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So gut war der SC Königstein noch nie

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Von: Thorsten Remsperger

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Die U16-Mädchen des SCK mit Ella Gaßner, Emilia Ochs, Carla Beck, Mariana Rocha-Ramos, Sophia Helwig, Lara Diefenbach, Celine Meissner, Katharina Horz, Dana Naylor, Isabel Jacke, Nadja Morozow, Sophie Zaddach, Sophia Laumeyer und Conni Schlumberger.
Die U16-Mädchen des SCK mit Ella Gaßner, Emilia Ochs, Carla Beck, Mariana Rocha-Ramos, Sophia Helwig, Lara Diefenbach, Celine Meissner, Katharina Horz, Dana Naylor, Isabel Jacke, Nadja Morozow, Sophie Zaddach, Sophia Laumeyer und Conni Schlumberger. © SC Königstein

Bis zur Südwestdeutschen Meisterschaft hat es eine Jugendmannschaft des Schulsportclubs Königstein geschafft. Die U16-Mädchen stehen an der Spitze einer beachtlichen Zahl an Volleyballerinnen aus der Burgstadt.

Königstein -Molten statt Mikasa - diese Tatsache veranlasste Trainer Michael Berschin zu einer ungewöhnlichen Maßnahme. Mit den Namen sind nicht etwa zuckersüße Siamkatzen-Babys oder leckere Sushi-Gerichte gemeint, sondern Spielbälle, die noch dazu ganz unterschiedlich durch die Luft fliegen, Volleyballer wissen das natürlich.

Weil die Südwestdeutsche Meisterschaft in der Mädchen-Altersklasse U16 in Mainz ausgespielt wurde und man im Ligabetrieb in Rheinland-Pfalz mit Molten-Bällen baggert und pritscht, die Spielerinnen des SC Königstein aber in Hessen an die Mikasa-Bälle gewöhnt sind, hatte Michael Berschin einen Geistesblitz.

Der hauptamtliche Jugendtrainer des vor 17 Jahren gegründeten Schulsportclubs fuhr schon ein paar Tage früher zum gastgebenden Verein TGM Mainz-Gonsenheim, um sich drei der Spielbälle auszuleihen. Mit diesen absolvierte das U16-Team dann das Abschlusstraining vor dem großen Turnier, für das sich noch nie eine Jugendmannschaft des Vereins hatte qualifizieren können. Die professionelle Vorbereitung, die mit einem Pizzaessen von Trainer, Spielerinnen und Eltern endete, sollte sich auszahlen.

"Läuft bei uns zurzeit", sagt der SCK-Vorsitzende Klaus Herrmann, und damit meint er nicht die erfolgreichen U16-Mädels alleine. 27 Mannschaften gehen in dieser Saison für die Burgstädter an den Start, davon vier im Damenbereich und vier in der Jugendgrundklasse, der Hobbyrunde mit gemischten Teams (womit auch ein paar Jungs auf dem Volleyballfeld ihren Platz finden). Die Rede ist also von bald 250 Spielerinnen und Spielern. Eine beachtliche Zahl, berücksichtigt man die seit zwei Jahren anhaltende Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen und die Tatsache, dass die baufälligen Kreissporthallen am Taunus-Gymnasium ab Juni vergangenen Jahres geschlossen hatten und der Verein umdisponieren musste.

"Wir haben das Dreivierteljahr mit Training in der Bischof-Neumann-Schule und der St. Angela-Schule ganz gut überbrückt, wo wir mit flexibel aufstellbaren Netzen gearbeitet haben", erzählt Herrmann. Auch die SG Blau-Weiß Schneidhain habe dankenswerterweise mit Hallenzeiten ausgeholfen.

"Irgendwie hat das alles gut geklappt", ergänzt der Vereinsboss, ein froh gelaunter Mann. Ins Bild passt seine Feststellung eines "großen Zulaufs von Kindern". In den jüngeren Altersklassen könne man gar nicht alle aufnehmen. Eine weitere Trainingsgruppe könnte am Samstag dazukommen, wenn sich SCK-Vertreter mit der Ukraine-Hilfe sowie 15 Frauen und Kindern treffen wollen, die aus dem Krieg geflüchtet sind.

Acht Jugendteams bei den Hessenmeisterschaften

Zurück zur Jugendarbeit des Vereins: Mannschaften aus den Altersklassen U12 (zwei Teams), U13 (2), U14 (2), U15 und U16 haben es bis zu den Hessenmeisterschaften geschafft. Jüngst überzeugten die U13-Mädchen von Trainerin Vanessa Klein unter lauter Vereinen, die von Volleyball-Stützpunkten des Verbandes profitieren, als Sechste und Zehnte. Und die U16-Mädchen, die in ihrer Altersklasse bereits im Sechs-gegen-sechs auf dem großen Feld spielen, waren als hessischer Vizemeister sogar bei den "Südwestdeutschen" dabei.

Angetreten als Außenseiter mit dem Minimalziel, einen Satz zu gewinnen, lief es für die Königsteinerinnen gleich richtig gut. Mit 25:11, 25:13 wurde Saarland-Meister TV Holz glatt bezwungen. Auch gegen die gastgebenden Mainzerinnen spielte das Berschin-Team sogleich einen Vier-Punkte-Vorsprung heraus. In der Folge machte sich aber bemerkbar, dass den Königsteinerinnen noch Wettkampferfahrung fehlt. "Die eigenen Erwartungshaltungen waren gestiegen, die Mädchen standen nicht mehr so locker und selbstbewusst auf dem Feld", beobachtete Herrmann. Zudem stellte der Molten-Ball sie bei der Annahme immer wieder mal vor Probleme. Da konnten auch die lautstarken Fans, mit Rasseln, Tröten und Tamburin ausgestattet, nicht mehr helfen. Der SCK verlor 18:25, 20:25.

Dass es im Halbfinale gegen den späteren Meister VC Wiesbaden nicht für den Finaleinzug reichte (9:25, 13:25), war zu befürchten. Jedoch gelang im Spiel um Platz drei mit einem 25:14, 25:4 gegen den TV Herxheim, Zweiter in Rheinland-Pfalz, ein gelungener Abschluss, der auch kräftig gefeiert wurde.

Am Sonntag gibt's den nächsten Grund zum Feiern für den SC Königstein

Ebenso werden am Sonntag wieder die Sektkorken knallen. Denn schon vor dem abschließenden Heimspieltag in der Sporthalle der St. Angela-Schule (ab 11 Uhr) steht der Aufstieg der "Damen 2" aus der Kreisliga Ost in die Bezirksliga fest. Die 1. Mannschaft benötigt zudem nur noch einen Sieg, um in die Bezirksoberliga aufzusteigen. Auch die "Damen 4" haben in der Kreisklasse Ost noch alle Chancen auf die Meisterschaft.

Es wäre für einige Talente des Vereins ein wunderbarer Abschluss der Hallensaison. Denn die "Damen 4" müssten eigentlich "Mädels 4" genannt werden. Dort schlagen vornehmlich die erfolgreichen U16-Spielerinnen auf.

SC Königstein, U16: Ella Gaßner, Emilia Ochs, Carla Beck, Mariana Rocha-Ramos, Sophia Helwig, Lara Diefenbach, Celine Meissner, Katharina Horz, Dana Naylor, Isabel Jacke, Nadja Morozow, Sophie Zaddach, Sophia Laumeyer, Conni Schlumberger.

Die U13-Teams des SCK mit Trainerin Vanessa Klein.
Die U13-Teams des SCK mit Trainerin Vanessa Klein. © SC Königstein

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