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Beruf geht vor: René Zschieschang (li.) kann morgen nicht für seine SGK den Ball kontrollieren.

Derby in Friedrichsdorf

Das Spitzenspiel steigt morgen am Wiesenborn

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Der eine kann aus dem Vollen schöpfen, der andere muss zaubern und improvisieren – aber beide wollen morgen in Kirdorf den siebten Saisonpunkt holen.

Selbst Insider werden vor dem 3. Spieltag in der Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus ein wenig verwundert auf die Tabelle blicken und sich die Augen reiben. Aber die Tabelle lügt bekanntlich nicht: die Partie SGK Bad Homburg – SG Oberhöchstadt (15 Uhr) ist das Topspiel des morgigen Durchgangs. Die Kirdorfer liegen an dritter, Vorjahrsneuling Oberhöchstadt gar an zweiter Stelle und zählen mit vier Zählern aus zwei Spielen zu einem punktgleichen Spitzenquintett,

„Für mich ist das auch ein wenig überraschend, zumal es bei unserer Saisonvorbereitung nicht so rund gelaufen war“, bestätigt SG Oberhöchstadts Spielausschussboss Christian Oppermann. Der gelungene Saisonstart lasse aber niemanden abheben: „Wir halten die Bälle flach. Unser Ziel war und ist ein Platz im gesicherten Mittelfeld – nicht mehr und nicht weniger.“

SGO-Trainer Misin Zejneli kann personell morgen aus dem Vollen schöpfen, denn auch die Sperre von Alexander Weimerskirch ist ab sofort abgelaufen. „Wir werden uns bei der SGK Bad Homburg allerdings schon strecken müssen, wenn wir dort was holen wollen“, richtet sich Oppermann auf einen heißen Tanz am heißen Sonntag ein. Der letztjährige Liganeuling hat aber reichlich Selbstbewusstsein getankt, musste er doch in sämtlichen Punktspielen 2016 bislang nur zwei Niederlagen einstecken.

SGK Bad Homburgs Trainer Mohamed Chafchaoui würde mit seinem Kollegen Zejneli bestimmt gerne tauschen, denn: Ausfälle hat er zur Genüge. Allen voran fällt Torjäger René Zschieschang beruflich bedingt aus, so dass die Last des Toreschießens von Cüneyt Yalcin und „Kevin“ Osagie getragen werden muss. Deniz Vural kehrt erst am späten Sonntagabend aus dem Urlaub zurück, Daniel Feil wiederum stach gestern erst in Urlaub – und dann wären da noch die Ausfälle von Jamal Eltayeb (Leistenprobleme) und Ersin Dincer, der sich am „verlängerten Rücken“ verletzt hat. „Wir werden aber trotzdem elf Mann auf den Platz bringen“, sagt Chafchaoui und fügt hinzu: „Die SGO und auch wir haben so einige torgefährliche Spieler in unseren Reihen. Wer mich kennt, der weiß: Lieber ist mir ein 6:5 als ein 1:0.“ Fußballfans können sich also auf einen torreichen Nachmittag am Wiesenborn einrichten.

Zeitgleich erwartet der mit Niederlage und Sieg gestartete FSV Friedrichsdorf den noch sieglosen Nachbarn Teutonia Köppern zum Derby. „Bei uns lichten sich die Ausfälle zum Glück“, atmet FSV-Coach Metin Yildiz durch. Morgen seien nur noch Yasin Albayrak (Muskelfaserriss), Florian Fuchs (Spannblessur) und Jannik Werske (Rippenprellung) nicht startklar.

„Aber ganz gleich, wer nun da ist und wer fehlt: Bei diesem Derby wurden schon immer sämtliche Gesetzmäßigkeiten außer Kraft gesetzt. Das ist eine Nummer für sich, die auch schon immer sehr viele Zuschauer angelockt hat. Uns fehlt“, so Yildiz, „derzeit noch ein wenig die Leichtigkeit, da liegt noch viel Arbeit vor uns.“ Metin Yildiz nahm die Teutonia beim letztwöchigen 2:2 gegen die SGK Bad Homburg unter die Lupe: „Typisch Teutonia Köppern: fünf Chancen, zwei Tore. Die Mannschaft versteht es oft, aus wenig viel zu machen Und mit Thomas Weber verfügt sie über den besten Abwehrspieler der Liga, der auch bei Standardsituationen gefährlich ist.“

Auf Köpperner Seite wird Trainer Tim Platt morgen wieder im Einsatz sein. Während seines Urlaubs war er durch Torwart Gianni Santalucia und Spielausschuss-Boss Dominik Richter vertreten worden. Die Startniederlage bei der SpVgg Bad Homburg und das Remis gegen die SGK erinnert Köpperns Pressesprecher Werner Steuer an vergangene Spielzeiten: „Wir treffen einfach zu selten. Marcel Kötter fehlt uns wegen seines Bänderanrisses spürbar.“ Auch Mike Weber wird nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch im Vorbereitungsspiel gegen den SC Dortelweil II noch lange – wohl bis März 2017 – fehlen. „Wir werden aber trotzdem morgen nicht verschüchtert zum FSV fahren“, sagt Steuer. Und er verweist dabei darauf, dass mit Ömer Bakan, Luca Milic und Joel Sousa Santos alle Urlauber inzwischen wieder zurückgekehrt sind.

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