Diese fünf Damen stehen in diesem Jahr zur Wahl in der Kategorie „Sportlerin des Jahres 2020“.
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Diese fünf Kandidatinnen sind für die Wahl in der Kategorie „Sportlerin des Jahres 2020“ nominiert: (von links) Vanessa Grimm, Mara Guth, Valentina Pistner, Nadja Wolff und Emma Bernhard.

Sportlerwahl im Hochtaunus

Kategorie „Sportlerin des Jahres“: Diese Kandidatinnen stehen zur Wahl

Die Taunus Zeitung ruft zur Sporterwahl auf. Wir stellen Ihnen die Kandidatinnen vor, die in der Kategorie „Sportlerin des Jahres“ nominiert sind.

Hochtaunus - Fünf Frauen sind in diesem Jahr in der Kategorie „Sportlerin des Jahres“ nominiert. Wir stellen die Kandidatinnen in kurzen Porträts vor. Anschließend können Sie hier für Ihre Sportlerin des Jahres abstimmen. 

Emma Bernhard: Um top zu sein, geht sie ungewöhnliche Wege

Dieser Weg war kein leichter. Er war steinig und schwer, aber Emma Bernhard hat auch diesen gemeistert. Die 17-jährige Sportkletterin aus Oberstedten gehört weiterhin zu den Besten ihrer Altersklasse in Deutschland – sie avancierte 2020 sogar zur besten Athletin der Frauenklasse in Hessen – weil sie während der Corona-Pandemie trotz aller Hindernisse in Form und fokussiert geblieben ist.

Dazu wiederum beschritt die Gymnasiastin ungewöhnliche Wege. Dass sie von den während des ersten Lockdowns bereits temporär geschlossenen Kletterhallen in die felsige Berglandschaft der Fränkischen Schweiz zum Training auswich, war auch der Flexibilität ihrer Eltern zu verdanken. Die mussten Corona-bedingt ihre Urlaubspläne mehrmals umwerfen – und sahen in dieser schönen Gegend Deutschlands ihre Tochter dann meistens nur „in der Wand“. Zudem wurde die heimische Garage zur Boulderhalle verwandelt. An ihr konnte sich Emma Bernhard austoben und auf die Saisonhöhepunkte vorbereiten. Die fanden für die Sportkletterer auch in Pandemie-Zeiten statt – wenn auch in sehr geballter Form.

Im August erreichte sie in Augsburg ihr großes Ziel, eine von zwei A-Jugendlichen zu sein, die Deutschland im September an gleicher Stelle bei einem Jugend-Europacup im Leadklettern (am Seil, bis zu 20 Meter hoch) repräsentieren durften. Mit Rang zehn war sie dort schließlich auch zufrieden. Als Bonbon darf nur zwei Tage später die Teilnahme an den deutschen Meisterschaften im Bouldern (Klettern ohne Seil auf Absprunghöhe) gewertet werden. In Kelkheim hatte sich das Talent aus dem Taunus als Fünfte der westdeutschen Meisterschaften dafür qualifiziert. (rem)

Vanessa Grimm: Ihr Durchhaltevermögen wird belohnt

Besser hätte sie die Saison nicht beginnen können. Vanessa Grimm (Königsteiner LV) holte sich gleich zu Beginn des Jahres bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Leverkusen „Gold“ im Fünfkampf. Nur wenige Wochen zuvor hatte die Polizeikommissarin als Zweite bei einem internationalen Hallen-Meeting im französischen Clermont-Ferrand bereits angedeutet, dass sie sehr gut drauf ist.

Mit jeder Menge alternativer Trainingsmethoden meisterte Grimm in der Folge den ersten Lockdown. Gar nicht so einfach, gehören zum Siebenkampf doch Disziplinen wie der Hürdenlauf sowie Hoch- und Weitsprung, was ohne Stadionnutzung gar nicht so einfach zu simulieren ist. Es klappte aber. Bei den ersten Testwettkämpfen stimmten schon wieder fast alle Leistungswerte. Hoffnungsvoll blickte die Athletin des Königsteiner LV in Richtung Leichtathletik-EM in Paris, ihrem großen Ziel. Doch die kontinentalen Titelkämpfe fielen wegen der Pandemie aus.

Vanessa Grimm verzagte nicht, trainierte eisern weiter und wurde für ihr Durchhaltevermögen bei den deutschen Meisterschaften in Vaterstetten reichlich belohnt. Ein dritter Platz im Siebenkampf mit neuer persönlicher Bestleistung stand nach zwei Tagen sportlicher Arbeit in Bayern zu Buche. Der Hausrekord der Frankfurterin steht jetzt bei beeindruckenden 6047 Punkten.

Damit knackte die Königsteiner Athletin erstmals die international wichtige Marke von 6000 Zählern und brachte sich für die großen Mehrkampf-Meetings wie Götzis (Österreich) oder Talence (Frankreich) ins Gespräch. Zudem beendete die Nationalkaderathletin ein nicht ganz einfaches Jahr auf Rang 13 der Weltbestenliste. (jp)

Mara Guth: Ein unvergessliches Spiel gegen Kerber

Der 11. Juli 2020 wird der 17-jährigen Mara Guth aus Merzhausen in bester Erinnerung bleiben. An jenem Samstag im Sommer vergangenen Jahres hat die Ausnahmespielerin vom Usinger THC zusammen mit Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann im Bad Homburger Kurpark ein Doppel gegen die dreifache Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber und den ehemaligen Davis-Cup-Spieler Rainer Schüttler bestritten. Das Mixed-Doppel war für die handverlesenen Fans um Ulrich Klaus, Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB), und Bad Homburgs OB Alexander Hetjes als Entschädigung für das ausgefallene WTA-Rasenturnier gedacht und zugleich Appetithappen für die Premiere, die jetzt vom 20. bis 26. Juni 2021 unmittelbar vor Wimbledon sein soll.

Das Corona-Jahr 2020 hat auch die Karriere des aufstrebenden Tennis-Sterns aus dem Taunus beeinflusst, aber nicht stoppen können. Zu den wichtigsten Veränderungen im Leben von Mara Guth gehörte der Wechsel von der Usinger CWS an ein Sportgymnasium nach Mannheim. Die Förderung der Nummer 33 der Juniorinnen-Weltrangliste ist im Bundesstützpunkt Stuttgart weiterhin gewährleistet und wird den Übergang in den Spielbetrieb der Damen erleichtern. Gleiches gilt für die Tennis-Saison 2021, in der sie sowohl mit den Juniorinnen des UTHC in der U 18-Hessenliga sowie bei den Damen für den TC Bad Vilbel in der Bundesliga aufschlagen wird.

Wie es nach der Absage des Juniorinnen-Turniers der Australian Open für Mara Guth auf der Tour weitergeht, muss abgewartet werden. Sie gehört weiterhin dem Nachwuchskader 1 des DTB an. Oberste Priorität hat für das Tennis-Talent ihr Abitur. (sp)

Valentina Pistner: Sie ist an den Herausforderungen noch gewachsen

Für die Bad Homburger Spitzenreiterin Valentina Pistner hätte 2020 trotz Lockdown, der auch die Dressurreiter ausgebremst hat, kaum besser laufen können. Im ungarischen Pilisjaszfalu errang sie im August mit dem Oldenburger Flamboyant („Flambi“) bei der Nachwuchs-Europameisterschaft in der Teamwertung Gold, im Einzel Silber und in der Kür noch einmal Gold – mit Spitzenwerten von bis zu 79,285 Prozent.

Der 12-jährige Burgpokal-Sieger Flamboyant hat sich in der sehr speziellen Dressur-Saison 2020 in bestechender Form präsentiert. Das dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass Pistner die besonderen Herausforderungen, mit denen der erste Lockdown verbunden war, mit intensiven Trainingseinheiten sehr erfolgreich gemeistert hat und an ihnen sogar noch wachsen konnte.

Die Bad Homburgerin war bereits zum dritten Mal bei der Jugend-EM für Deutschland an den Start gegangen: 2018 gewann sie dreimal Silber und 2019 neben Mannschaftsgold zweimal Bronze im Einzel und in der Kür. Spitzenwerte erzielten Pistner und der von Olympiasiegerin Isabell Werth ausgebildete Flamboyant auch beim international hochrangig besetzten CDI-Dressurturnier im September in Hagen. Dort konnte die Reiterin ihre bis dato notierte persönliche Bestleistung von 79,285 Prozent in der Kür noch einmal auf 79,575 Prozent verbessern.

Die 17-Jährige reitet im Dressurkader der Altersklasse U18 des Pferdesportverbandes Hessen, will sich in diesem Jahr aber noch größeren Herausforderungen stellen und plant den vorzeitigen Wechsel zu den Jungen Reitern, obwohl sie das ganze Jahr 2021 noch in der Juniorenklasse starten könnte. (as)

Nadja Wolff: Ihr Kindheitstraum wird auf schmalen Brettern wahr

Im Winter Skilanglauf, im Sommer Triathlon. Nadja Wolff ist sportlich vielseitig unterwegs. Im Januar 2020 erfüllte sich für die im Neu-Anspacher Ortsteil Westerfeld lebende Steuerberaterin ein Kindheitstraum: Bei den Senioren-Weltmeisterschaften in Innsbruck/Seefeld (Österreich) wurde sie Weltmeisterin – und das gleich doppelt. Sowohl über 15 Kilometer als auch über 30 Kilometer war sie in der freien Technik schneller in der Loipe unterwegs als die gesamte Konkurrenz der Altersklasse W35. Mit 37 Jahren durfte sie erstmals in ihrem Leben ganz nach oben aufs Siegertreppchen steigen.

Auf den schmalen Brettern ist die zierliche Frau erst seit 2018 leistungssportlich unterwegs. Noch einige Jahre zuvor waren die Skier etwas breiter, denn Nadja Wolff gehörte zu den ersten jungen Frauen, die sich in den 1990er-Jahren auf die Schanzen wagten. Auch Trail-Running hat die ehemalige Skispringerin betrieben, ihre Marathon-Bestzeit liegt bei 3:24 Stunden, und „nebenbei“ ist sie auch als Fitnesstrainerin aktiv.

Im Winter 2020/21 finden Corona-bedingt keine Wettkämpfe im Senioren-Langlaufsport statt, und auch auf Trainingskilometer in den Alpen, zusammen mit ihrem Team xc-ski.de, muss Wolff verzichten. Stattdessen hält sie sich „in den heimischen vier Wäldern“ fit, wobei selbst in schneereichen Jahren im Taunus keine für den Profisport geeigneten Loipen zu finden sind.

Lauf- und Krafttraining stehen daher auf dem Programm, Einheiten auf dem Rennrad oder den Skirollern und – wenn wieder möglich – auch Schwimmtraining. Denn Nadja Wolff möchte sich noch einen weiteren Traum erfüllen: den Start beim Ironman auf Hawaii. (kig)

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