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Kategorie „Sportler des Jahres“: Diese Kandidaten stehen zur Wahl

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Diese fünf Sportler stehen zur Wahl.
Diese fünf Sportler stehen zur Wahl: (von links) Pascal Brendel, Henry Graf, Oliver Koletzko, Oliver Klemet und Tim Pütz. © FNP

Die Taunus Zeitung ruft zur Sportlerwahl 2021 im Hochtaunus auf. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor, die in der Kategorie „Sportler des Jahres“ nominiert sind.

Bad Homburg - Auch in diesem Jahr ist ein Quintett in der Kategorie „Sportler des Jahres“ nominiert. Wir stellen die Kandidaten in kurzen Porträts vor. Anschließend können Sie hier für Ihre Sportler des Jahres abstimmen. 

Pascal Brendel: Schritt für Schritt zum großen Ziel Olympia-Gold

Er strebt das Maximum an: Eine Goldmedaille am Reck bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris ist das ganz große Ziel von Pascal Brendel. Das 18-jährige Turntalent hat 2021 auf dem Weg dorthin die nächsten Schritte zurückgelegt.

Vor allem in der Bundesliga-Riege der KTV Straubenhardt hat der Wehrheimer nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht. Bereits beim Gewinn der siebten deutschen Meisterschaft im Jahr 2019 stand Brendel im Kader des Vereins aus dem nördlichen Schwarzwald. 2021 war er dann an fünf Geräten daran beteiligt, dass die KTV in Neu-Ulm das „kleine Finale“ gegen den Siegerländer KV deutlich mit 49:28 für sich entschieden hat.

2021 ist für Pascal Brendel das Übergangsjahr aus dem Nachwuchsbereich zu den Senioren gewesen. Der elfmalige deutsche Jugendmeister, der im Juni 2021 in Halle an der Saale Champion am Reck, „Vize“ an den Ringen und Dritter im Mehrkampf geworden ist, hat mit der Hessenauswahl darüber hinaus den Pokalwettbewerb des DTB gewonnen.

Im Perspektivkader ist eine optimale sportliche Betreuung und Förderung für den Schüler der Oberurseler Feldbergschule garantiert, der 2009 unter Trainer Ralf Schwalbe bei der SGK Bad Homburg das Einmaleins des Turnens erlernt hat. 2012 folgte der Wechsel zur Frankfurter Eintracht, 2019 schloss sich das Talent der KTV Straubenhardt an.

Brendels großes Vorbild ist Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen, unter dessen Vater Wolfgang er im Landesleistungszentrum in Wetzlar trainiert. Zudem coacht Papa Matthias Brendel seinen Sohn. (sp)

Henry Graf: Mit dem Potenzial für die Sommerspiele in Paris

Wenn ein Sportler in seiner Disziplin so erfolgreich ist, fällt es gar nicht so leicht, seinen größten Erfolg auszudeuten. Gemessen an den Reaktionen, die Henry Graf selbst zeigte, war dieses Top-Resultat im Jahr 2021 für den Seriensieger auf der Triathlon-Kurzstrecke vielleicht sogar ein dritter Platz. Den hatte der inzwischen 20-jährige Königsteiner bei den deutschen Meisterschaften in Berlin belegt – in der Hauptklasse, bei den Männern. „Das ist richtig krass, damit habe ich nicht gerechnet. Eine Medaille war eine Traumvorstellung vor dem Rennen“, kommentierte Graf im Juni seine Zeit von 50:55 Minuten nach 750 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Radfahren und 5 Kilometern Laufen. Olympiateilnehmer Justus Nieschlag lief vier Sekunden vor ihm ins Ziel.

Wer weiß, vielleicht hätte der Ausnahmetriathlet des MTV Kronberg sogar schon die Qualifikation für die Sommerspiele in Tokio geschafft, wenn er hätte mitmachen dürfen. Aufgrund fehlender internationaler Resultate war Graf von der Deutschen Triathlon-Union dafür nicht nominiert worden. Noch nicht, muss man wohl jetzt nach der Saison sagen. Denn der Sohn der früheren Triathlon-Europameisterin Sabine Büscher wurde nach dem Gewinn der deutschen U20-Meisterschaft in Jena auch in nicht minder souveräner Manier U20-Europameister in Kitzbühel. Zudem holte er noch mit der gemischten Staffel EM-Gold. Bei den Weltmeisterschaften in Quarteira (Portugal) schließlich lag Graf nach dem Radfahren ebenfalls vorne, ehe ihn muskuläre Probleme im Feld weit zurückwarfen. (rem)

Oliver Klemet: Auf die internationale Bühne gekrault

2021 ist Oliver Klemet in der internationalen Schwimmelite angekommen. Bei seiner Freiwasser-EM-Premiere in der Erwachsenenklasse schlug der 19-jährige Wehrheimer nach zehn Kilometern im Lupa-See bei Budapest als Zwölfter an. Nicht zu schlagen war der angehende Abiturient, der auch mal unter Aufsicht der Trainer eine Klausur im Höhentrainingslager in Spanien schreibt, bei der Freiwasser-DM im Juni in Münster: Drei Starts über fünf und zehn Kilometer sowie mit der Staffel seines Vereins SG Frankfurt brachten insgesamt fünfmal Gold (Erwachsene und Jugend).

Bei der im Juli in Paris ausgetragenen Jugend-EM kraulte „Olli“ zu Doppel-Silber im Einzel und mit der DSV-Mixed-Staffel. Zum Ende des Jahres dann der erste Start bei einem Weltcup-Rennen: Vom „Aquatics Festival“ aus Abu Dhabi kehrte er im Sog von Topstar Florian Wellbrock (SC Magdeburg) mit einer Staffel-Bronzemedaille und Platz elf im Freiwasser-Einzelrennen zurück.

Seine Ausdauerstärke bewies das große Schwimmtalent aus dem Taunus auch im Becken: Bei der DM in Berlin glänzte er mit drei Silbermedaillen über 400 Meter, 800 Meter und 1500 Meter Freistil, startete im November erstmals bei einer Kurzbahn-EM und knackte im Dezember mit persönlichen Bestmarken die EM-Norm über 800 Meter sowie die WM-Norm über 1500 Meter Freistil.
Zu den größten Herausforderungen dieses Jahres wird für den Carl-von-Weinberg-Schüler gehören, die internationalen Titelkämpfe und verschiedene Trainingslager mit den Abiturprüfungen unter einen Hut zu bekommen. (kig)

Oliver Koletzko: Er hat an den 8 Metern schon gekratzt

An diesen Moment wird sich Oliver Koletzko bestimmt noch lange erinnern. Es war ein Gefühl, bei dem es „emotional von null auf hundert ging“, sagte der Weitspringer aus Schmitten-Dorfweil in der Retrospektive, wenn es um den schönen Sommertag im Juli geht. Der Noch-17-Jährige war bei den Europameisterschaften der Altersklasse U20 im estnischen Tallinn als einer der Jüngsten angetreten und hatte im letzten Versuch „einen rausgehauen“, wie es unter Leichtathleten so schön heißt: 7,98 Meter, das bedeutete die Goldmedaille. Koletzko heulte noch auf der Tartanbahn wie ein Schlosshund. Es habe „alles rausgemusst“, erzählte er.
Mit seiner Weite ist der Schüler der Adolf-Reichwein-Schule in Neu-Anspach, der für den Wiesbadener LV startet, nur noch acht Zentimeter vom deutschen Jugendrekord entfernt. Den hält Ron Beer (Dynamo Berlin) seit 1984.

Dass „Olli“ Koletzko an die Achtmetermarke heranspringen kann, hatte er freilich schon im Mai unter Beweis gestellt. Bei einem Meeting seines Vereins erreichte er 7,90 Meter. Das bedeutete Hessenrekord. Für seine weiteren Erfolge musste der Youngster aus dem Hochtaunus 2021 nicht ganz so weit springen: Für den deutschen U20-Titel in Rostock reichten ihm 7,76 Meter. Dritter der Männerkonkurrenz wurde er bei der DM in Braunschweig mit 7,60 Metern. Für die Leser eines Fachmagazins Grund genug, Koletzko zum „Juniorsportler des Jahres“ zu küren. Im Hinblick auf 2022 äußerte sich der Shooting-Star bescheiden: Er wolle Konstanz in seine Sprünge bringen. (rem)

Tim Pütz: Als Doppelspezialist im Davis Cup noch unbesiegt

Das Jahr 2021 wird Tennis-Profi Tim Pütz aus Usingen trotz der Corona-Pandemie in bester Erinnerung bleiben. Zum einen, weil er am 6. Januar erstmals Vater wurde – zum anderen in sportlicher Hinsicht, weil das zurückliegende Kalenderjahr das erfolgreichste in seiner Profikarriere gewesen ist. Der gebürtige Frankfurter, der seit einigen Wochen wieder in Usingen lebt, wo er seine Jugend verbracht hat, ist nämlich in der Doppel-Weltrangliste nach oben geschossen wie eine Rakete.

Nach seiner bislang besten Platzierung auf Rang 17 am 15. November 2021 stand der 34-Jährige am Jahresende auf Position 18, war als Mitglied der deutschen Davis-Cup-Mannschaft im Doppel auch nach acht Einsätzen noch immer ungeschlagen und hatte in der Saison auf der ATP-Tour nicht weniger als vier Turniere gewonnen: am 2. Mai in Estoril und am 23. Mai in Lyon mit dem Monegassen Hugo Nys als Partner sowie am 18. Juli in Hamburg und am 7. November in Paris mit dem Neuseeländer Michael Venus.
Darüber hinaus nahm Pütz noch an den Olympischen Spielen in Tokio teil, die nicht zuletzt durch die Goldmedaille von Alexander Zverev im Herren-Einzel für den DTB eine historische Bedeutung erlangt haben. Im Doppel erreichten Pütz und sein Partner Kevin Krawietz das Achtelfinale.

Mit Krawietz zusammen war der Profi aus dem Taunus zu Beginn des neuen Jahres schon wieder für Deutschland im Einsatz, wobei das Team beim ATP-Cup in Sydney allerdings das Aus in der Vorrunde ereilte. Bei den Australian Open in Melbourne erreichte er mit Michael Venus dann das Viertelfinale. (sp)

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