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Erlebt sein erstes Kreispokal-Finale mit den Senioren: der junge Emirhan Cakir (TuS Dietkirchen, vorne), hier im Duell mit Junmoon Park (FC Dorndorf) im Halbfinale.

Fußball-Kreispokal-Finale Limburg-Weilburg

Der Showdown der Hessenligisten

Das Finale im Fußball-Kreispokal-Wettbewerb 2019/20 steigt am Samstagnachmittag um 16 Uhr auf dem Kunstrasen in Ellar. Wenn der TuS Dietkirchen auf den SV Rot-Weiß Hadamar trifft, geht es nicht nur um den „Pott“, sondern auch darum, wer sich für die Hessenpokalrunde qualifiziert. Wichtig: 250 Zuschauer sind für das Event zugelassen. Wer sich diesen fußballerischen Leckerbissen also nicht entgehen lassen möchte, sollte frühzeitig anreisen. Die Kassen öffnen um 14.30 Uhr.

VON PATRICK JAHN
Er ist der Titelverteidiger. Und klar, der TuS Dietkirchen möchte den Triumph aus dem Vorjahr selbstredend gerne wiederholen. Trainer Thorsten Wörsdörfer, der die letzten drei Spiele mit seinen Männern gegen die Fürstenstädter allesamt gewonnen hat, macht aber kein Geheimnis daraus, dass ihm die anstehende Hessenliga-Saison deutlich wichtiger ist: „Wenn ich die Wahl zwischen Pokal und sechs Punkten in der Liga habe, würde ich die zwei Siege in der Saison nehmen.“ Der Coach selbst war mit dem Auftritt seiner Mannschaft letzte Woche beim FC Dorndorf übrigens nicht einverstanden: „Das Ergebnis hat gestimmt, vielmehr aber auch nicht. Vieles war nicht gut, das war ein komisches Spiel von uns.“ Logisch ist aber auch, dass sich die 90 (oder auch 120) Minuten heute Nachmittag ganz anders gestalten werden. „Für uns ist es ein letzter, guter Test vor dem Saisonstart. Wir sind der Außenseiter und werden nach diesem Spiel sehen, wo wir stehen“, meint Wörsi.
Dass die Hadamarer trotz ihres Umbruchs über enorme Qualität verfügen, ist dem Westerwälder klar. „Das wird natürlich eine große Herausforderung für uns. Hadamar hat wie immer gut investiert und verfügt über einen starken Kader. Vor allem die Offensive müssen wir zu bändigen versuchen. Da wird sicherlich auch einer auflaufen, der letzte Saison noch ein wichtiger Bestandteil in unserer Mannschaft war“, schmunzelt Wörsdörfer über den voraussichtlichen Startelf-Einsatz Jason Schäfers. Und wie will seine Mannschaft auch das vierte Duell in Serie gegen die Fürstenstädter für sich entscheiden? „Wir wollen sie überraschen und den Hebel an ihren Schwächen ansetzen. Welche das sind, wissen wir natürlich noch nicht, weil sich der Kader sehr verändert hat. Vielleicht werden wir auch wild drauflosstürmen“, lächelt der Ex-Profi eine eventuelle Marschroute vor.
Was das Personal angeht, gibt es Sorgenfalten auf dem Reckenforst. Marco Müller wird es wohl noch nicht in den Kader schaffen, bei Jonathan Mink, Dennis Leukel und Nicola Meloni ist ein Einsatz dem Vernehmen nach ausgeschlossen. „Das sind vier Spieler, deren Fehlen uns vor allem in der Offensive weh tut. Unsere jungen Spieler müssen in die Bresche springen und sich möglichst schnell an das hohe Niveau gewöhnen. Zudem sollten unsere Leistungsträger an ihr absolutes Limit gehen“, weiß Wörsdörfer, der dennoch klar macht: „Natürlich wollen wir das Spiel und den Pokal gewinnen“.
Jonas Herdering: Dietkirchen ist der Favorit
Im Lager der Hadamarer sieht man dem Spiel am Samstag mit gemischten Gefühlen entgegen. Und das hat einen bestimmten Grund: Trainer Stefan Kühne war in dieser Woche wegen eines Krankheitsfalls in der Familie abwesend und wird auch beim Spiel in Ellar fehlen. Die Betreuung der Mannschaft übernehmen die Co.-Trainer Ralf Schuchardt und Maximilian Reitz. Nur allzu gerne würden die Spieler auch ein Stück weit für ihren Trainer gewinnen, doch damit das funktioniert, muss sich im Vergleich zum Halbfinale beim FC Waldbrunn – im Übrigen am gleichem Ort – einiges verbessern. Kapitän Jonas Herdering meint rückblickend: „In der ersten Halbzeit haben wir es gut gemacht und hätten vielleicht das dritte Tor erzielen müssen. Danach haben wir den Faden verloren, und es hat der Zugriff gefehlt. Im Endeffekt ist es egal, denn wir wollten nur irgendwie ins Finale kommen. Man muss aber schon sagen, dass wir viel Glück hatten.“ Für einige sicherlich etwas überraschend kommt Herderings Meinung daher, wer die besseren Karten auf den Erfolg hat: „Ich sehe Dietkirchen absolut in der Favoritenrolle.“ Warum, verrät er anhand mehrerer Faktoren: „Wir haben die letzten drei Spiele gegen sie verloren. Zudem hat sich unser Kader extrem verändert, und wir haben viele wichtige Spieler verloren. Von unseren 17 Feldspielern sind zehn 21 Jahre oder jünger. In einem solchen Duell ist Erfahrung sehr viel wert. Wenn ich alleine die Abwehrreihe des TuS mit Patrick Kuczok, Marvin Rademacher und Robin Böcher sehe, komme ich auf über 600 Hessenliga-Spiele. Dietkirchen ist eingespielter als wir, das ist in einem solchen K.-o.-Spiel ein Vorteil.“
Was gar nicht mal so unplausibel klingt, wird rund um den Reckenforst vermutlich auf taube Ohren stoßen. Hinter dem Einsatz des Spielmachers selbst steht übrigens ein dickes Fragezeichen. Sicher nicht mit dabeisein wird Torhüter Christopher Strauch. Der Schlussmann hat sich am Knie verletzt und wartet auf das Ergebnis des MRT. „Das ist natürlich ein Schlag für uns. Wir haben mit Leon Hasselbach aber einen super Torhüter, der seine Sache gewohnt zuverlässig und gut machen wird.“
Auch wenn sich die Rot-Weißen ein Stück weit in der Außenseiterrolle sehen, wäre ein Pokalsieg vor allem für das Selbstvertrauen wichtiger Schritt.
Redaktionstipp: 3:2 für Hadamar.
Wichtige Informationen für die FansDer SV Ellar feiert sein 100-jähriges Bestehen, hatte sich das alles eigentlich aber ganz anders vorgestellt. Immerhin kommt es jetzt zum Kreispokalfinale auf dem Kunstrasen in Ellar. Die Bedingungen sind pandemie-bedingt natürlich anders als gewohnt. Eigentlich dürfen sich in Hessen insgesamt nur 250 Menschen zeitgleich auf einer Sportanlage aufhalten, aber allem Anschein nach haben es die Verantwortlichen des FC Waldbrunn geschafft, eine Genehmigung für 250 Zuschauer zu erhalten. Kreisfußballwart Jörn Metzler meint: „Die behördliche Vorgaben wurden umgesetzt. Der HFV gibt zwar 200 Zuschauer vor, aber wenn die Behörden mehr zulassen, kann ich es niemandem verwehren.“ Jeweils 50 Karten wurden vorab für die Anhänger der beteiligten Mannschaften reserviert. Bleiben also 150, die in den freien Verkauf gehen. Für die Besucher gilt: Die Kasse öffnet um 14.30 Uhr, es ist auf die AHA-Regeln zu achten (Abstand überall, Hygiene, Atemmaske beim Einlass und beim Gang in Innenräume), und die Kontaktdaten sind an der Kasse zu hinterlegen.  mor
Der SV Ellar feiert sein 100-jähriges Bestehen, hatte sich das alles eigentlich aber ganz anders vorgestellt. Immerhin kommt es jetzt zum Kreispokalfinale auf dem Kunstrasen in Ellar. Die Bedingungen sind pandemie-bedingt natürlich anders als gewohnt. Eigentlich dürfen sich in Hessen insgesamt nur 250 Menschen zeitgleich auf einer Sportanlage aufhalten, aber allem Anschein nach haben es die Verantwortlichen des FC Waldbrunn geschafft, eine Genehmigung für 250 Zuschauer zu erhalten. Kreisfußballwart Jörn Metzler meint: „Die behördliche Vorgaben wurden umgesetzt. Der HFV gibt zwar 200 Zuschauer vor, aber wenn die Behörden mehr zulassen, kann ich es niemandem verwehren.“ Jeweils 50 Karten wurden vorab für die Anhänger der beteiligten Mannschaften reserviert. Bleiben also 150, die in den freien Verkauf gehen. Für die Besucher gilt: Die Kasse öffnet um 14.30 Uhr, es ist auf die AHA-Regeln zu achten (Abstand überall, Hygiene, Atemmaske beim Einlass und beim Gang in Innenräume), und die Kontaktdaten sind an der Kasse zu hinterlegen.  mor

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