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Die Sieger der Sportlerwahl: Fabian Urban, Viktoria Heilmann (für die Handballerinnen der TSG Oberursel), Svenja Schwarz und Paul Günther (von links)

Sportlerwahl Hochtaunus

Das sind unsere Sportler des Jahres

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Sie haben Herausragendes geleistet und dem Jahr 2019 ihren ganz persönlichen Stempel aufdrückt. Nun wurde das Geheimnis gelüftet, wen die TZ-Leser zu Sportlern des Jahres gewählt haben. Bei der Abstimmung gab es eine Rekord-Beteiligung.

Auf die große Gala für die "Sportler des Jahres" im Hochtaunus wurde dieses Mal schweren Herzens wegen der aktuellen Coronalage verzichtet. Stattdessen erhielten die Gewinner der gemeinsamen Aktion von Taunus Zeitung, Taunus Sparkasse und Sportkreis Hochtaunus ihre Siegertrophäen im kleinen Rahmen. Auf den ersten Plätzen landeten Leichtathletin Svenja Schwarz, Kunstturner Fabian Urban, Trainer Paul Günther und die Handball-Damen der TSG Oberursel. Bei der Wahl haben insgesamt 2225 Teilnehmer abgestimmt - so viele wie noch nie.

Flexibel bleiben, nicht aufgeben, unter Zeitdruck unkonventionelle Lösungen finden: Qualitäten, die erfolgreichen Sportlern tagtäglich abverlangt werden. In diesem Jahr haben sich die Initiatoren der Sportlerwahl im Hochtaunuskreis davon ein Scheibchen abgeschnitten. Statt die Gala nur abzusagen, wurde kurzerhand eine kleine, aber feierliche Preisübergabe in der Zentrale der Taunus Sparkasse in Bad Homburg organisiert. Die Damen und Herren schmissen sich trotzdem in Schale und verliehen dem Anlass einen gebührenden Rahmen.

Erfolgreicher Lobbyismus oder regionale Verbundenheit? Moderator Ulrich Müller-Braun wollte es angesichts der stetig steigenden Teilnehmerzahl bei der Sportlerwahl von TZ-Sportchef Thorsten Remsperger genau wissen. "Wir beobachten in einigen Orten durchaus eine starke Fan-Base", berichtete er. Zu seiner Freude, denn das zeige auch den Rückhalt, den die Nominierten in ihren Orten genießen. Wer zu manipulieren versucht, wird aber knallhart aussortiert, stellte er ebenso klar: "Max Mustermann hat bei uns keine Chance."

30 Prozent Trainer, 70 Prozent Psychologe - Sie haben das Zitat im Kasten rechts vom Trainer des Jahres vielleicht schon gelesen. Gut, dass mit Viktoria Heilmann eine Spielerin aus dem Team zugegen war, die die Antwort im Zweifelsfall hätte verifizieren können. Darauf angesprochen, ob er Recht hat, musste sie überlegen. Lange überlegen. Zu lange. Verstanden! Ulrich Müller-Braun: "Ich darf jetzt Oliver Klink zur Preisübergabe zu mir bitten . . ."

"Die Jugendlichen sind für uns das Ein und Alles", betonte Sportkreis-Chef Norbert Möller bei der Preisverleihung. Die jungen Leute für Sport zu begeistern, werde allerdings zunehmend schwieriger - nicht zuletzt aufgrund der Vielzahl an anderen Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung. "Deswegen starten wir mit einem neuen Projekt: Wir wollen Kindergärten im Taunus fördern, die Bewegungsangebote für Kinder ab drei Jahren anbieten", kündigte Möller an. Ein Ziel ist, sowohl bei den Kleinen als auch bei den Großen das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie wichtig Sport ist.

Die Gäste der Preisverleihung staunten nicht schlecht, als die Sportlerin des Jahres Svenja Schwarz von ihren Trainingseinheiten erzählte: "Meine Mutter sagt mir alle 100 Meter, ob ich gut in der Zeit liege." Sie selbst kann das mitunter schon mal vergessen. Ein Handicap vielleicht, aber Handicaps hätten alle Nominierten, sagte Oliver Klink, Vorstand der Taunus Sparkasse: "Manche können nur eine Sportart, manche können nur trainieren. Für mich ist das total normal."

Achtkampf verbindet jeweils vier Sportdisziplinen aus dem Turnen und der Leichtathletik. Wie kommt ein junger Mann darauf? Eine berechtigte Frage, die Kunstturner Fabian Urban gerne beantwortete: "Er ist ideal für Turner, die auch Spaß an der Leichtathletik haben. Der Achtkampf bietet die Möglichkeit, gleich in zwei Sportarten Leistung zu zeigen."

Was in Gelsenkirchen als Schalker Kreisel durchs Stadion wirbelte, war bei der Feierstunde das kommunikative Dreieck Viktoria Heilmann - Paul Günther - Ulrich Müller-Braun. Eine weitere Kostprobe bot die Frage nach dem bisherigen Saisonverlauf. Die Torjägerin der TSG Oberursel seufzte und antwortete: "Ist schwierig." Sie selbst habe einen Bänderriss auskuriert, die Spielsicherheit im Team fehle manchmal noch. Zeit für den Trainer, die Perspektiven etwas rosiger darzustellen: Mit dem aktuell dritten Platz und zwei der direkten Konkurrenten noch vor der Brust habe der letztjährige Meister der Oberliga Hessen weiterhin alle Chancen, am Ende doch wieder ganz oben zu stehen.  

Landrat Ulrich Krebs ehrt Special-Olympics-Goldmedaillengewinnerin Svenja Schwarz.

Knapp 700 Stimmen - so viele konnte in diesem Jahr kein anderer Nominierter auf sich vereinen. Svenja Schwarz von der TSG Oberursel brachte von den Special Olympics in Abu Dhabi nicht nur zwei Goldmedaillen über 1500 und 5000 Meter mit nach Hause. Ihre Leistung nötigt auch deshalb großen Respekt ab, weil sie seit der Geburt über ein eingeschränktes Kurzzeitgedächtnis verfügt. Das macht auf Langstrecken eine intensivere Kommunikation mit ihrer Trainerin und Mutter nötig. Zu ihrem Sport kam sie in den USA, als sie ein Nachbar mal zum Laufen mitgenommen hat. "Seitdem liebe ich es", erzählte sie. Die Trophäe erhielt sie aus den Händen von Landrat Ulrich Krebs.

Sportkreis-Vorstand Norbert Möller ehrt Turner Fabian Urban, Deutscher Meister im Deutschen Achtkampf.

Kunstturnen? Check. Deutscher Achtkampf? Check. Berufliche Ausbildung? Check. Klavierspielen auf hohem Niveau? Check. Fabian Urban tanzt auf vielen Hochzeiten, und das auch noch sehr erfolgreich, wie unter anderem der Gewinn der deutschen Meisterschaft im Deutschen Achtkampf zeigt. Wer sich den Sportler vom TV Weißkirchen nun als überehrgeizig vorstellt, liegt jedoch völlig falsch. Sein Antrieb ist die Begeisterung für das, was er macht. Damit steht er auch stellvertretend für das, was bei unserer Wahl der Sportler des Jahres seit jeher im Vordergrund steht. Der Sportkreisvorsitzende Norbert Möller gratulierte Fabian Urban zum Gewinn der begehrten Trophäe..

Oliver Klink, Vorstandsvorsitzender der Taunus Sparkasse, ehrt Viktoria Heilmann für die Handball-Hessenmeisterinnen der TSG Oberursel.

Mit diesem Sieg schrieben die Handballerinnen der TSG Oberursel Geschichte bei unserer Sportlerwahl. Sie sind die ersten, die den Titel nach 2015 und 2016 zum nunmehr dritten Mal gewannen. So knapp wie dieses Mal war es aber noch nie: Am Ende gab eine einzige Stimme den Ausschlag über den obersten Platz auf dem Treppchen. Viktoria Heilmann, mit mehr als 100 Toren eine der wichtigsten Spielerinnen, nahm die Trophäe stellvertretend für das ganze Team von Oliver Klink, Vorstand der Taunus Sparkasse, entgegen. Die Mitspielerinnen waren trotzdem alle präsent: auf einem gerahmten Foto. Auch solch ein Teamgeist ist preiswürdig . . .

TZ-Sportchef Thorsten Remsperger ehrt Handballtrainer Paul Günther.

30 Prozent Trainer, 70 Prozent Psychologe - so beschreibt Paul Günther seine Aufgabe bei der Damen-Mannschaft der TSG Oberursel. Beide Disziplinen beherrscht er vorzüglich, wie unter anderem der Gewinn der Hessenmeisterschaft in der Saison 2018/19 zeigt. Seine Leistung ist umso höher zu bewerten, wenn man weiß, dass das Team wiederholt mehrere Schlüsselspielerinnen ersetzen musste. Eine Leistung, die die TZ-Leser mit der Wahl zum Trainer des Jahres 2019 honorierten. TZ-Sportchef Thorsten Remsperger überreichte ihm die Siegertrophäe. Der Ausgezeichnete blieb auch ob solcher Ehren auf dem Boden: "Nach dem Umbruch ist vor dem Umbruch."

Sportlerin

1. Svenja Schwarz (Leichtathletik) 698 Stimmen/31,43 %

2. Annabelle Winzig (Judo) 549 Stimmen/24,70 %

3. Emma Bernhard (Sportklettern) 444 Stimmen/19,99 %

4. Mara Guth (Tennis) 318 Stimmen/14,32 %

5. Maryse Luzolo (Leichtathletik) 212 Stimmen/9,55 %

Sportler

1. Fabian Urban (Turnen/Deutscher Achtkampf) 604/27,18 %

2. Richard Braunberger (Schwimmen) 487/21,92 %

3. Leon Kriszeleit (Triathlon) 436/19,62 %

4. Pascal Brendel (Turnen) 388/17,46 %

5. Christoph Lux (Ultra-Lauf) 307/13,82 %

Trainer/in

1. Paul Günther (Handball) 598/26,88 %

2. Michaela Kowalski (Rope Skipping) 525/23,60 %

3. Fabian Fermin Hernandez (Baseball) 407/18,29 %

4. Miljenko Crnjac (Basketball) 375/16,85 %

5. Günter Geibel (Kunstradfahren) 320/14,38 %

Mannschaft

1. TSG Oberursel (Handball-Damen) 553/24,89 %

2. HTG Bad Homburg (Judo-Damen) 552/24,84 %

3. TV Weißkirchen (Kunstturnen) 532/23,94 %

4. MTV Kronberg (Basketball U18) 383/17,24 %

5. TEVC Kronberg (Tennis-Damen) 202/9,09 %

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