Diese fünf Herren stehen in diesem Jahr zur Wahl in der Kategorie „Sportler des Jahres 2020“.
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Diese fünf Kandidaten sind für die Wahl in der Kategorie „Sportler des Jahres 2020“ nominiert: (von links) Jörg Schmidtke, Max Grabosch, Oliver Koletzko, Nicholas Engels und Oliver Stork.

Sportlerwahl im Hochtaunus

Kategorie „Sportler des Jahres“: Diese Kandidaten stehen zur Wahl

Die Taunus Zeitung ruft zur Sportlerwahl im Hochtaunus auf. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor, die in der Kategorie „Sportler des Jahres“ nominiert sind.

Hochtaunus - Fünf Herren sind in der Kategorie „Sportler des Jahres“ nominiert. Wir stellen die Sportler in kurzen Porträts vor. Anschließend können Sie hier für Ihre Sportler des Jahres abstimmen. 

Nicholas Engels: Ein bodenständiger Typ mit dem Zeug zum Profi

Laut einer ARD-Recherche schafften es aus den U19-Mannschaften der Bundesligisten seit dem Jahr 2010 gerade einmal 3,5 Prozent zum Erstliga-Profi. Den A-Junioren seines Vereins Mainz 05 gehört Nicholas Engels noch gar nicht an. Aber es gibt nicht wenige, die dem 16-jährigen Bommersheimer zutrauen, einmal in der 1. Bundesliga zu spielen.

Auch im verflixten Corona-Jahr 2020 bastelte der Oberurseler Feldbergschüler an seiner sportlichen Laufbahn, die in seine berufliche münden könnte, so gut es ihm möglich war. Der Spiel- und Trainingsbetrieb litt für Jugendfußballer ganz schön, auch die Nachwuchsleistungszentren der Bundesligisten boten im Frühjahr länger kein Mannschaftstraining an. Kurzerhand fungierte sein früherer D-Jugend-Trainer vom 1. FC-TSG Königstein, Wolfgang Schmidt, als Aushilfscoach fürs Einzeltraining, den Platz stellte sein Heimatverein SV Bommersheim gerne zur Verfügung.

Das passt zu Nicholas Engels. Der pfeilschnelle und robuste Innenverteidiger ist ein bodenständiger Typ. „Ich möchte 2021 erstmal mein Abitur machen“, sagte er am Rande einer Länderspielreise zu seinen Zielen. Längst ist „Nickel“, wie den jungen Mann alle rufen, nicht nur zum Kapitän der U17-Bundesliga-Mannschaft des FSV Mainz 05 gereift. Seit seinem Debüt im Mai 2019 gehört er auch den Jugendauswahlteams des DFB an. Für die U17 konnte er Corona-bedingt im vergangenen Jahr „nur“ zu Einsätzen gegen Belgien und Dänemark kommen. Insgesamt durfte Nicholas Engels schon sieben Mal das deutsche Trikot als Spieler überstreifen. Anfang Januar an der Schulter operiert, hofft das große Fußballtalent aus dem Oberurseler Stadtteil Ende Februar wieder mit den Training zu beginnen. (rem)

Max Grabosch: Er kommt locker auf 90 Kilometer pro Woche

Für Max Grabosch war es das erste Jahr im Trikot des Königsteiner LV – und was für eines. Seine Bilanz ist trotz nur weniger Wettkämpfe beeindruckend. Gleich im ersten Rennen der Saison krachte es, obwohl die 10 000 Meter bei der Lauf-Gala in Regensburg für ihn eine Premiere auf der längsten offiziellen Bahndistanz waren. Der 18-jährige Schüler der Carl-von-Weinberg-Schule in Frankfurt spulte die 25 Runden in überragenden 30:19,20 Minuten ab. Die schnellste Zeit eines deutschen Läufers in der Altersklasse U20 seit Jahren. Kein Wunder, dass Grabosch damit auch die deutsche Jahresbestenliste seiner Klasse mit großem Vorsprung anführt.

Aber auch auf den kürzeren Bahndistanzen ist Max Grabosch, der aus einer sportverrückten Familie in Dreieich stammt, eine Klasse für sich. Über 5000 Meter markierte er bei einem Meeting in Dortmund 14:43,02 Minuten (4. in Deutschland). Auf der 1500-Meter-Distanz stehen für ihn 3:54,83 Minuten (10. in Deutschland) zu Buche. Dass Grabosch auch auf der Straße flott unterwegs sein kann, zeigte er bei einem Einladungsrennen in Berlin. In 30:31 Minuten schrammte der Athlet des Königsteiner LV nur knapp am U20-Hessenrekord vorbei und ist bundesweit in dieser Disziplin die Nummer drei.

Auch 2021 gehört Grabosch, für den Trainingsumfänge von 90 Kilometern pro Woche keine Seltenheit sind, noch der U20 an. Abhängig von der Corona-Situation würde das große Lauftalent gerne auch international starten – am liebsten bei der Nachwuchs-EM in Tallinn (15. bis 18. Juli). Es wäre der nächste Schritt von einigen, die Grabosch in seiner Karriere noch zurücklegen möchte. Am liebsten wäre er einmal bei Olympia im Marathon unterwegs. (jp/rem)

Oliver Koletzko: Die magischen 8 Meter sind nicht mehr weit

Oliver Koletzko möchte in seinem Leben weit kommen – im wahrsten Sinne des Wortes. Auf die Weite von 7,75 Metern hat der Schmittener es schon geschafft, damit ist der 17-jährige Weitspringer bundesweit der gleichaltrigen Konkurrenz um einiges voraus. Bei der U18-DM in Heilbronn ließ das Leichtathletik-Talent seinen Herausforderern keine Chance, und bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Neubrandenburg behauptete er sich gegen viele ältere Kontrahenten und holte den U20-Titel. Es überrascht angesichts dieser Güteklasse nicht, dass Koletzko bei Sportfesten auch schon im Wettbewerb der Männer mitspringt.

Wegen der Einschränkungen in Corona-Zeiten waren die Bedingungen bescheiden, teils musste er individuelles Training absolvieren – trotzdem ist ihm 2020 ein deutlicher Leistungssprung gelungen. Einen weiteren nimmt der 1,80-Meter-Bursche in diesem Jahr ins Visier. Jetzt gilt es, sich bei U20-Titelkämpfen auf internationaler Ebene zu beweisen. Vielleicht gelingt es dem Youngster sogar, die magische 8-Meter-Marke zu knacken. Zum deutschen U20-Weitsprungrekord fehlten dann nur noch sechs Zentimeter. Was dieses Ziel betrifft, bleibt der junge Mann auf dem Boden. Frei nach dem Motto: Mit Leichtigkeit kommt das schon von alleine.

Bei der SG Anspach machte Oliver Koletzko, damals als Achtjähriger, seine ersten Sprünge. Später wechselte das Talent zur TSG Wehrheim, ehe nach der Nominierung für den Landeskader der Schritt zum Wiesbadener LV folgte. In Neu-Anspach besucht er weiterhin die Adolf-Reichwein-Schule – dort geht es dann eher um Dreisatz als um weite Sätze. (fri)

Jörg Schmidtke: Aus dem Abseits auf den Platz

Dass sich der Bad Homburger Jörg Schmidtke zunächst einmal darüber verwundert zeigte, warum ausgerechnet er für 2020 als Sportler des Jahres nominiert wurde, passt irgendwie ins Bild. Schon das erste Interview mit dem gebürtigen Rheinländer, der einen schweren Schicksalsschlag klaglos annahm, imponiert Zuhörern sehr.

Nach einem unverschuldeten Motorradunfall im Oktober 2013 und zwei Tagen im Koma musste Schmidtke zunächst der linke Fuß amputiert werden. Im Juni 2015 folgte die Amputation seines linken Unterschenkels. Viele weitere Operationen musste er über sich ergehen lassen. Trotz allem begann der begeisterte Hobbyfußballer im gleichen Jahr wieder mit dem Sporttreiben.

Im Sommer 2019 kam Schmidtke mit seinem heutigen Club „Anpfiff Hoffenheim“ in Kontakt, einem Verein für Menschen mit Amputationen, und läuft für die Mannschaft auf. Er trainierte auch schon mit der deutschen Amputierten-Fußballnationalmannschaft. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern hat der 47-Jährige es sich zur Aufgabe gemacht, der Sportart zu mehr Öffentlichkeit zu verhelfen – und das mit Erfolg.

Trotz Pandemie habe 2020 der große Plan, in Deutschland einen Ligabetrieb in Form einer Turnierserie aufzubauen, realisiert werden können, erzählt Schmidtke. Darüber hinaus entstanden auch neue Kooperationen, etwa mit dem Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband (HBRS).

2020 war für den Amputierten-Fußball also kein verlorenes Jahr. So kann es für Jörg Schmidtke und seinen Sport 2021 weitergehen. Vielleicht sogar als Nationalspieler bei der Europameisterschaft, die in dieses Jahr verschoben worden ist. (snd)

Oliver Stork: Die Goldmedaille, die ein Meilenstein ist

„Mit 17 hat man noch Träume“ lautet der Titel eines Schlagers der amerikanischen Sängerin Peggy March. Oliver Stork hat sich mit seinen gerade mal 17 Jahren bereits einige Träume erfüllt. Denn im Oktober 2020 ist das Mitglied des Schachvereins Oberursel im hessischen Skisport-Zentrum Willingen deutscher Meister der Altersklasse U18 geworden.

Schon ein Jahr zuvor hatte der Schüler des Gymnasiums Oberursel bei den deutschen Meisterschaften der Altersklasse U16 die Silbermedaille gewonnen und sich damit als „Vize“ für die Jugend-Weltmeisterschaften in Indien qualifiziert. Dort belegte er in Mumbai unter den 78 qualifizierten Denksportlern einen beachtlichen 33. Platz.

Mindestens genauso wichtig waren die Erfahrungen und Eindrücke, die er bei dieser Veranstaltung auf höchstem internationalen Niveau sammeln konnte. Wenngleich er von Land und Leuten nur wenig mitbekommen hat, weil sich die WM-Starter nahezu rund um die Uhr im Konferenzhotel aufgehalten hatten. Für Stork war das Event in Indien sogar schon die zweite Schach-WM in seinem Leben. Bereits 2015 hatte er als Elfjähriger an den Weltmeisterschaften der Altersklasse U12 in Chalkidiki in Griechenland teilgenommen.

„Mit dem Gewinn der deutschen Jugend-Meisterschaft ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagt das Schachsport-Talent aus dem Taunus über die Goldmedaille, die für seine Laufbahn ein Meilenstein war. Weitere Etappen auf der Leiter ganz nach oben sind vorstellbar, denn Oliver Stork ist inzwischen seit 20 Partien ungeschlagen und steht mit seiner neuen ELO-Zahl von 2394 kurz vor dem Überschreiten der 2400er-Marke. (sp)

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