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Jubel bei den Sportfreunden Friedrichsdorf nach dem Gewinn der KOL-Meisterschaft

Fußball, Kreisoberliga Hochtaunus

Sportfreunde Friedrichsdorf: Souveräner Meister mit Ansage

Die SF Friedrichsdorf machten keinen Hehl aus ihren Ambitionen – und sie erfüllten in der Kreisoberliga die Erwartungen. Mit dem stark besetzten Team ging es seit seinem Fehlstart fast nur noch steil bergauf. Gipfeln könnte die Erfolgsserie am 30. Mai.

Es ist eine Meisterschaft und ein Aufstieg mit Ansage. Die Sportfreunde Friedrichsdorf haben nie verhehlt, dass dies ihr Ziel ist. Sie haben es erreicht, schon drei Spieltage vor Saisonende. Noch nie hatte es der Verein in die Gruppenliga geschafft. Die Mannschaft feierte damit den größten Erfolg in der seit 1974 andauernden Clubhistorie.

Alle Achtung: 112 Tore schoss der souveräne Tabellenführer bisher und kassierte in 26 Spielen nur 33 Gegentreffer. Nach dem Fehlstart von nur einem Zähler aus drei Spielen punktete die für Kreisoberliga-Verhältnisse außerordentlich gut verstärkte Mannschaft unter Enis Dzihic schon fleißig, ehe im Winter der Wechsel auf Trainer-Urgestein Bodo Dick erfolgte. Unter ihm verlor die Elf bis zum vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft nur noch zweimal. Vor zwei Wochen mit 2:3 gegen die SG Ober-Erlenbach. Das 1:4 zuletzt bei der FSG Weilnau/Weilrod/Steinfischbach kann noch dem Siegestaumel nach der Aufstiegsfeier zugeordnet worden.

Die Mannschaft um Kapitän René Krieg zeigte in der zweiten Saisonhälfte konstante Leistungen ohne große Schwankungen. Kein Kunststück angesichts der Qualität der Spieler, wird mancher Neider sagen. Aber aus guten Einzelspielern mit Erfahrung bis auf Hessenliga-Niveau muss auch erst einmal eine intakte Mannschaft geformt werden. Das klappt nicht automatisch. Da war die Entscheidung, Bodo Dick für eine Halbserie aus dem Trainer-Ruhestand zu holen, offensichtlich die richtige, auch wenn das damals im Januar viele überrascht hatte.

Dicks Dankeschön

An solch eine Serie kann sich der Meister-Trainer weder aus seiner Zeit als Spieler noch als Coach erinnern. Er erlebte bis dato ein Halbjahr mit 15 Spielen, von denen 13 gewonnen wurden. Vor der Brust haben die Sportfreunde in der Liga noch das Heimspiel gegen Eintracht Oberursel (Sonntag, 15 Uhr) und die abschließende Partie beim FV Stierstadt (24. Mai, 19.30 Uhr). Doch damit nicht genug: „Das Kreispokalendspiel am 30. Mai (um 18 Uhr in Usingen, Anm. d. Red.) wollen wir auch gewinnen. Bei dem sind die Königsteiner aber favorisiert“, sagt Dick, „unser Trainingsprogramm werden wir voll aufrecht erhalten.“

Die erfolgreichen Wochen und Monate basierten, wie der Coach erzählt, auf einem guten Klima. Im Verein habe einfach alles gepasst. „Wenn der Erfolg da ist, fällt automatisch alles leichter“ meint er. Dick lobt ausdrücklich die tolle Unterstützung seiner Co-Trainer wie Daniel Eick, der als Torwart-Trainer großartig arbeite. Genau so wie der ihm assistierende Spieler, Ex-Profi Alexandros Theodosiadis, dem er als Trainer eine gute Zukunft voraussagt. Theodosiadis wird auch in der Gruppenliga auf dem Feld der verlängerte Arm von Trainer Josip Coric sein, der aus der 2. Mannschaft befördert wird.

Über seine eigene Zukunft will Dick jegliche Spekulationen vermeiden. „Ich bin alt, es reicht jetzt“, sagt er trocken. Wenn das wirklich seine letzte Station war, hat er sich einen prima Abgang verschafft.

René Krieg: "Die Erwartung war riesig"

Für Mannschaftskapitän René Krieg, der vor sechs Monaten Vater einer gesunden Tochter wurde, war es persönlich wichtig, dass er nach langer Pause wegen einer Sprunggelenksoperation wieder den Anschluss gefunden hat. Vier Tore schoss der 31-jährige Mittelfeldspieler seitdem in drei Spielen. „Die Erwartung war riesig, wir hatten Druck von allen Seiten“, blickt er zurück. „Es war nicht so einfach, wie es jetzt in der Tabelle aussieht. Die Gegner waren gerade gegen uns immer hochmotiviert“, erzählt Krieg, dessen Vater Holger zu den Sponsoren des Vereins zählt und mit seinem leidenschaftlichen Engagement für den Amateurfußball auch ganz offen umgeht. Obendrein betreibt die Familie Krieg die Gaststätte „Alt Homburg“, in der nach dem entscheidenden 6:0 gegen die SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach spontan die Meisterfeier stieg – und bis in die Nacht gedauert haben soll. . .

Martin Schmidt, Sportlicher Leiter der Sportfreunde, ist glücklich, dass sogar vorzeitig das Ziel erreicht werden konnte. Zweifel habe er nie daran gehabt, nur der Zeitpunkt sei dann etwas überraschend gewesen (da Seulberg unerwartet in Kronberg gewann).

Schmidts Ziel: In neuer Liga etablieren

Schmidts Blick richtet sich schon auf die nächste, „sehr interessante Saison mit der vielleicht am besten besetzten Gruppenliga, die es je gab.“ Man wolle sich etablieren, ohne Abstiegsängste. Gesetzt wird auf den bisherigen Kader, der überwiegend zusammenbleibe, plus drei bis vier zielgerichtete Ergänzungen. Gerüchte mit bekannten Namen machen dazu die Runde. Schmidt aber winkt ab und meint dazu: „Unsere Möglichkeiten werden total überschätzt. Spieler aus dem Profilager werden sicher nicht gerade zu uns nach Friedrichsdorf wechseln.“ Theodosiadis war von Regionalligist Hessen Dreieich aufgrund privater Kontakte als Spieler in den Sportpark gewechselt.

Außer dem Kreispokalfinale an Christi Himmelfahrt in Usingen legen die Sportfreunde ihren Fokus nun noch auf die 2. Mannschaft, die sehr gute Chancen hat, aus der B- in die A-Liga Hochtaunus aufzusteigen. „Das ist ganz wichtig für uns. Ein Unterbau mit höherem Niveau hilft uns allen“, hofft Schmidt, bald das „Aufstiegs-Double“ feiern zu können. Und vielleicht wird ja sogar ein Tripel daraus.

WOLFGANG KULLMANN

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