Erstmals wurden deutsche Junioren-Meisterschaften in der Rhythmischen Sportgymnastik online durchgeführt. Und Inga Stewens - hier bei einer Übung mit Band - glänzte im Mehrkampf. Foto: imago images
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Erstmals wurden deutsche Junioren-Meisterschaften in der Rhythmischen Sportgymnastik online durchgeführt. Und Inga Stewens - hier bei einer Übung mit Band - glänzte im Mehrkampf.

Rhythmische Sportgymnastik

Sich selbst beim Turnen zuschauen

  • Harald Joisten
    vonHarald Joisten
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Die Eschbornerin Inga Stewens wird DM-Sechste

Eschborn -Besondere Zeiten erfordern besondere Ideen. Sonst droht Stillstand. Und so hat sich der Deutsche Turner-Bund (DTB) auch in der Rhythmischen Sportgymnastik für ein Novum entschieden. Erstmals wurden die deutschen Meisterschaften in einem Online-Format absolviert. Und mittendrin bei dieser vielleicht einzigartigen Austragung befand sich Inga Stewens vom TV Eschborn. Die 14-Jährige trat bei den Juniorinnen in der Altersklasse 15 an - und belegte als einzige Hessin unter 23 Starterinnen den beachtlichen sechsten Platz im Mehrkampf.

Weil die Meisterschaften wegen des Corona-Lockdowns nicht in gewohnter Präsenz-Form durchgeführt werden konnten, wichen die Veranstalter ins Internet aus. Das bedeutete für die Turnerinnen: Die jeweiligen Übungen zuvor in ihren heimischen Trainingshallen filmen und das Video anschließend zum DTB senden. Die Bewertungen fanden dann zeitgleich von allen Kampfrichtern statt. Über den Youtube-Kanal des DTB konnten die Turnerinnen dann ihren eigenen Wettkampf "live" verfolgen - auch eine neue Perspektive.

2022 folgt Aufstieg in die Meisterklasse

Online-Wettkämpfe sind freilich auch Inga Stewens inzwischen bekannt. Die Gymnastinnen hatten unter anderem ihre Regionalmeisterschaften der Altersklassen 11 bis 14 auf diese Weise durchgeführt. Und die Eschbornerin zeigte sich von ihrer besten Seite. Sie präsentierte ihre vier technisch anspruchsvollen Übungen mit Eleganz und Ausdrucksstärke. Für ihre Auftakt-Übung mit dem Reifen erhielt die Schülerin 14,650 Punkte. Noch besser schnitt sie bei ihren Darbietungen mit dem Ball (15,650), der Keule (16,400) und dem Band (14,950) ab. Insgesamt kam sie somit auf 61,650 Zähler.

Zur deutschen Junioren-Meisterin krönte sich Daria Varfolomeev vom TSV Schmiden. Sie siegte mit 79,450 Punkten vor Anna Shenenko aus Leverkusen (74,550) und Helena Ripken vom VfL Zehlendorf (71,800).

Inga Stewens begann bereits als Sechsjährige mit der Gymnastik. Als Neunjährige wechselte sie zur Rhythmischen Sportgymnastik (RSG). Diese gilt als eine der weiblichsten Sportarten. Zu Musik oder reinem Gesang werden tänzerische und akrobatische Bodenübungen gezeigt - mit und ohne Handgerät. Die Nähe zum Ballett wird dabei oft deutlich. Wettkämpfe gibt es im Einzel und in der Gruppe. Schnell wurde Landestrainerin Irina Martens auf die talentierte Schülerin aus Eschborn aufmerksam und holte sie zu sich ins Training.

2022 wird Inga Stewens in der Meisterklasse antreten - der höchsten Klasse, die eine Gymnastin in der RSG erreichen kann. Dieses Ziel hatte sich die 14-Jährige in den vergangenen Jahren erarbeitet - und ist nun an diesem Etappenziel angekommen. joi

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