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Der Sieg war doch zum Greifen nahe: "Nullfünfer"-Coach Ralf Haub kann's nicht glauben.

Fußball, Kreisoberliga Hochtaunus

Spielvereinigung 05: Drei Zouhir-Tore, dennoch kein Sieg

Der Abstiegskampf verspricht in der Rückrunde viel mehr Spannung als noch vor einem Jahr: Aufsteiger SGE Feldberg kann auch Favoriten Paroli bieten - und der FC Weißkirchen beginnt sich zu stabilisieren.

FC Weißkirchen - EFC Kronberg 1:1 (0:1):Ein fußballerischer Leckerbissen war es gewiss nicht, den beide Mannschaften boten. Doch fünf Minuten vor dem finalen Pfiff ging es turbulent zu: Sergio Both köpfte ein, doch der Ball flog durchs defekte Netz wieder raus aus dem Gehäuse. "Auch Weißkirchener haben gesagt, dass der Ball drin war. Ich ärgere mich ein bisschen über den Schiedsrichter, dass er das Netz nicht geprüft hatte", sagte EFC-Trainer Tobias Fleck. Allerdings verhehlte er nicht, dass ein Sieg nicht verdient gewesen wäre. "Das 1:1 ist gerecht, Weißkirchen war kämpferisch besser als wir."

Und der Abstiegskandidat hätte sogar in Führung gehen können, doch Ediz Güral scheiterte frei stehden vor Torwart Nicholas Seiler (21.). Mit einem gewiss nicht unhaltbaren 20-Meter-Schuss brachte Antonio Marino die Gäste in Führung. Auf dem aufgeweichten Untergrund egalisierte Timo Paulsen nach Flanke von Antonio Izzo - beide wurden eingewechselt. "Es ist ein gerechtes Ergebnis", stufte FCW-Spielausschuss Thomas Brunner das Unentschieden ein.

Tore: 0:1 Marino (32.), 1:1 Paulsen (60.).

SV Seulberg - SpVgg 05/99 Bomber Bad Homburg 3:3 (0:2): Auch wenn der Ausgleich erst in der Nachspielzeit fiel, das 3:3 sei "mehr als verdient" gewesen, betonte SVS-Spielausschuss Thomas Pflüger. Max Hoyer war aus kurzer Distanz erfolgreich - "und das ohne Training", sagte Pflüger.

Die Seulberger fanden zunächst gut ins Spiel, gerieten aber durch individuelle Fehler ins Hintertreffen. Nach der Pause dominierten die Gastgeber, kämpferisch sei die Leistung dann sogar top gewesen. Marco Schmidt per Kopfballtreffer und Oliver Nürnberger bei seinem Kurzeinsatz mit einem direkt verwandelten Freistoß, der an Freund und Feind vorbei segelte, leiteten mit ihren Anschlusstoren die spannende Schlussphase ein.

Tore: 0:1 Zouhir (7.), 0:2 Zouhir (24.), 1:2 Schmidt (58.), 1:3 Zouhir (72.), 2:3 O. Nürnberger (75.), 3:3 Hoyer (90.+3).

FC Oberstedten - SG Ober-Erlenbach 2:0 (0:0):  Bei tristem Wetter kamen lediglich 70 Zuschauer. Doch sie sollten ein Kreisoberliga-Match auf höchstem Niveau geboten bekommen - auch weil sich die Akteure voll aufs Fußballspielen konzentrierten und somit dem Schiedsrichter die Aufgabe erleichterten. Die Grün-Weißen waren taktisch gut eingestellt und fast eine halbe Stunde die überlegene Mannschaft. Mit zunehmender Dauer konnte sich der FCO aber Vorteile erspielen - und auf Flanke von Marco Rollow traf Nouri Jegham. Per Abstauber sorgte Masiullah Mahbubi für die Entscheidung.

"Unter dem Strich war der Sieg hochverdient, wir haben alles spielerisch gelöst, es macht richtig Spaß zuzuschauen", sagte Oberstedtens Sportlicher Leiter Rüdiger Rau und zog ein Hinrundenfazit: "Wir haben noch nie zwölf von 15 Spielen gewonnen - und sind nur Zweiter. Glückwunsch daher an Stierstadt."

Tore: 1:0 Jegham (80.), 2:0 Mahbubi (84.).

SGE Feldberg - FSG Weilnau/Weilrod/Steinfischbach 2:3 (1:2): Es lief schon die letzte Minute, da wurde Sören Hofmann von hinten im Strafraum attackiert. Jochen Schäfer ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte den Foulelfmeter. "Wir waren reifer und spieltechnisch besser. Die Gastgeber haben versucht, dies mit Kampf auszugleichen, sie agierten aber viel zu hektisch und häufig mit langen Bällen", sprach FSG-Vorstand Armin Klimmek von einem verdienter Sieg. "Den Elfmeter kann man geben, aber man muss ihn nicht geben. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen, in der zweiten Halbzeit hatten wir mehr vom Spiel", konstatierte SGE-Trainer Manfred Klug.

Unterdessen ist es nur noch Formsache, dass in der nächsten Saison die neue Fußballspielgemeinschaft (FSG) Merzhausen/Weilnau/Weilrod an den Start gehen wird. "Wir haben uns auf die Budgetplanung geeinigt. Die Verträge liegen unterschriftsreif vor", sagte Klimmek dazu.

Tore: 0:1 Dietrich (3.), 0:2 Heilhecker (23.), 1:2 Hoffmann (37.), 2:2 Egenolf (80.), 2:3 Schäfer (90.).

Eintracht Oberursel - SGK Bad Homburg 1:1 (0:1): Die vier späten Gegentore vor einer Woche beim 5:4-Sieg gegen Wehrheim/Pfaffenwiesbach hatten Spuren hinterlassen. Ohne Selbstvertrauen agierten die Oberurseler in der ersten Halbzeit und gerieten durch Marcus Ithen auch früh in Rückstand. "In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft eine Reaktion gezeigt", sah Eintracht-Trainer Mehmet Cetin "mehr Power" bei seinen Spielern. Murid Escandar glich Mitte des Spielabschnitts auch aus. Doch zwingende Chancen konnten die Gastgeber dann nicht mehr kreieren. Daher war das Unentschieden leistungsgerecht.

Tore: 0:1 Ithen (13.), 1:1 Escandar (65.).

Teutonia Köppern - FC Neu-Anspach II 5:2 (4:1): Mit vier Siegen in Serie im Rücken lässt's sich kicken. Jedenfalls zeigten die Gelb-Schwarzen in der ersten halben Stunde eine überragende Leistung. "Das war guter Kombinationsfußball, wir hätten noch mehr als vier Tore machen können", stellte Trainer Alexander Fievet fest.

Nach der Pause schlich sich allerdings ein wenig der Schlendrian ein, die Schritte fielen schwerer. Anspach war sogar am Anschlusstreffer dran, doch nach einem Konter machte Marcel Kötter alles klar - der Stürmer hatte mit einem gut getimten Kopfballtor auch für die frühe Führung gesorgt. Fievet: "Insgesamt gesehen ist der Sieg verdient."

Tore: 1:0 Kötter (8.), 2:0 L. Milic (15.), 3:0 Bannert (27.), 4:0 Schneider (29./Eigentor), 4:1 Qaiumi (44.), 4:2 Zejnullahu (61.), 5:2 Kötter (76.). 

STEFAN FRITSCHI

FV Stierstadt - SG Oberhöchstadt 7:1 (4:1): Von der 68. bis zur 81. Spielminute durfte sich Stürmer Tim Pelka ausruhen. Doch bevor es zur kurzen Pause kam, hatte der Top-Torschütze des Fußball-Kreisoberligisten FV Stierstadt schon dreimal zugeschlagen. Aber damit nicht genug: Als er für die Schlussminuten wieder auf den Platz zurückkehrte, trug er sich mit einem Abstaubertreffer sogar noch ein viertes Mal in die Torschützenliste ein (85.).

Mit seinem vierten Viererpack (!) in der laufenden Saison der Hochtaunus-KOL hatte der 26-Jährige großen Anteil am 7:1 (4:1)-Erfolg des FVS gegen die SG Oberhöchstadt.

"Pelka ist eine Versicherung", lobte Michael Zadravec, Mitglied im Spielausschuss des FV Stierstadt, den mit nun schon 39 Toren nach 15 Spielen erfolgreichsten Schützen im Kreis. "Wir haben eine gute Leistung gezeigt, gerade in der zweiten Hälfte. Aber es ist egal, wer die Tore schießt", bemerkte Pelka in bescheidener Manier. Seine Erfolgsserie bezeichnete er schlicht mit "einem guten Lauf".

Tim Pelka

Auch gestern eröffnete Pelka das Torfestival. Nach Flanke von Cody Warner konnte er bereits nach fünf Minuten den Ball im Tor der Oberhöchstädter unterbringen. Doch in der Folge kamen die Gäste besser in die Partie und erzielten nach einer knappen Viertelstunde durch Vincent Dupuy De la Grand Rive den bis dahin verdienten Ausgleichstreffer. Durch das Tor beflügelt, kamen die Oberhöchstädter noch zu ein paar weiteren Torchancen - etwa durch Darius Neumann, der aus kurzer Distanz am stark reagierenden Stierstädter Schlussmann Marcel Dumann scheiterte (23.).

Ab der 27. Minute zeigte sich dann die besondere Klasse des FV Stierstadt. Pelka bekam den Ball und dribbelte sich durch die teils überforderte Hintermannschaft der Gäste, ehe er mit einem platzierten Schuss zur 2:1-Führung einnetzte. Ab diesem Zeitpunkt dominierte Stierstadt das Geschehen: Nico Matticoli (39.) und wieder Pelka (45.) erhöhten entsprechend zum 4:1-Halbzeitstand.

Nach der Pause machte Stierstadt mit einem sehenswerten Freistoßtreffer durch Altan Sak den Deckel drauf (56.). "Damit war es entschieden", sagte der Sportliche Leiter Marco Hentsch. Ehe Pelka den Schlusspunkt in dieser einseitigen Partie setzte, durfte sich noch Warner in die Torschützenliste eintragen (58.).

Oberhöchstadts Trainer Joachim Hans sprach nach der Partie von "gravierenden individuellen Fehlern" seiner Mannschaft. "Wir haben dem Gegner oft den Ball in den Fuß gespielt", erklärte Hans, der aber bis zum 1:2 ganz zufrieden mit seinem Team war.

Mit dem neunten Sieg in Folge festigte Stierstadt die Tabellenführung, während Oberhöchstadt weiterhin auf Platz fünf rangiert. Pelka hat sein persönliches Saisonziel (30 Tore) schon längst übertroffen. Wenn er es in der Winterpause auf 60 korrigiert, wäre dies gewiss nicht vermessen.

BJÖRN HAHN

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