Diesen Einsatz wird Soufian Chihab (rechts) nie vergessen. Im Juli 2019 absolvierte der Kapitän von DJK Bad Homburg im Sportzentrum Nord-West ein Testspiel gegen Bundesligist Eintracht Frankfurt (links Jetro Willems).	foto: heiko rhode
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Diesen Einsatz wird Soufian Chihab (rechts) nie vergessen. Im Juli 2019 absolvierte der Kapitän von DJK Bad Homburg im Sportzentrum Nord-West ein Testspiel gegen Bundesligist Eintracht Frankfurt (links Jetro Willems).

Fußball Hochtaunus, Spiel der Woche

Soufian Chihab: "Die Leute sollen wissen, für welchen Fußball wir stehen"

  • vonRobin Kunze
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Im Alter von erst 24 Jahren trägt Soufian Chihab schon im zweiten Bad Homburger Verein in der 1. Mannschaft die Kapitänsbinde. Vor dem Spiel der Woche am heutigen Samstag um 18 Uhr zwischen DJK Bad Homburg und dem FC Neu-Anspach haben wir uns mit ihm unterhalten.

Bereits mit sechs Jahren trat Soufian Chihab für seinen Heimatverein SV Niederursel gegen den Ball. Jetzt, im Alter von 24, hat er bei der DJK Bad Homburg eine neue, sportliche Heimat gefunden. In seine zweite Saison beim ambitionierten Club aus Kirdorf geht der technisch beschlagene Mittelfeldspieler als Kapitän. Die Binde trug er zuvor auch schon für den TSV Vatanspor Bad Homburg, als dieser noch in der Verbandsliga Süd spielte.

Grund genug für TZ-Reporter Robin Kunze, sich vor unserem heutigen Spiel der Woche zwischen den Kirdorfern und dem FC Neu-Anspach (18 Uhr, Sportanlage am Wiesenborn) mit Soufian Chihab zu unterhalten - über die ungewöhnlich lange Fußballpause, sein neues Amt im Verein und den kommenden Derby-Gegner.

Herr Chihab, wie haben Sie die lange Fußballpause in den vergangenen Monaten erlebt?

Ich hatte sehr, sehr lange Zeit keinen Ball am Fuß. Am ersten Trainingstag hat man das dann auch gemerkt (lacht). Es war die längste Fußballpause meines Lebens. Draußen zu kicken, ging ja leider auch eine Zeit lang nicht. Da ging die Gesundheit einfach vor. Jetzt ist diese Phase zum Glück vorbei, aber die Sorge wegen einer möglichen zweiten Welle des Coronavirus in Deutschland bleibt.

Sie gehen als neuer Kapitän der DJK Bad Homburg in diese Spielzeit. Wie gehen sie als noch recht junger Spieler mit dieser Rolle um?

Ich war bereits vor zwei Jahren unter Ibrahim Cigdem Kapitän bei Vatanspor. Damals war es wirklich noch etwas schwierig für mich. Mittlerweile komme ich mit der Rolle ganz gut zurecht, gehe gerne auch auf die jüngeren Spieler zu und versuche ihnen zu helfen. Dazu fühle ich mich als Kapitän verpflichtet.

Vergangene Saison haben Sie noch mit Ibrahim Cigdem zusammen auf dem Feld gestanden, jetzt ist er Ihr Trainer. Ändert sich da etwas im Umgang miteinander?

Man muss zuallererst sagen, dass er menschlich überragend ist. Als Spieler hat er sich dann auch mal was sagen lassen von uns Jüngeren, als Trainer hat er aber jetzt das letzte Wort. Da kann man nicht mehr kommen und sagen "Hey, ich würde aber lieber so und so spielen" (lacht). Er genießt sehr viel Respekt im Team, gerade bei den Offensivspielern. Alle wissen, dass er Hessenliga gespielt hat und in der Verbandsliga Torschützenkönig war.

Am ersten Spieltag gelang Ihrem Team ein später 2:0-Sieg gegen den FV Stierstadt. Was lief bereits gut, was muss noch besser werden?

Unsere Abläufe waren bereits gut. Wenn wir den Ball hatten, dann tat sich Stierstadt sehr schwer gegen unsere Stafetten. Wenn wir uns allerdings dem Gegner zu sehr anpassen und dann hektisch werden, kommen wir bisher noch in die Bredouille. Spielen wir unseren Spielstil, sind wir dagegen nur schwer zu schlagen.

Gilt das auch für den kommenden Gegner, den FC Neu-Anspach, der stark in die Saison gestartet ist?

Der FC ist natürlich ein ganz anderes Kaliber. Sie sind top besetzt und haben die Qualität, um gegen uns zu gewinnen. In so einem Spiel entscheidet häufig die Tagesform und auch mal die eine oder andere Einzelaktion über Sieg und Niederlage. Wenn wir unser Spiel spielen, glaube ich aber, dass wir ein knappes 2:1 holen werden.

Mit dem FC Kalbach und dem TSV Vatanspor haben Sie bereits in der Verbandsliga gespielt. Ist der Aufstieg ein Ziel für Sie?

Ich würde schon sehr gerne mit dieser Mannschaft hier aufsteigen, denn ich fühle mich bei der DJK sehr wohl. Wir haben ein junges Team, mit dem man planen, das man entwickeln kann. Aber ich verspüre da gar keinen Druck. Wenn es klappen sollte, toll. Wenn nicht, ist es aber auch nicht schlimm. Die Leute sollen aber künftig genau wissen, wer die DJK Bad Homburg ist und für welchen Fußball und Spielstil wir stehen.

Wer sind für Sie die Favoriten dieser Saison?

Für mich ist die FG Seckbach eine absolute Top-Mannschaft und der große Favorit. Danach kommen die Sportfreunde Friedrichsdorf, die vom Spielermaterial ja eigentlich gar nicht in diese Liga gehören. Und dahinter folgen der FC Neu-Anspach, wir und sicherlich noch ein paar andere Vereine.

Und das sagt der Gegner FC Neu-Anspach

"Ich gehe von einem engen Spiel aus", sagt Jörg Loutchan, Trainer des FC Neu-Anspach, "da ist die Tagesform immer entscheidend. Spieler für eine wichtige Einzelaktion haben wir, die DJK allerdings auch." Ergänzend dazu nennt er auch "eine gewisse Portion Gier und Galligkeit" als Voraussetzung für einen weiteren Erfolg in der Gruppenliga. Zum Auftakt hatte der FCNA Königstein mit 6:1 geschlagen.

Zwei Tage später schaute sich Loutchan das Spiel zwischen der DJK und dem FV Stierstadt an, das die Kirdorfer mit 2:0 gewannen. "Sie haben hochverdient gewonnen, hatten nur das Problem, das fast alle Teams momentan noch haben", berichtet er, "sie mussten nach der langen Pause erst wieder rein kommen. Was man aber trotzdem gesehen hat: Sie sind fit, haben 90 Minuten hohes Tempo gezeigt und zählen sicherlich zu den stärkeren Mannschaft dieser Liga."

Zu denen zählt auch der FCNA. Alle Zutaten für ein packendes Derby am Samstagabend sind also gegeben.

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