Punkte - etwa 75 Prozent Spielanteile konnte der Favorit nicht in einen Treffer ummünzen. "Ich bin selbst überrascht", sagte Seulbergs Spielertrainer Dominik Nürnberger. Und er nannte den großen Pluspunkt seines Teams: "Es war von allen kämpferisch eine überragende Leistung."

Stark begannen die Seulberger, Mario Dodiks Schuss konnte FCO-Torwart Felix Becker aber entschärfen (5.). Die Gastgeber lauerten mit zunehmender Dauer auf Konter. Nach 67 Minuten ging es nach Balleroberung im Mittelfeld ganz schnell: Dodik bediente Lukas Weber, der nur noch einzuschieben brauchte. Fünf Minuten vor Buffalo war es dann Lucas Kaufhold, der den Youngster Paolo Introvigne bediente. Zuvor hatte Mehmet Arslan die große Chance zum Ausgleich per Lupfer ausgelassen (76.). Vor allem David Prochatzki engte die Kreise von Oberstedtens polyvalenten Akteur Nouri Jegham ein.

Tore: 1:0 Weber (67.), 2:0 Introvigne (85.).

FC Weißkirchen - SGK Bad Homburg 2:2 (1:2): "Es war ein gerechtes Unentschieden", konstatierte FCW-Coach Feliks Vajagic. Trotz der Zeitstrafen gegen Mark Hohmann (75.) und Leon Hennecke (88.) habe das Team versucht, noch etwas für die Offensive zu tun. "Es war ein offenes Spiel, teilweise ein Schlagabtausch, Chancen gab es auf beiden Seiten", sagte Vajagic. Mit der Leistung in der ersten Halbzeit war der Weißkirchener nicht einverstanden, denn da sah er einige Fehler. Zwei führten zu Gegentreffern. Nach Ansprache in der Pause habe die Mannschaft eine entsprechende Reaktion gezeigt und sich den Punkt verdient.

Tore: 1:0 El Mastouli (16.), 1:1 Osagie (19.), 1:2 Osagie (34.), 2:2 Augustincic (59., FE).

EFC Kronberg - Sportfreunde Friedrichsdorf II 10:0 (7:0): Binnen acht Tagen zeigten die Kronberger eine erstaunliche Wandlung. Vergaben sie gegen Usingen II noch Chancen in Hülle und Fülle und kassierten kurz vor Schluss den Knockout zum 0:1, so schlugen sie dieses Mal eiskalt zu. "Die ersten vier Schüsse waren alle drin", stellte EFC-Trainer Sebastian Schwarzer zufrieden fest. Und nach einer Viertelstunde war die Angelegenheit praktisch schon entschieden, denn die Sportfreunde traten stark ersatzgeschwächt an, hatten nur einen Feldspieler als Ersatz dabei. Lediglich eine gute Möglichkeit hatte sich den Gäste geboten. Bei einer optimalen Chancenverwertung, sagte Schwarzer, hätte das Spiel auch 15:0 enden können. "Der deutliche Sieg wird uns Auftrieb geben."

Tore: 1:0 Herberth (2.), 2:0 Becher (5.), 3:0 Becher (10.), 4:0 Krug (15.), 5:0 Krug (31.), 6:0 Pestinger (38.), 7:0 Krug (42.), 8:0 Pestinger (48.), 9:0 Kalaitsoglou (52.), 10:0 Würges (63.).

SG Oberhöchstadt - Usinger TSG II 4:3 (1:1): Als Marc Müller zehn Minuten vor dem Ende ein Eigentor unterlief, wurde es noch mal spannend. Den Ausgleich hätte Usingen erzielen können, aber auch Oberhöchstadt das 5:3. "Der Sieg ist verdient, denn wir waren überlegen", sagte SGO-Vorsitzender Paul Müller. Im Blickpunkt stand wieder einmal Yassin Ennaji, der zweimal traf, aber beim Stand von 3:2 einen Strafstoß vergab. Während die SGO in der Abwehr zu leichtsinnig agierte - so war Abbas Haschemi bei seinen Treffern ungedeckt - sorgte die Offensive für reichlich Betrieb. Kombinationen gelangen ebenso wie Vertikalpässe von Marc Müller. "Kompliment an die Usinger, die sich nie aufgegeben haben. Kompliment aber auch an meine Mannschaft, die das durchgezogen hat", sagte Trainer Joachim Hans.

Tore: 1:0 Ennaji (18.), 1:1 Haschemi (22.), 2:1 Klenk (47.), 3:1 Steier (57.), 3:2 Haschemi (68.), 4:2 Ennaji (77.), 4:3 Müller (80., ET).

SG Eschbach/Wernborn - FC Neu-Anspach II 1:2 (1:1): Zwei unterschiedliche Halbzeiten bekamen die Zuschauer im Derby präsentiert. In der ersten hatte die SGEW Vorteile, in der zweiten die FCNA-Reserve. Nach einem Fehler von Jan Zimmermann brachte sich Gerome Rossner in Schussposition - und traf aus 16 Metern (2.). Nur sechs Minuten später setzte Philipp Brendel mit einem super getimten Freistoß Luis Weber in Szene, der dann ausglich.

Wer nun ein Torefestival erwartet hatte, wurde aber enttäuscht. Beide Abwehrreihen standen gut, "viel Mittelfeldgeplänkel" registrierte SGEW-Trainer Andreas Arr-You, der kurzfristig auf Leistungsträger Patrick Gilles hatte verzichten müssen. Mit einer cleveren Aktion erzielte Ersin Kaya aus sechs Metern das entscheidende Tor, als nach einem Freistoß die Abwehr der Gastgeber nicht klären konnte. Eine klare Ausgleichschance gab es nicht.

Tore: 0:1 Rossner (2.), 1:1 Weber (8.), 1:2 Kaya (59.). (fri)

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