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Weitspringerin Maryse Luzolo (Königsteiner LV)

Leichtathletik, Hochtaunus

Silber: Maryse Luzolo sorgt für die Top-Leistung

  • vonJens Priedemuth
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Für die vier Hochtaunus-Starter verlaufen die deutschen Meisterschaften in Braunschweig höchst unterschiedlich. Aufhorchen lässt eine Hindernis-Läuferin aus Bad Homburg.

Braunschweig -Maryse Luzolo ist Leistungssportlerin, deshalb war sie mit ihrem Wettkampf nicht ganz zufrieden. 6,40 Meter - sie hat größere Weiten drauf. Aber unter dem Strich, das wusste sie natürlich auch, stand für die Weitspringerin des Königsteiner LV die beste Platzierung bei deutschen Freiluftmeisterschaften, seitdem sie den Jugendklassen entsprungen ist. Die 25-jährige Frankfurterin holte sich in Braunschweig hinter Malaika Mihambo (LG Kurpflalz) - die Weltmeisterin sprang trotz ihres verkürzten Anlaufs 6,71 Meter - Silber.

"Die Platzierung ist super, aber mit der Weite bin ich nicht so zufrieden, nachdem ich letzte Woche 6,53 Meter gesprungen bin", sagte Luzolo. "Aber ich muss sagen, dass ich durch meine frühere Verletzung jedes Mal wieder froh bin, dass ich überhaupt wieder springen kann - und dann auch noch so weit. Deswegen ist es eigentlich Meckern auf hohem Niveau." Die Athletin mit kongolesischen Wurzeln hatte wegen einer schweren Knieverletzung zwei Jahre pausiert. Sie war 2019 wieder eingestiegen, nachdem manche ihr schon das Karriereende prophezeit hatten.

Nach ihrem ersten Sprung auf 6,38 Meter hatte Luzolo im nur achtköpfigen Teilnehmerfeld kurz in Führung gelegen, ehe Mihambo zwar 31 Zentimeter vor dem Brett absprang, aber so schon 6,47 Meter erzielte. Schwierig, urteilte Luzolo, seien die wechselnden Windverhältnisse im Stadion gewesen, in dem wegen der Pandemie keine Zuschauer zugelassen waren. Den erhöhten Anlaufsteg habe sie vom Istaf in Berlin gekannt und sei gut mit dem Untergrund zurechtgekommen. Damit verbunden sind für die Weitspringer höhere Schwingungen im Gegensatz zu einem auf Beton verlegten Tartanbelag.

Was genau für die Formschwäche von Luzolos Vereinskollegen Gianluca Puglisi verantwortlich war, ist schwer aufzudröseln. Vielleicht ist es auch normal, dass der angehende Mediziner kurz vor seinem lernintensiven Physikum nicht jedes Wochenende Top-Leistungen abrufen kann. Puglisi hatte bei der Kurpfalz-Gala in Weinheim vor ein paar Tagen seine Bestmarke eingestellt. Jene Weite von 7,82 Meter hätte bei der DM hinter Maximilian Entholzner (LAC Passau/7,96 Meter) zu Rang zwei genügt.

In Braunschweig schaffte es der 23-Jährige im weinroten KLV-Trikot nach zwei ungültigen Versuchen durch einen Satz auf 7,07 Meter mit Ach und Krach ins Finale. Dort konnte auch nur ein Versuch gewertet werden: 7,36 Meter - Rang acht. Noch härter erwischte es Gordon Porsch (LG Eintracht Frankfurt). Der Stabhochspringer aus Neu-Anspach erlebte eine herbe Enttäuschung mit dem dreimaligen Scheitern an der Anfangshöhe von 5,10 Meter. Damit ereilte dem 25-Jährigen das gleiche Schicksal wie bei der DM 2019 in Berlin.

Rabenschwarzer Tag für Gordon Porsch

Ärgerlich, denn Porschs Bestleistung liegt seit dem Wettkampf in Mannheim vor ziemlich genau einem Jahr bei 5,61 Metern. Auch in der Hallensaison klappte es vor Corona ganz gut: ein starker Wettkampf beim Vorweihnachtskriterium in Stadtallendorf, Gewinn der süddeutschen Meisterschaft. Die Einstiegshöhe hätte nun in Braunschweig schon für den Endkampf der Top acht gereicht. 5,50 Meter rief Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken) ab, um Bronze zu gewinnen. 2013 war er schon Weltmeister. Sieger Bo Kanda Lita Baehre (Bayer Leverkusen) sprang 5,75 Meter.

"Stabhochsprung ist eben nicht nur schnell anlaufen, Stab wegwerfen und dann abspringen. Da kann auch mal eine Veranstaltung in die Hose gehen", kommentierte Dietmar Porsch, Vater und Trainer des Neu-Anspachers. "Wir haben zuletzt versucht, den Anlauf etwas sicherer zu gestalten. Daran doktern wir aber noch herum. Es fehlt einfach die nötige Sicherheit. Im September wollen wir aber noch ein paar Wettkämpfe absolvieren und auch nette Höhen springen."

Super drauf war dagegen die Bad Hamburgerin Amelie Svensson, die studienbedingt für die LG Region Karlsruhe startet. Sie lief bei der Hitzeschlacht über 3000 Meter Hindernis - das Thermometer zeigte 36 Grad an - wacker mit. Die Zeit von 10:12,20 Minuten bedeutete für sie Bestleistung. Als Vierte fehlten ihr in dem Rennen, in dem Europameisterin Gesa Felicitas Krause aus Frankfurt erschöpft aufgeben musste, noch knapp zehn Sekunden zu Agnes Thurid (SSC Berlin) auf Rang drei.

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