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Kategorie „Mannschaft des Jahres“: Diese Teams stehen zur Wahl

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Diese fünf Mannschaften stehen zur Wahl.
Diese fünf Mannschaften stehen zur Wahl: die Segelflieger des LSC Bad Homburg (unten), die Sportgymnastik-Kürgruppe des TV Seulberg (links), die Fußballer des 1. FC-TSG Königstein (oben), die Beachhandballer der Beachmopeten Oberursel (Mitte) und die Inlinehockeyspieler des U20-Teams der Taunus Wild Hogs (rechts). © FNP

Die Taunus Zeitung ruft zur Sportlerwahl 2021 im Hochtaunus auf. Wir stellen Ihnen die Teams vor, die in der Kategorie „Mannschaft des Jahres“ nominiert sind.

Bad Homburg - Auch in diesem Jahr sind fünf Mannschaften in der Kategorie „Mannschaft des Jahres“ nominiert. Wir stellen die Teams in kurzen Porträts vor. Anschließend können Sie hier für Ihre Sportler des Jahres abstimmen. 

LSC Bad Homburg: Wenn ein Verein in die 1. Liga fliegt

Der Star ist die Mannschaft, heißt es im Sport oft, wenn ein Team besonders gut harmoniert. Im Falle des Luftsportclubs (LSC) Bad Homburg ist der Verein die Mannschaft. Eine sehr erfolgreiche noch dazu. Denn die Segelflieger des LSC, der seinen Sonderlandeplatz auf Neu-Anspacher Gemarkung hat, sind in die 1. Bundesliga aufgestiegen. Das ist eine Premiere.

Punkte kann für die Ligawertung theoretisch jeder Segelflugsportler eines Clubs beitragen (dem LSC sind in vier Sparten 140 Aktive angeschlossen). Geflogen wurde in der 2. Bundesliga schließlich an 15 Wochenenden, von April bis August – jeweils die drei schnellsten Flüge jedes Segelflug-Vereins wurden nach dem Formel-1-Prinzip gewertet. Dreimal konnte der LSC Bad Homburg eine Runde gewinnen und somit die volle Punktzahl einfahren. Nils Deimel war der Schnellste: Er flog am 22. Mai mit einer Geschwindigkeit von 148 km/h in seinem Discus 2 allen davon und legte 991 Kilometer zurück. Am Ende trugen 14 Piloten zum Gesamterfolg bei: Rang fünf bedeutet für die nächste Saison das Startrecht in der deutschen Beletage.

International hatte LSC-Segelflieger Jan Omsels auf sich aufmerksam gemacht. Bei den Weltmeisterschaften in Frankreich wurde er nach zwei harten Wettbewerbswochen im August Vizeweltmeister in der Standardklasse. (rem)

1. FC-TSG Königstein: Sie ärgerten die Offenbacher Kickers

„Es war einfach ein toller Abend. Momente für die Ewigkeit.“ Till Sommerfeld, Trainer des 1. FC-TSG Königstein, hatte allen Grund, um pathetisch zu werden. Nach dem Losglück fehlte es seiner Gruppenliga-Mannschaft nur etwas am Spielglück. Andernfalls hätte der Underdog den haushohen Favoriten aus der Regionalliga Süd, Kickers Offenbach, aus dem Hessenpokal geworfen.

1:2 stand es am 24. November nach der Drittrunden-Partie auf dem Kunstrasen am Kreisel. Durch ein Tor von Finn Patrick Döhla hatten die Gastgeber vor den knapp 800 erlaubten Zuschauern sogar geführt und später die verdutzten Profis vom Bieberer Berg fast in die Verlängerung gezwungen.

Nicht nur Vorsitzender Ari Bizimis war entzückt: „Dieses Spiel ist eine Belohnung für den ganzen Verein“, hatte er am Rande der für den Club denkwürdigen Partie gesagt. Seit Jahren ist der einstige Zusammenschluss aus 1. FC Königstein und Fußball-Abteilung der TSG Falkenstein im Hochtaunuskreis das Aushängeschild für hervorragende Jugendarbeit und zählt auch hessenweit in dieser Hinsicht zu den fleißigsten Vereinen. Rund 600 Kinder und Jugendliche kicken bei den Burgstädtern in 26 Teams. Einige davon inzwischen auch in der 1. Mannschaft, die in der Gruppenliga eine gute Rolle spielt (5.) und an jenem Novemberabend den OFC mächtig ärgerte. (rem)

Beachmopeten Oberursel: Zum Champions Cup in den Sand von Palermo

Man stelle sich vor, die Fußballer von Eintracht Frankfurt haben sich für die Europa League qualifiziert, müssen aber erst Geld auftreiben, um überhaupt zu einem Auswärtsspiel antreten zu können. Dieses Horrorszenario, das die Adlerträger nie ereilen wird, war für Beachhandballer aus Oberursel die zu erwartende hohe Hürde.

Die Sportart wird vom Deutschen Handball-Bund zwar wegen der zwischenzeitlichen Aussichten, ins olympische Programm aufgenommen zu werden, gefördert. Das betrifft aber die Nationalmannschaften und nicht die Beach-Teams mit Amateurhandballern ab der Regionalliga abwärts, die sonst in der Halle ihrem Hobby nachgehen. In den wärmeren Monaten schlug 2021 auf den Sandplätzen die Zeit der „Beachmopeten“, wie sich das Team aus dem Dunstkreis der TSG Oberursel um Beach-Nationalspieler Niklas Haupt nennt.

Durch mehrere gute Platzierungen bei der coronabedingt verkürzten Turnierserie „German Beach Open“ führten die aktuellen und ehemaligen TSGOler am Ende das Jahresranking an. So erhielten die Beachmopeten trotz des vorzeitigen Ausscheidens beim Finalturnier um die DM ein Ticket zum „EHF Champions Cup“ in Palermo. Und nachdem die seit 2015 bestehende Mannschaft per Crowdfunding Geld gesammelt hatte, ging’s nach Süditalien. Platz sieben unter 15 Teams war beim Europacup der Beachhandballer dann aller Ehren wert. (rem)

TV Seulberg: „Daheim“ gelingt der größte Erfolg

Diesen Moment werden sie wohl nie vergessen. Als sie auf die zweite Stufe des Siegerpodestes stiegen und den Anhängern in der Friedrichsdorfer Philipp-Reis-Schulsporthalle zujubelten. Diana Ritter, Julia Habrom, Isabel Frank sowie die Schwestern Chantal und Fabienne Harreus vom TV Seulberg hatten sich ihren sportlichen Traum ausgerechnet vor eigenem Publikum verwirklicht. Sie gewannen beim Deutschland-Cup, den nationalen Titelkämpfen der „Breitensport-Variante“ der Rhythmischen Sportgymnastik, die Silbermedaille unter den Kürgruppen der Altersklasse 15+.

Erstmals hatte ihr Verein das dreitägige Event auf die Beine gestellt. Dafür hatten sowohl Turnerinnen als auch Verantwortliche lange ausharren müssen. Eigentlich war der „D-Cup“ für ein Juni-Wochenende im Jahr 2020 vorgesehen, er ist dann aber wegen der Corona-Pandemie zweimal verschoben worden. Für die Leistungsgruppe von Trainerin Simone Drott bedeutete dies, sich zur Not in harten Lockdown-Zeiten im eigenen Wohnzimmer fit zu halten oder nur zu zweit in der Sporthalle – vier Mal pro Woche, je nachdem, was gerade erlaubt war. Auch eine Verletzung von Diana Ritter steckte die Gruppe weg. In wenigen Wochen übten die Turnerinnen ihren zweiminütigen Auftritt ein, der im zweiten Durchgang alle von den Sitzen riss. „Das war“, schwärmte nicht nur Isabel Frank, „ein bombastisches Feeling.“ (rem)

Taunus Wild Hogs: In lockerer Atmosphäre zum DM-Titel

Manche mögen’s schnell. Das trifft bestens auf die U20-Mannschaft der Taunus Wild Hogs zu – und dies in zweifacher Hinsicht. Die jungen Akteure des Teams der TSG Friedrichsdorf spielen mit Inlinehockey nicht nur eine rasante Sportart, sondern gewannen nur wenige Monate nach ihrer Gründung die deutsche Meisterschaft. In elf von zwölf Saisonpartien, die, auf fünf Turniere verteilt, durchgeführt wurden, gingen die „Wildschweine“ siegreich vom (Spiel-)Feld – eine wahrlich meisterliche Bilanz.

„Wir haben von Anfang an eine sehr, sehr gute Saison gespielt“, sagt Tim Wiesner (18), einer der führenden Wild Hogs und zugleich Auswahlspieler. Die „gute Chemie“ in der Mannschaft, viele kennen sich schon einige Jahre, sei die Erfolgsbasis gewesen. Und viele Talente spielen mit. „Fast alle sind Nationalspieler“, bemerkt Wiesner. Auch einer aus Namibia ist dabei: Pablo Laporte. Der Afrikaner avancierte zum Torjäger. Für die Wild Hogs ist Inlinehockey nicht nur ein aufregendes Spiel, man trifft sich auch unter Freunden. „Wir haben eine sehr lockere Atmosphäre“, sagt Wiesner. Dies habe dazu beigetragen, die jüngeren Spieler im Alter von 16 und 17 Jahren gut zu integrieren und bei ihnen einen Leistungsschub zu bewirken.

Weitere Taten zeichnen sich ab. Wiesner: „Wir haben vor, wieder eine U20-Mannschaft zu melden – und wir wollen den Titel verteidigen.“ (fri)

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