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Symptomatisch für den gestrigen Spielverlauf: FV Bad Vilbels Benjamin Sabic (vorne) kommt vor dem Ginsheimer Adnan Kizilgöz an den (Kopf-)Ball und feiert mit seinem Team einen 1:0-Auswärtssieg.

Fußball-Hessenliga

Zu spät aufs Gaspedal getreten

Ein bemühter, aber in der Spitze zu harmloser VfB Ginsheim unterliegt dem FV Bad Vilbel mit 0:1.

Artur Lemm gab den Fußballern, die jüngst gegen den KSV Baunatal (1:2) so enttäuscht hatten, eine zweite Chance: Der Trainer des Hessenligisten VfB Ginsheim schickte gestern eine auf nur zwei Positionen veränderte Startelf aufs Feld. Die neu Hereingekommenen, Kota Ogura und Eray Eren, ersetzten Urlauber Nico Siegert und den kurzfristig ausgefallenen Nils Fischer. Am Ende trotteten die Blau-Weißen mit bedröppelten Mienen vom Platz: Sie hatten gegen Aufsteiger FV Bad Vilbel mit 0:1 (0:1) verloren. FV-Trainer Amir Mustafic freute sich über einen Sieg, der seiner Mannschaft „richtig gut“ tue.

Wobei besagter Nils Fischer, der wegen Leistenschmerzen nicht spielen konnte, schmerzlich vermisst wurde. Seinen Tordrang hätte der VfB gestern gut gebrauchen können. Er „hätte uns mit Sicherheit Schwierigkeiten bereitet“, sagt denn auch Mustafic. Egal, wie sehr der VfB auch aufs Tempo drückte: Im und am gegnerischen Strafraum war die Elf vom Altrhein zu harmlos. Weil sie beim Spiel in die Spitze umständliche Wege suchte, oder weil der letzte Pass einfach nicht ankommen wollte. Stürmen musste der VfB gestern mit Offensivleuten, die ihre Qualitäten nicht unbedingt in Gegners Strafraum haben. „Ich habe momentan viele Spieler in der Mannschaft, die eher aus der Tiefe kommen“, sagt Lemm.

Zum Abschluss kam die Lemm-Elf nur selten. Ogura schoss überhastet vorbei (46.), Weitschüsse von Liam Fisch (78.) und Eray Eren (86.) verfehlten ihr Ziel, Thomasberger köpfte in die Arme von FV-Keeper Sememy (89.).

Hinten konnte der VfB froh sein, nicht schon nach 16 Minuten in Rückstand geraten zu sein. Denn nach einem einfachen Doppelpass tauchte Kristijan Bejic frei vor Torhüter Lukas Langenstein auf, der per Fußabwehr parierte. Jener Bejic brachte den FV dann nach einem langen Pass aus dem Mittelfeld in Führung (36.).

Wie Mustafic findet, hat der Aufsteiger in der ersten Halbzeit „einen Tick mehr gemacht“ als der VfB. Lemm stimmt ihm zu. Er sei enttäuscht darüber, dass es sein Team wie schon im Baunatal-Spiel nicht geschafft habe, zwei überzeugende Halbzeiten zu zeigen. Erst nach der Pause „haben wir Gas gegeben“. Der Trainer gibt aber zu bedenken, dass gestern eine Startelf mit einem Altersschnitt von 21,1 Jahren auf dem Platz stand. Eine so junge Mannschaft mache nunmal Fehler. Sportlicher Leiter Marcus Spahn: „Junge Spieler brauchen Zeit – wir geben ihnen diese Zeit.“ Was nicht heißt, dass sie mit Samthandschuhen angefasst werden: Lemm ließ durchblicken, dass das Team bei der Pausenansprache „einen richtigen Anschiss bekommen“ habe – nicht nur von Lemm, auch von Spahn.

VfB Ginsheim: Langenstein – Petri (30. Kizilgöz), Dawit, Karatas (72. Platten), Lukas Manneck, Fisch (67. Amoako), Geisler, Ogura, Murata, Thomasberger, Eren.

Tor: 0:1 Bejic (36.).

SR: Trumpfheller (Erbach). Zuschauer : 240.

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