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Mit unfairen Mitteln versucht der spätere Friedrichsdorfer Torschütze Deniz Pekgüzelyigit (r.) gegen Torben Selzer, Kapitän der Usinger TSG (Bildmitte), an den Ball zu kommen.

Fußball Hochtaunus, Gruppenliga Frankfurt

Wie die Sportfreunde Friedrichsdorf die Usinger TSG stoppten

Die Sportfreunde Friedrichsdorf sind immer für eine Überraschung gut – sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Diesmal zwingt der Aufsteiger einen Titelfavoriten in die Knie, ist aber nur eine Halbzeit besser.

Usinger TSG – SF Friedrichsdorf 1:2 (1:2). Die Kreisoberliga-Meister der Vorsaison aus Friedrichsdorf setzen ein Ausrufezeichen und schlagen den Verbandsliga-Absteiger aus Usingen auf dessen Platz. Es ist die erste Heimniederlage für die UTSG (nach insgesamt fünf Partien ohne Niederlage) und ein Rückschlag im Kampf um die Tabellenspitze. Dabei ging der Favorit sogar in Führung. In der 23. Minute waren die Gäste weit aufgerückt und wurden von den Hausherren nach einem Ballverlust überrollt. Am Ende des Konters schloss Tim Tilger aus dem Rückraum zum 1:0 ab. Doch Friedrichsdorf musste sich nur kurz schütteln. Schon fünf Minuten später glich Dino Cakovic aus, nachdem sich Deniz Pekgüzelyigit auf dem rechten Flügel durchgesetzt und die Flanke in den Strafraum gebracht hatte. Fünf Minuten vor der Pause war es erneut der schnelle Pekgüzelyigit, der auf der Außenbahn Fahrt aufnehmen konnte. Diesmal zog er zur Mitte, schloss selbst ab – und drehte mit seinem Tor das Spiel. „Die erste Halbzeit ging klar an uns. Usingen hatte keine klaren Torchancen erspielt“, sagte SF-Sportchef Martin Schmidt, der den erkrankten Trainer Josip Coric vertrat. Aufgrund der Eindrücke aus der zweiten Halbzeit, so Schmidt weiter, sei der Sieg für sein Team letztlich „ein bisschen glücklich“ gewesen. „Usingen hat dann sehr viel Druck aufgebaut, kam zu zwei, drei guten Möglichkeiten“, berichtet Schmidt, „doch wir konnten das 2:1 verwalten und über die Zeit bringen.“ Trotz des Erfolges und dem Anschluss an die Spitzenplätze dämpft Schmidt die Euphorie. Er wünscht sich in den nächsten Wochen mehr Konstanz, um einen Platz in der oberen Tabellenhälfte zu sichern. Tore: 1:0 Tilger (23.), 1:1 Cakovic (28.), 1:2 Pekgüzelyigit (40.). (rk)

FSV Friedrichsdorf - 1. FC-TSG Königstein 0:1 (0:1).  Der FSV findet weiterhin nicht rein in die Spielzeit. „Es ist wie in den letzten Wochen gewesen“, beklagte Trainer Metin Yildiz, „wir haben gefühlte 80 Prozent Ballbesitz, aber es passiert nichts.“ Chancen erspielt sich seine Mannschaft, nutzen kann sie momentan keiner. Anders der 1. FC-TSG Königstein bei seinem 1:0-Auswärtssieg. Nach einem Ballverlust der Hausherren verlagerte man mehrmals gut vom Flügel ins Zentrum und zurück, ehe Kaito Shimoda ins Eins-gegen-eins mit FSV-Keeper Kai Klug gebracht wurde. Der Japaner behielt die Nerven und erzielte die Führung (25.), an der sich bis zum Abpfiff nichts mehr tat. „Wenn du es nicht schaffst, zu Hause gegen Königstein auch nur ein Tor zu schießen, dann weiß ich nicht, ob meine Jungs den Ernst der Lage verstanden haben“, sagte Yildiz. Dass der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Roberto Gjuraj hervorstach, brachte den Coach zum Nachdenken. Gjuraj spielte aufgrund anhaltender gesundheitlicher Beschwerden seit Februar nicht mehr, trainiert erst seit einer Woche wieder mit und brachte dennoch mehr Energie auf den Platz als die Kollegen. Auch Königsteins Bayram Mechmet war nach der Partie nicht zum Jubeln zumute, trotz des Erfolges. „Wir müssen uns alles stets hart erarbeiten“, sagte der Coach, „manchmal wünschte ich mir, es würde uns etwas leichter fallen.“ Unterm Strich war er aber mit dem zweiten Spiel in Folge ohne Gegentor sehr zufrieden. (rk)

TSV Vatanspor Bad Homburg – Türk. SV Bad Nauheim 1:0 (1:0):  Der vorherige Tabellenzweite aus Bad Nauheim wurde am Freitagabend vom TSV Vatanspor ausgebremst. „Die erste Halbzeit ging klar an uns“, sagte Bad Homburgs Sportlicher Leiter Pedro Ribeiro. Eine Ecke von Alexander Ujma, der etwas zu weit geriet, konnte Elias Benhima im Strafraum annehmen und zurück an den ersten Pfosten spielen. Dort nickte Denilsson da Silva per Kopf zum Siegtor ein. Dass es bei diesem einen Treffer blieb, ist der einzige Kritikpunkt, den sich die Gastgeber gefallen lassen müssen. „Wir haben es leider verpasst, frühzeitig die Vorentscheidung herbei zu führen“, sagte Ribeiro, „und im zweiten Durchgang wurde Bad Nauheim dann auch stärker.“ Mit einer guten, weil geschlossenen Mannschaftsleistung habe man die Führung aber verteidigen können. Wenn die Gäste dann trotzdem zu Gelegenheiten kamen, war Keeper Jan Oliver Bieker zur Stelle. Die Bilanz des Absteigers aus der Verbandsliga ist nach holprigem Saisonstart nun ausgeglichen: Nach 10 Spielen stehen jeweils vier Siege und Niederlagen sowie zwei Remis zu Buche. Das ergibt Rang zehn. Tor: 1:0 Da Silva (38.). (rk)

DJK Bad Homburg – TSG Niederrad 6:1 (2:0).  Dass Trainer Enis Dzihic auf die vielzitierte Euphoriebremse tritt, hat nicht unbedingt mit der Verbesserung seiner Elf auf den zweiten Tabellenplatz zu tun und der Serie von nun schon sieben Spielen ohne Niederlage. „Man muss das alles einordnen, ich sehe ja die Art und Weise, wie wir gespielt haben“, sagte der A-Lizenz-Inhaber. Am Ende sei der Sieg gegen den Aufsteiger zwar auch in der Heimsieg Ordnung gewesen, jedoch habe Niederrad in den ersten 20 Minuten die bessere Mannschaft gestellt. Erster Knackpunkt waren dann das Foul von Abidin Pamuk an Ibrahim Cigdem und der verwandelte Elfmeter durch Soufian Chihab. Kurze Zeit darauf stellte Schiedsrichter Philipp Reich (Kelsterbach) TSG-Torwart Onay Sen vom Platz, der den am Boden liegenden Julian Paul getreten haben soll (26.). In Überzahl legte die DJK nach einer schönen Kombination über Jean Luc Jänsch und Torschütze Cigdem nach. Und nachdem Torjäger Robert Kohns aus abseitsverdächtiger Position die Gäste noch vor der Pause herangebracht hatte, stellte Christopher Skoczny schon im ersten Angriff nach der Pause den alten Abstand wieder her – 3:1. Chihab mit seinem schon achten Saisontor, nochmals Cigdem und Augustincic (73.) erhöhten. Niederrad war zum Zeitpunkt des letzten Gegentores nur noch zu neunt, weil sich ein Spieler verletzt hatte, das Auswechselkontingent aber bereits erschöpft war. DJK-Trainer Dzihic ist gespannt, wie weit seine Mannschaft in ihrer Entwicklung schon ist. Zeigen wird sich das vermutlich am Mittwoch (20 Uhr), wenn es zum 9:2-Sieger des Wochenendes, die FG Seckbach, geht. Tore: 1:0 Chihab (23./FE), 2:0 Cigdem (39.), 2:1 Kohns (45.), 3:1 Skoczny (46.), 4:1 Chihab (58.), 5:1 Cigdem (63.), 6:1 Augustincic (73.). (rem)

FC Neu-Anspach – FC Karben 3:0 (1:0). Anspachs Trainer Jörg Loutchan scheint die optimale Formation gefunden zu haben. Die gleiche Elf, die auch das 5:1 in Gronau herausgespielt hatte, schlug ebenso souverän die Gäste aus Karben. „Es war nichts Spektakuläres“, schränkte Loutchan sogleich ein, „wir haben den Gegner 90 Minuten unter Kontrolle gehabt.“ Marvin Akkus Rodriguez, vor der Saison von Türk Gücü Friedberg gekommen, sorgte für die beruhigende 2:0-Führung. Erst war er nach einer Ecke per Kopfball zur Stelle (16.), dann verwertete er einen Abpraller (53.). Nach einem Spielzug über die Außenposition gelang zudem Kyle Howie sein neunter Saisontreffer. „Wir werden bald sehen, was diese Siege wert sind“, sagte Loutchan. Am Donnerstag (15 Uhr) geht es für den neuen Tabellensiebten zum Spitzenreiter Spvgg. Oberrad. Tore: 1:0, 2:0 Akkus Rodriguez (16., 53.), 3:0 Howie (78.). (rem)

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