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Die Handballerinnen der TSG Oberursel laufen vor dem Anpfiff auf das Feld und klatschen sich ab.

Handball

TSG Oberursel: Im Spitzenspiel-Modus

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Gegen die Mittelhessinnen steht aus TSGO-Sicht noch nichts auf der Habenseite. Das soll sich heute ändern. Nach dem Günther’schen „Jetzt-erst-recht-Motto“.

Wer im Handball während einer Saison die beste Mannschaften sein möchte, der hat nicht nur die Meisterschaft als Ziel. Und der ebenfalls erstrebenswerte Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse hängt meistens sowieso direkt mit dem Titelgewinn zusammen. Nein, wer zum Saisonende Platz eins anpeilt, der möchte auch wirklich der Beste sein. Im Optimalfall bedeutet das, alle Spiele gewonnen oder keines verloren zu haben. Was aber sehr selten der Fall ist.

Die Handballerinnen der TSG Oberursel haben sich vorgenommen, gegen jeden Gegner zu punkten. Am heutigen Samstag entscheidet sich, ob das gelingt. Denn der TV Hüttenberg, der sich um 19.30 Uhr in der EKS-Sporthalle vorstellt, ist der einzige Kontrahent, gegen den dies in der laufenden Oberliga-Runde noch nicht gelungen ist.

Nicht nur für Trainer Paul Günther ist das Spitzenspiel „die zweite Chance auf Revanche hintereinander“. Gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden ist diese nach einem nervenaufreibenden Spiel zum Teil geglückt. Nach der 31:39-Niederlage am ersten Spieltag trotzte die TSGO dem direkten Verfolger diesmal beim 32:32 einen Zähler ab und behauptete somit die Tabellenführung. Gegen den Tabellenfünften Hüttenberg gibt es nun erneut etwas gutzumachen, nachdem das Hinspiel mit 21:24 verloren wurde. Den Rest der Vorrunde bestritt die TSGO dann siegreich.

Oberursels Coach hofft, dass seine Spielerinnen heute – wie schon in hervorragender Manier in der zweiten Halbzeit gegen Nieder-Roden – sich erneut in der Abwehr „viel bewegen und miteinander reden“. Dass Günther dieser Wunsch am wichtigsten ist, wird den einen oder anderen Anhänger überraschen, ist doch das Angriffsspiel das Prunkstück des Spitzenreiters. Mit Nieder-Roden (406 Saisontore) hat Oberursel (389) bisher mit Abstand am meisten Tore erzielt. Hüttenberg kommt im Vergleich nur auf 322. Günther weiß aber, dass sein Team nur dann sein Tempospiel aufziehen kann, wenn in der eigenen Deckung möglichst viele Bälle gewonnen werden können.

Wer sich in der Verteidigung darum kümmert, die körperlich robusten Hüttenbergerinnen zu ärgern, spielt gar keine so große Rolle. In Nieder-Roden bewiesen außer den etatmäßigen Abwehr-Organisatorinnen Michelle Okrusch und Selina Walde weitere Spielerinnen, dass sie das Zentrum zusammenhalten können.

Aber zum Verteidigen gehört auch Überwindung. Den Körperkontakt zu suchen, um den Wirkungskreis des Gegners einzuschränken. Die Mittelhessinnen bevorzugen diese Spielweise ohnehin. Was dazu führte, dass die TSGO im Hinspiel nur besagte 21 Tore warf. In allen anderen Partien dieser Saison waren es mindestens 29.

Gäste in Zugzwang

Was für die TSGO spricht: Auch auf den Hüttenbergerinnen lastet Druck. Sie müssen in Oberursel gewinnen, wollen sie noch einmal ins Titelrennen eingreifen. Die Anhänger standen außerdem zuletzt wie ein zusätzlicher Akteur hinter der Mannschaft. „Wir hoffen auch heute auf so tolle Unterstützung wie in Nieder-Roden“, sagt Günther.

Derweil freut sich der Übungsleiter darüber, dass seine Mannschaft vollzählig ist. Mit der aus England zurückgekehrten Kreisläuferin Alina Lindner trainiert auch die 15. Spielerin mit. Ihn freut auch, dass sich sein Team in der Winterpause angriffstaktisch weiter verbessert hat. Trotzdem wird es wieder schwer werden gegen den TVH. Wie in den drei bisherigen Spielen gegen diesen Gegner, die er als Oberurseler Trainer bisher erlebte – mit nur einem Punktgewinn. Wenn’s im Angriff aber mal hapert, dürfe sich das nicht gleich auf die Abwehr übertragen, sondern man müsse in den Jetzt-erst-recht-Modus umgeschaltet werden, fordert Günther. Wenn das gelingt, haben Oberursels Handballerinnen eine gute Chancen, auch gegen den elften von elf Kontrahenten dieser Saison erfolgreich gewesen zu sein.

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