Tennis

Wer sich engagiert, wird unterstützt

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Der Abriss der Tennis-Anlage auf dem Stadiongelände löste unterschiedliche Reaktionen aus. Die Stadt versprach den Frankfurter Tennis-Vereinen Ersatz. Die Engagierten unter ihnen werden am Ende nun die Gewinner sein.

Es war schon ein Schock für die Tennisspieler in Frankfurt, als sie vor einem Jahr erfuhren, dass wieder eine Sportanlage „König Fußball“ weichen muss. An der Stelle, wo noch das 1991 erbaute Tennis-Stadion für 5000 Zuschauer, weitere Außenplätze und eine Tennishalle stehen, sollen Funktionsräume und Trainingsflächen für die Profis von Eintracht Frankfurt entstehen. Im Gegenzug bot die Stadt an, die Tennis-Vereine bei ihren Investitionen ideell und finanziell zu unterstützen. „Wir wissen um die Wichtigkeit, Tennis flächendeckend im gesamten Stadtgebiet anzubieten. Es ist die drittgrößte Sportart in Frankfurt“, betonte Sportdezernent Markus Frank beim gestrigen Treffen mit den Vertretern der Frankfurter Tennis-Vereine. 4,5 Millionen Euro sollen bis Ende 2018 für Bauprojekte der Tennisvereine bereitgestellt werden. Die Hälfte der Gesamtinvestitionen sollen die Vereine tragen, die Hälfte werden Zuschüsse der Stadt ausmachen.

18 der 42 dem Tennisbezirk Frankfurt angehörenden Vereine haben das Angebot der Stadt angenommen und entsprechende Projekte auf die Beine gestellt. „Ich habe die größte Wertschätzung dafür, dass sich so viele Vereine entschlossen haben, zu investieren. Für uns ist es günstiger, die zu unterstützen, die sich engagieren“, sagte Markus Frank nach der Sitzung.

Es gehe aber nicht nur ums Geld. Im Namen der Stadt erbot sich der Sportdezernent auch, bei logistischen Problemen hilfreich zur Seite zu stehen. Seit fast einem Jahr ist er in ständigen Gesprächen mit den Tennisvereinen, besucht regelmäßig die Anlagen, um sich selbst ein Bild zu machen. „Ohne ihn wäre das Vorhaben nicht durchführbar“, unterstrich Jürgen Hackauff, Geschäftsführer des FTC Palmengarten. „Die Baugenehmigung stand auf der Kippe. Dank der Hilfe von Markus Frank konnten wir die Hürde nehmen“, sagte Carsten Hensel, Sportwart des TC Bergen-Enkheim, anerkennend. „Die Stadt wächst. Wir müssen darauf vorbereitet sein und müssen sehen, dass wir flächendeckend die Sportart anbieten können“, erklärte Reimund Bucher, Vorsitzender des Tennisbezirks Frankfurt.

Die Entwicklung war zuletzt allerdings gegenläufig. Seit 1995 wurden in Frankfurt über 30 Außenplätze und zwölf Hallentennisplätze abgebaut, vier Vereine haben sich in diesem Zeitraum vom Tennis zurückgezogen. Der Sport wird nun aber wieder populärer, vor allem bei der Jugend, die enormen Zuwachs erfährt. Die Mitgliederzahl im Tennisbezirk Frankfurt nimmt seit 2007 jedes Jahr um ein Prozent zu.

Im vergangenen Jahr standen den 11 700 Mitgliedern des Tennisbezirks (38 Prozent davon Jugendliche) 277 Außenplätze und 46 Hallenplätze (davon elf Traglufthallen) zur Verfügung. Dies bedeutet: Es kommt ein Platz auf 48 Mitglieder. Dies ist laut Bucher eine zu große Auslastung. Die Ziele, die sich der Bezirksvorstand diesbezüglich gesetzt hat sind ehrgeizig: Tennis soll nicht nur Leistungs-, sondern auch Breiten- und Familiensport sein mit kurzen Wegen zu den Tennisanlagen in allen Stadtteilen. Die wachsende Einwohnerzahl erfordere eine Intensivierung der Kontakte zu den Ämtern, den Schulen und auch der Vereine untereinander.

Immerhin: Mittlerweile würden die Vereine sich austauschen und sich Tipps geben, zum Beispiel hinsichtlich des Umgangs mit der Unteren Naturschutzbehörde, dem Grünflächenamt oder der Baubehörde. Sollten Schwierigkeiten zutage treten, versprach Markus Frank alles zu tun, was in seiner Macht steht, um den Vereinen bei ihren Vorhaben zu helfen.

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