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Kategorie „Sportlerin des Jahres“: Diese Kandidatinnen stehen zur Wahl

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Diese fünf Sportlerinnen stehen zur Wahl.
Diese fünf Sportlerinnen stehen zur Wahl: (von links) Jule Behrens, Julie Hölterhoff, Lilli Kaiser, Mara Guth und Maryse Luzolo. © FNP

Die Taunus Zeitung ruft zur Sportlerwahl 2021 im Hochtaunus auf. Wir stellen Ihnen die Kandidatinnen vor, die in der Kategorie „Sportlerin des Jahres“ nominiert sind.

Bad Homburg - Ein Quintett ist in der Kategorie „Sportlerin des Jahres“ nominiert. Wir stellen die Kandidatinnen in kurzen Porträts vor. Anschließend können Sie hier für Ihre Sportlerin des Jahres abstimmen. 

Jule Behrens: Vier Mal Gold ergibt eine perfekte Saison

Vielleicht hängt es mit den Emotionen zusammen, die der Sport transportiert, dass dessen Zuseher gerne in Superlativen schwelgen. Wenn ein Fußballer aus der Distanz mit seinem Schuss genau in den Winkel trifft, ist nicht nur von einem schönen Treffer, sondern schnell vom „Tor des Monats“ oder „Tor des Jahres“ die Rede. In Bezug auf die Triathlon-Karriere von Jule Behrens trifft aber tatsächlich zu, dass diese zuletzt perfekt verlaufen ist. Es blieb 2021 nichts mehr übrig, was sie in ihrer Altersklasse noch hätte gewinnen können.

Die 18-Jährige holte im Juni zwei Goldmedaillen bei den U20-Europameisterschaften in Kitzbühel (Einzel und Mixed Relay), im September folgte der Sieg bei den deutschen Meisterschaften in Jena. Und im November krönte die Darmstädterin ihre außergewöhnliche Saison mit dem WM-Titel bei den Titelkämpfen an der portugiesischen Algarve. Nach 750 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Radfahren und 5 Kilometern Laufen in 1:01:01 Stunden hatte sie sieben Sekunden Vorsprung auf die Schwedin Tilda Mansson. „Ich konnte den Zieleinlauf richtig genießen“, erzählte die fast zierliche Läuferin mit dem geflochtenen Zopf. Bis sie den Triumph richtig begriffen hatte, vergingen freilich noch Tage.

Auch in der Leichtathletik gibt Behrens, dann im Trikot des Königsteiner LV, eine mehr als gute Figur ab. Bei der U20-EM in Tallinn lief sie über 5000 Meter auf Platz acht (16:47,26 Minuten). In diesem Jahr wird sie sich voll auf Triathlon fokussieren. Es gibt da in ihrer Altersklasse ein paar Titel zu verteidigen. . . (rem)

Mara Guth: Nach DM-Silber reif für eine Profi-Karriere

Für Tennis-Talent Mara Guth verlief das Jahr 2021 ebenso außergewöhnlich wie erfolgreich. In sportlicher Hinsicht ließ es zum Abschluss ihrer Zeit im Jugendbereich nichts zu wünschen übrig. An der Seite ihrer Nationalmannschaftskollegin Julia Middendorf (TV Isbek) gewann sie bei den U18-Europameisterschaften in Klosters in der Schweiz die Goldmedaille im Doppel.

Ebenfalls sorgte die 18-jährige Rechtshänderin bei Jugend-Grand-Slams für Furore. So erreichte sie bei den French Open erstmals ein Viertelfinale bei der bedeutendsten Turnierserie der Welt. Ein besonderes Spiel war zweifelsohne im Juni die Erstrundenpartie beim WTA-Turnier im Bad Homburger Kurpark. Für ihre ATP-Premiere bei den Damen hatte sie eine Wildcard erhalten und verkaufte sich gegen Profi-Spielerin Nadia Podoroska beim 0:6, 3:6 teuer.

Zum Jahresende stand das Power-Girl des Usinger THC in der Jugend-Weltrangliste der ITF mit 1186,25 Punkten auf Platz 23, nachdem sie am 6. September mit Rang 14 die beste Position in ihrer Karriere erreicht hatte. Und mit dem Einzug ins Endspiel um die deutsche Hallenmeisterschaft der Damen trat Mara Guth am 12. Dezember in Biberach schon den Beweis an, dass sie reif ist für den nächsten Schritt auf dem Weg zu einer Profi-Karriere.

Zur persönlichen Bilanz des Vorjahres zählen auch die bestandene Führerschein-Prüfung, der Schulwechsel von der Usinger CWS an ein Gymnasium in Mannheim sowie der Wechsel zu einem neuen Trainer-Team in Regensburg mit dem Slowaken Ivo Klec an der Spitze. (sp)

Julie Hölterhoff: Von null auf hundert in drei Monaten

Sehr lange hat Julie Hölterhoff auf ihren ersten Wettkampf 2021 warten müssen, erst nach den Olympischen Spielen durfte sie sich laut Verbandsdirektiven bewähren. Und dann startete die Judoka des Erstligisten Homburger TG so richtig durch. Zunächst gewann sie im September bei den deutschen Meisterschaften in Stuttgart in der 70-Kilo-Klasse den Titel – den ersten bei ihrer vierten Teilnahme. Mentaler Druck habe auf ihr gelastet, denn die Olympia-Starter waren bei der DM nicht dabei. Nach vier erfolgreichen Kämpfen gab’s Gold.

Dieser Erfolg bescherte der 24-Jährigen die erstmalige Teilnahme an einem Grand Prix. In Zagreb erreichte Hölterhoff den siebten Platz – bei immerhin 21 Starterinnen. „Auf höchster Ebene, mit der Crème de la Crème“, sagt sie, habe sie Gegnerinnen besiegt und Erfahrungen gesammelt.

Nach diesem starken Ergebnis schenkte ihr der Deutsche Judo-Bund (DJB) noch mehr Vertrauen und nominierte sie für einen Grand Slam. Im November führte die Route an den Kaukasus. Und in ihrem letzten Wettkampf des Jahres schaffte es die Nummer 48 der Weltrangliste in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku bis auf den fünften Rang. „Von null auf hundert“ beschreibt die Kampfsportlerin das, was sich komprimiert auf drei Monaten in ihrem Sportlerinnenleben ereignet hat. Davor hatte Hölterhoff sich mit vielen Trainingslagern begnügen müssen. Darüber konnte sie nicht glücklich sein. In der Bundesliga gewann Hölterhoff fast nebenbei alle ihre acht Kämpfe und führte das HTG-Team auf Rang fünf. (fri)

Lilli Kaiser: Nach dem WM-Titel kullern im Wohnzimmer die Tränen

Es ist schon verrückt: Just in jenem Zeitraum, in dem es am schwierigsten war, sich vernünftig auf Wettkämpfe von internationalem Format vorzubereiten und im vorerst letztmöglichen Jahr, in dem sie auf sehr hohem Niveau agieren kann, gelangen Lilli Kaiser die größten Erfolge ihrer Laufbahn in der Sportaerobic. Die Oberstedtenerin wurde mit ihrer in Oberreifenberg aufgewachsenen Partnerin Annika Junck Weltmeisterin in der Disziplin „Duo“. Als Einzelstarterin kam Kaiser auf den zweiten Platz. Dass die Erfolge im heimischen Wohnzimmer gefeiert werden mussten, weil die Wettkämpfe online durchgeführt und dafür Videos eingereicht worden waren, änderte nichts an der Freude bei den jungen Damen der Sportschule Farnung. Es kullerten die Tränen.

Aber auch „in Präsenz“ war Lilli Kaiser 2021 so gut wie nie. Mit der drei Jahre jüngeren Junck gewann die 21-Jährige bei den Europameisterschaften im französischen Agen Bronze. Eine Medaille für Deutschland hatte es bei diesem osteuropäisch dominierten Wettkampf lange nicht mehr gegeben. „Ein grandioser Erfolg“, frohlockte Michaela Steyer, Leiterin der Bad Homburger Sportschule, in der Lilli Kaiser als Trainerin arbeitet. Im Einzel reichte es für Kaiser zu Rang fünf. Sie hatte mit ihrer zweieinhalbminütigen Kür überzeugt, einer Mischung aus Turnen, Tanz und Akrobatik. Zu fetziger Musik wechseln die Athletinnen dabei in Windeseile zwischen Sprung, Spagat und Liegestütz. Als Aerobic-Weltmeisterin ändert Lilli Kaiser nun ihren Fokus. Sie tritt in Südafrika ihr Auslandssemester in International Sports Management an. Fleißig trainiert wird natürlich trotzdem. (rem)

Maryse Luzolo: Märchenhaftes Comeback gipfelt in Tokio

Wenn die Live-Bilder aus Tokio im Sommer nicht auf den heimischen Bildschirmen hätten verfolgt werden können, die Geschichte von Maryse Luzolo könnte auch ein Märchen sein. Mit Happy End – jedenfalls was das Jahr 2021 angeht. Denn die Olympiateilnehmerin des Königsteiner LV hat in ihrer Weitsprung-Karriere schließlich noch etwas vor. Vor vier Jahren dachten die allermeisten, ihre Laufbahn sei abrupt vorbei. Bei einem unverschuldeten Trainingsunfall war 2017 ihr linkes Knie regelrecht zertrümmert worden. Mit eisernem Willen arbeitete sich die Tochter kongolesischer Eltern in zweijähriger Wettkampfpause wieder zurück.

Ende Mai stellte die 26-Jährige schließlich im Nationaltrikot ihre persönliche Bestleistung von 6,61 Metern ein. Damit holte sie beim Team-Europacup im polnischen Chorzow einen Disziplinensieg. Bei den deutschen Meisterschaften in Braunschweig reichten 6,55 Meter für Silber (knapp hinter der späteren Olympiasiegerin Malaika Mihambo). Und beim Meeting in Leverkusen schraubte die Frankfurterin mit den Rastazöpfen ihre Bestmarke auf 6,69 Meter – damit war sie im World Ranking unter den Top 32, die ein Ticket für die Sommerspiele ergatterten. „Ich kann’s gar nicht glauben. Ich bin die letzten Jahre wirklich über mich hinausgewachsen. Ich habe so hart gearbeitet, so viel Schmerz in Kauf genommen, um da zu sein, wo ich jetzt stehe“, schrieb die Biologie-Studentin auf Instagram. Dass sie in Tokio mit 6,54 Metern über die Qualifikation nicht hinauskam, war für sie nur ein kleiner Wermutstropfen. (rem)

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