Gleich steht’s 2:0: Marco Koch (Hadamar, in Rot) bereitet vor, sein Ginsheimer  Bewacher Daniel Thur ist machtlos, und Niklas Kern wird abstauben.
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Gleich steht’s 2:0: Marco Koch (Hadamar, in Rot) bereitet vor, sein Ginsheimer Bewacher Daniel Thur ist machtlos, und Niklas Kern wird abstauben.

Fußball-Hessenliga und -Verbandsliga Mitte

So knackt man Ginsheim: Mit Doppel-Kern, Dimter und Koch

  • Marion Morello
    VonMarion Morello
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In der Fußball-Hessenliga, Gruppe B, hat der SV Rot-Weiß Hadamar gegen Schlusslicht VfB Ginsheim die erhoffte Reaktion auf das 3:4 in Zeilsheim gezeigt und durch ein klares 4:1 die Tabellenführung vom spielfreien FC Eddersheim zurückerobert. Der RSV Weyer ist in der Verbandsliga Mitte mit einem Punkt vom zwischenzeitlichen Spitzenreiter FC Ederbergland heimgekehrt und darf zünftig Kirmes feiern.

HESSENLIGA, GRUPPE B

SV Rot-Weiß Hadamar – VfB Ginsheim 4:1 (3:0). Nach gerade einmal zwölf Minuten stand die Elf von der Mainspitze schon auf verlorenem Posten. Niklas Kern, der bereits letzte Woche in Zeilsheim getroffen hatte, sorgte mit einem Doppelpack binnen 120 Sekunden für relativ klare Verhältnisse. Zwar hatte Mirko Dimter einen Freistoß von Marco Koch noch knapp verpasst (7.), dann aber feuerte Jann Bangert aus halbrechter Position ab, Torwart David Staegemann klatschte den Ball nach vorne ab, und Niklas Kern grätschte die Kugel zum 1:0 über die Linie (10.). Kurz danach war es Marco Koch, der von der rechten Seite mustergültig vorbereitet hatte, so dass Kern nur noch das Füßchen hinhalten musste – 2:0 (12.).

Ginsheim versuchte zwar dagegenzuhalten, doch Hadamar war meist einen Schritt schneller, besser und cleverer. Häufig standen die VfB-Außenverteidiger vor argen Problemen, denn das Muster der Fürstenstädter war oftmals gleich. Jann Bangerts sehenswerter Volley hätte schon den dritten Treffer bedeuten können, doch Keeper David Staegemann war zur Stelle (28.). Übrigens auch, als der umtriebige Bangert einen Schlenzer als Aufsetzer versuchte (37.). Vom VfB war bis auf einen Distanzschuss Christian Makanas, den Christopher Strauch zur Ecke parierte (29.), wenig zu sehen. Kurz vor dem Pausentee legte der starke Ruben Monteiro-Carvalho vor dem Tor uneigennützig quer, und Marco Koch besorgte – leicht abgefälscht – den 3:0-Pausenstand (44.).

Nach Wiederbeginn war Rot-Weiß nicht mehr ganz so dominant wie noch im ersten Akkord, hatte aber alles im Griff und kam weiter zu Chancen. Erst schoss Marco Koch knapp am rechten Pfosten vorbei (50.), dann bereitete Jann Bangert abermals stark vor – Mirko Dimter bedankte sich aus kurzer Distanz mit dem 4:0 (62.). Und auch Niklas Kern tauchte noch einmal vor dem Ginsheimer Tor auf, doch David Staegemann klärte per Fußabwehr (65.).

Was man dem Tabellenletzten hoch anrechnen musste, war die Tatsache, dass er sich zu keiner Zeit aufgab und versuchte, auch offensiv Akzente zu setzen. Das sollte auch gelingen: Bei Cem Feleks 20-Meter-Schuss war Christopher Strauch auf der Hut (57.), und auch bei den Abschlüssen von Berat Karabey (80.) und Christian Makana (81.) reagierte der Schlussmann prächtig. Machtlos war Strauch allerdings vier Minuten vor dem Ende, als seine Vorderleute einen Eckball zu kurz abgewehrt hatten und Berat Karabey trocken ins linke Eck traf – 4:1, es war nur ein kleiner Schönheitsfleck. Auf der Gegenseite verpasste Mirko Dimter per Kopf noch den fünften Treffer, der aber auch des Guten ein bisschen zu viel gewesen wäre (88.).

Ginsheims Trainer Matthias Güldener sagte nach Abpfiff: „Die Qualität, die die Hadamarer Offensive hat, ist schon enorm. Nachdem wir in der ersten Halbzeit die Tore immer nach dem gleichen Muster kassiert haben, war ich mit der zweiten Halbzeit wirklich zufrieden. Das Spiel war für uns heute zum Lernen, Herz und Leidenschaft waren aber da.“ Da SVH-Coach Stefan Kühne aus privaten Gründen unmittelbar nach Abpfiff weg musste, äußerte sich sein Co., Maximilian Reitz: „Wir haben in der ersten Halbzeit da weitergemacht, wo wir in der zweiten Halbzeit in Zeilsheim aufgehört haben. Von daher war der Sieg am Ende auch in der Höhe verdient. Die Jungs waren heiß auf Wiedergutmachung und wollten wieder Tabellenführer werden. Darauf können wir stolz sein.“ PATRICK JAHN

Hadamar: Strauch, Paul, Dimter, Teller (84. Neugebauer), Zey, Monteiro-Carvalho, Velemir (64. Kittel), Kern, Dillmann, Bangert, Koch (73. Moldsen) – Ginsheim: Staegemann, Mensah (25. Makana), Fosuhene, Akoto, Gansmann, Oriana, Felek (65. Karabey), Redl, Scholz, Thur, Jakubovic (73. Baljak) – SR: Simon Wecht (Heppenheim) – Tore: 1:0 (10.), 2:0 (12.) beide Niklas Kern, 3:0 Marco Koch (44.), 4:0 Mirko Dimter (62.), 4:1 Berat Karabey (86.) – Zuschauer: 190.

VERBANDSLIGA MITTE

FC Ederbergland – RSV Weyer 1:1 (0:0). Ein Kirmespunkt stand auf der Wunschliste des RSV, und die Männer von Frank Wissenbach brachten diesen mit dem Glück der Tüchtigen aus Battenberg zurück zum Weilersberg. Dabei hatte bis zur quasi letzten Sekunde gezittert werden müssen. Erst als Marc Kohlhepp in der Nachspielzeit aber den Strafstoß parierte, war das Remis in trockenen Tüchern. Das Spiel hatte gar nicht so spektakulär angefangen: Die großen, aufregenden Szenen blieben in der ersten Halbzeit noch aus. Nach dem Wechsel sollte sich das ändern, der Weyerer Keeper geriet immer mehr in den Mittelpunkt und machte seine Sache – wie mittlerweile gewohnt – richtig gut. Nach etwas mehr als einer Stunde überraschten die Grün-Weißen in Person von Marvin Kretschmann mit dem 0:1, woraufhin der Tabellenzweite den Druck natürlich noch weiter erhöhte. Aber im Gegensatz zu den letzten beiden Spielen stand die Defensive am heutigen Samstag deutlich besser, und so gelang dem FCE tatsächlich erst kurz vor Schluss der verdiente Ausgleich durch Ingo Miß (85.). Und in der dreiminütigen Nachspielzeit krönte Marc Kohlhepp dann seine Leistung mit dem parierten Elfer, so dass sich die lange Fahrt trotz vieler Ausfälle gelohnt hatte. rbr

Ederbergland: N. Schneider, Klaus, Mitze, Völker, B. Schneider, Ibrahim, Miß, Zich, Wickenhöfer, Vidakovics, Wickert (Hollenstein, Paul, Wrobleski, Ademi, Wolff, Guntermann) – Weyer: Kohlhepp, Schutzbach, Pfeifer, Loresch (73. Roth), Seibel, Schmidt, Weber, Petri, Stillger, Becker, Kretschmann (Jung, Sawall, Dietrich) – Zuschauer: 103 – Tore: 0:1 Kretschmann (62.), 1:1 Miß (85.).

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