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Kategorie „Trainer des Jahres“: Diese Übungsleiter stehen zur Wahl

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Diese fünf Übungsleiter stehen zur Wahl.
Diese fünf Übungsleiter stehen zur Wahl: (von links) Jörg Loutchan, Patrick Hehl, Simone Drott, Markus Schrick und Lars Kolbe. © FNP

Die Taunus Zeitung ruft zur Sportlerwahl 2021 im Hochtaunus auf. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor, die in der Kategorie „Trainer des Jahres“ nominiert sind.

Bad Homburg - Vier Männer und eine Frau sind in der Kategorie „Trainer des Jahres“ nominiert. Wir stellen die Übungsleiter in kurzen Porträts vor. Anschließend können Sie hier für Ihre Sportler des Jahres abstimmen.

Simone Drott: Zuckerbrot, Peitsche und fünf Medaillen

Sie schickt ihre Turnerinnen liebevoll nach einem Küsschen und einer Umarmung auf den Wettkampf-Teppich, liest ihnen im Training aber auch in ihrer direkten Art die Leviten, wenn ihr etwas nicht gefallen hat: Zuckerbrot und Peitsche, mit einer entwaffnenden Portion Ehrlichkeit und Herzlichkeit – das ist der Führungsstil von Simone Drott. Und mit dem war sie 2021 so erfolgreich wie noch nie zuvor als Trainerin.

Im Alter von 19 Jahren kam die achtfache Jugendmeisterin in der Rhythmischen Sportgymnastik aus der DDR „in den Westen“, schon seit 19 Jahren coacht die 52-Jährige jetzt die Leistungsgruppe des TV Seulberg. Spielten ihre Schützlinge beim Deutschland-Cup immer eine gute Rolle, so setzten sich Drotts Sportgymnastinnen vor Heimpublikum Ende Oktober die Krone auf. Platz zwei für die Kürgruppe 15+, aber auch für Chantal Harreus im Dreikampf K10/25+ und der Einzeldisziplin Seil sowie Fabienne Harreus (ebenfalls K10/25+) mit dem Ball. Letztere schaffte es mit dem Reifen auch aufs Treppchen (3.). Hinzu kamen starke fünfte Plätze von Julia Habrom (18+) sowie Isabel Frank und Mariella Strohmann in der Jugend. (rem)

Patrick Hehl: Der Aufstieg wäre sein vierter Streich

Mit Aufstiegen kennt sich der Mann bestens aus. Schon zwei Mal hat Patrick Hehl die Volleyball-Damen des TV Bommersheim aus der Bezirksoberliga in die Landesliga hinauf geführt – obendrein gelang ihm noch mit den TVB-Männern der Sprung aus der Landes- in die Oberliga. Gut möglich, dass der 43-Jährige demnächst seinen vierten Aufstieg als Trainer feiert: Seine Oberliga-Männer haben das Playoff-Ticket in der Tasche und liebäugeln mit der Regionalliga.

Seit exakt einem Vierteljahrhundert ist Hehl – beruflich als Fluglotse in Langen tätig – beim TV Bommersheim an Bord. Ob als Spieler oder als Trainer, oftmals beides zeitgleich. Erst spielte er Fußball, verlor aber den Spaß daran. Bei der Suche nach einer neuen sportlichen Betätigung sollte ein Club-Urlaub mit seinen Eltern in Kenia zum Schlüsselerlebnis werden: „Volleyball am Strand zu spielen, bereitete mir einen Riesenspaß, so dass ich mich nach der Rückkehr an den TVB wandte.“ Als Spieler erlebte Hehl seine beste TVB-Zeit in der Regionalliga (damals noch dritthöchste Spielklasse) unter Trainer Claude Weber. Hinzu kamen drei Jahre bei der SG Rodheim in der 3. Liga. (gg)

Lars Kolbe: Der Hessen-Coup als Meisterstück

Der Mann schneidet sich ins eigene Fleisch. Fast 35 Jahre ist es her, dass Lars Kolbe mit seinen Sprint-Kollegen Noll, Herrlein und Mehler den Kreisrekord von 42,04 Sekunden über 4 x 100 Meter aufstellte. „Unter 42 Sekunden zu laufen, das haben die Jungs in diesem Jahr in jedem Fall drin“, sagt Kolbe, mittlerweile 56 Jahre alt und Leichtathletik-Trainer bei der TSG Friedrichsdorf. Die „Jungs“, das ist die Sprintstaffel des Vereins, die er selbst sehr erfolgreich coacht.

Sohnemann Tim Kolbe, Hessenmeister und Kreisrekordler über 100 und 200 Meter, Jonas Hennig, Maximilian Stodiek und Ian Linnett avancierten im Sommer zu Shooting-Stars der hessischen Läuferszene. Sie zeigten bei den Landestitelkämpfen in 42,76 Sekunden völlig überraschend der höher eingeschätzten Konkurrenz um Eintracht Frankfurt die Spikes. „Vater des Erfolgs“ ist Lars Kolbe, der seit Jahren geduldig die Leistungsgruppe aufbaut und im Lockdown auch vor Minustemperaturen nicht zurückschreckt. Trainieren ließ er trotzdem draußen, bis zu fünfmal pro Woche. Das Jahresresultat: 15 persönliche Bestleistungen für seine Sprinter und ein gemeinsames Hessen-Gold. (rem)

Jörg Loutchan: Seine Nadine ist der größte Fan

„Wenn ich so meine Jungs höre, äußern die sich über mich eigentlich stets positiv. Da kann ich nicht so viel falsch machen“, lacht Jörg Loutchan, Trainer des Gruppenligisten FC Neu-Anspach. 28 Spiele lang blieb die Elf des 53-Jährigen – drei Spielzeiten übergreifend – unbesiegt. Ehe es am 14. November für den Tabellendritten ein 0:2 bei Spitzenreiter SC Dortelweil gab. Loutchan hält drei seiner Eigenschaften ausschlaggebend für seine allenthalben geschätzte Arbeit: „Ich bin grundehrlich, kommunikativ und sehe mich im Vergleich zu meinen Spielern nicht auf einer höheren Position – sondern als Teil des Teams.“

Das hat er seit März 2019 unter seinen Fittichen. Loutchan lebt mit seiner Frau Nadine („Mein größter Fan“) und Töchterchen Malou (2,5 Jahre) in Schmitten-Brombach. Loutchan ist selbstständig und auf Event-Module spezialisiert. Sein Heimatverein ist die Spvgg. Kickers 1916 Frankfurt. Von Angriff bis Tor – alles hat er gespielt. Zwischen den Pfosten aber nur ein Mal: „In der Jugend. Wir verloren 1:4. Das war’s für mich dann.“ (gg)

Markus Schrick: Mit dem „Glücksfall“ zum Double

Markus Schrick ist für den HC Bad Homburg ein Glücksfall. Als Spieler durchlief er einst die Jugendteams des Vereins, als Trainer blieb der junge Familienvater und angehende Mathematik- und Physik-Lehrer dem Hockeyclub aus der Kurstadt immer treu. Dass er von den Spielern und deren Eltern hohen Einsatz verlangt, sich selbst aber auch in der Organisation von Spielen, Turnieren, Vorbereitungsfahrten und Hockey-Camps viel abverlangt, zahlt sich aus: Schricks Nachwuchsteams spielen landesweit regelmäßig unter den Top 4 mit.

2021 schaffte er mit der seit rund drei Jahren unbesiegten männlichen U12 das Double im Feldhockey: Die 1. Mannschaft verteidigte ihren Hessenmeistertitel, und auch die „Zweite“ (genannt Pokalmannschaft) holte den Cup – das ist in der Vereinsgeschichte bisher einmalig. Um die deutsche Meisterschaft wird erst ab der U14 gespielt. Das macht Schrick noch angriffslustiger: „Wir können gespannt sein“, so kündigt er an, „was die nächsten Jahre bringen.“ (rem)

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