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Das Trainerteam der „Eisbären“ – (von links) Daniel Martin, Paul Lauer und Marco Reifenscheidt – musste am Sonntagmorgen tatenlos zusehen, wie die Partie in Ludwigshafen abgesagt wurde.

Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar

Spielabsage: Reifenscheidt angefressen

Vier Stunden vor dem Anpfiff des Meisterschaftsspiels Arminia Ludwigshafen – Sportfreunde Eisbachtal in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar sagten die Ludwigshafener gestern ab.

Der Bus stand am Sonntagmorgen abfahrbereit auf dem Nentershäuser Kirmesplatz, die Verantwortlichen der Eisbachtaler Fußball-Oberliga-Mannschaft waren gerade dabei, Verpflegung und Gepäck zu verladen, als plötzlich gegen 10.30 Uhr bei Eisbachtals Trainer Marco Reifenscheidt das Telefon klingelte. Am anderen Ende „Eisbären“-Präsident Lothar Schüttler, der dem 38-Jährigen die unheilvolle Nachricht verkündigte: „Arminia Ludwigshafen hat das Spiel wegen Unbespielbarkeit des Rasenplatzes abgesagt.“ Knapp vier Stunden vor dem Anstoß. 

„Das ist eine absolute Enttäuschung für uns und für mich einfach nicht nachvollziehbar. Das ist jetzt schon das zweite Spiel, das Ludwigshafen kurzfristig absagt“, ärgerte sich Reifenscheidt. Die Arminia hatte bereits am 28. September das Heimspiel gegen den FV Diefflen absagen müssen – ebenfalls wegen Unbespielbarkeit des Rasenplatzes, ebenfalls wenige Stunden vor Spielbeginn. Ein Grund mehr für den Sportfreunde-Coach in Richtung von Oberliga-Spielleiter Hans Bernd Hemmler und des Fußball-Regional-Verbandes Südwest zu fordern: „Vielleicht sollte man dringlichst beim Regionalverband darauf achten, dass die Gegebenheiten so sind, dass nicht zweimal innerhalb von einer Hinrunde ein Oberliga-Spiel ausfallen muss, weil der Platz nicht bespielbar ist.“

Im Kellerduell gegen Ludwigshafen hatte sich Marco Reifenscheidt für seine Mannschaft, einiges ausgerechnet, gerade nach der 0:6-Niederlage der Arminia am Montag gegen Dudenhofen: „Trotz der vielen Ausfälle, die wir hatten, waren wir motiviert und diese Woche im Training gut drauf. Und ich glauben auch, dass wir ein gutes Spiel dort geboten hätten.“ Von Ludwigshafener Seite aus gibt es unterdessen nur einen „Schuldigen“: der Regen der vergangenen Nacht. 

Die erste Mannschaft der Ludwigshafener habe, laut Arminia-Pressesprecher Karsten Knäußper am Samstagnachmittag noch auf dem Rasenplatz der Bezirkssportanlage Rheingönheim trainiert. „Da war noch alles in Ordnung. Über Nacht hat es dann allerdings so geschüttet, dass die Drainage es nicht mehr geschafft hat“, erklärte Knäuper am Sonntag. Das Südweststadion in Ludwigshafen, das als eigentliches Ausweichstadion der Arminia in der Oberliga angegeben war, hätte in der Kürze der Zeit nicht zur Verfügung stehen können. „Zwei Tage vorher hätte das vielleicht funktioniert“, sagte Knäuper. 

Ein Nachholtermin steht noch nicht fest, allerdings kann die Begegnung nicht am spielfreien Wochenende der Oberliga (15. bis 17. November) ausgetragen werden, da hier bereits das Nachholspiel zwischen Ludwigshafen und Diefflen über die Bühne geht. „Jetzt müssen wir unter der Woche nach Ludwigshafen fahren, und dadurch sind wir ganz klar im Nachteil. Da hat für mich etwas von Wettbewerbsverzerrung. Ich bin sehr angefressen“, sagte Marco Reifenscheidt.  sfe

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