Diese Sportler stehen zur Auswahl

Sportlerwahl im Taunus

Kategorie "Sportler des Jahres": Diese Herren stehen zur Auswahl

Auch in diesem Jahr findet wieder die Sportlerwahl im Taunus statt. Wir stellen Ihnen die Herren vor, die in der Kategorie "Sportler des Jahres" nominiert sind

Fünf Herren sind in diesem Jahr in der Kategorie "Sportler des Jahres" nominiert. Wir stellen die Sportler in kurzen Porträts vor. Anschließend können Sie hier für Ihre Sportler des Jahres abstimmen.

John Degenkolb, Radprofi: Erster Etappensieg bei der Tour

John Degenkolb

Er lebt in Oberursel, trainiert oft rund um den Feldberg im Taunus und hat am 5. August 2018 zum dritten Mal nach 2013 und 2016 das Bad Homburger Kurpark-Rennen gewonnen. Damit ist er der Rekordsieger bei diesem Kriterium, das in diesem Jahr im August seine 40. Auflage erleben wird. Ansonsten jedoch ist John Degenkolb – einer der bekanntesten deutschen Radprofis – zumeist in aller Herren Länder unterwegs.

Im Jahr 2018 hat der 30-jährige „Dege“, wie er genannt wird, nicht nur mit seinem Triumph im Bad Homburger Kurpark für Schlagzeilen gesorgt, sondern vor allem mit seinem Etappensieg bei der Tour de France – seinem ersten überhaupt – als er am 15. Juli das neunte Teilstück von Arras nach Roubaix gewinnen konnte.

Der zweifache „Deutsche Radsportler des Jahres“ (2012 und 2015) sowie Gewinner von Paris – Roubaix (2015) und Mailand – San Remo (2015) lebt mit seiner Frau und den beiden Kindern seit mehreren Jahren im Taunus. Sein Lieblingsgericht sind Rouladen mit Klößen, und wenn er Freizeit hat – was selten genug vorkommt – widmet er sich der Familie und Freunden oder unternimmt Touren auf dem Motorrad.

Der Vize-Weltmeister im Straßenrennen (2010) hat im Laufe seiner Karriere auch schon zehn Etappen bei der spanischen Vuelta sowie eine beim Giro d’Italia gewonnen. Damit triumphierte Degenkolb bereits bei allen drei großen Radrundfahrten.

Nach vier Jahren im Team von Giant-Alpecin steht der gebürtige Geraer seit dem 1. Januar 2017 bei Trek Segafredo unter Vertrag. „Gesund und fit bleiben und bei den Klassikern vorne mitfahren“, steht für 2019 auf Degenkolbs Wunschzettel. (sp)

Henry Graf, Triathlet: Mit 17 schon bei Olympia geadelt

Henry Graf

Wer weiß, welchen Verlauf die sportliche Laufbahn des Henry Graf genommen hätte, wenn er nicht zur Konfirmation gegangen wäre. Die wöchentlichen Gruppenstunden in Vorbereitung auf das Sakrament überschnitten sich mit seinem Schwimmtraining in Hofheim. Als Alternative nahm ihn seine Schwester Emma einfach mal zum Lauftraining beim MTV Kronberg mit. Das passte besser in den Terminplan des Teenagers. Und schon fehlte ihm mit dem Radfahren nur noch eine Disziplin, um einen Triathlon absolvieren zu können.

Bereits als Vierjähriger hatte Henry Graf am Kindertriathlon in Königstein mit großem Eifer teilgenommen. Seine Eltern hatten es ihren Kindern schon vorgemacht, was man als Schwimmer, Radfahrer und Läufer in Kombination erreichen kann: Papa Oliver Graf war Deutscher Meister über die olympische Distanz, Mutter Sabine Büscher Triathlon-Europameisterin.

25 Jahre nach dem größten Erfolg seiner Mama übertraf Henry Graf seine Eltern dann quasi schon. Er gewann bei Jugend-Olympia in Buenos Aires eine Medaille (Bronze im Teamwettbewerb).

Dass er sich in der Endausscheidung in Spanien den einzigen deutschen Startplatz für die Kurzstrecke gesichert hatte, konnte angesichts der großen Konkurrenz aus den Sportinternaten – der 17-Jährige selbst besucht mit dem Taunusgymnasium eine Regelschule – schon als große Überraschung bezeichnet werden. Platz neun im Einzel und Bronze mit dem Team machten in Buenos Aires schließlich auch seine Familie stolz, die ihn an der Strecke angefeuert hatte. Henry Graf benötigte 55:07 Minuten für 750 Meter Schwimmen, 19,2 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen. (rem)

Gordon Porsch, Stabhochspringer: Euphorie und Enttäuschung

Gordon Porsch

Gordon Porsch sorgte in der Stabhochsprung-Szene für Furore, da hatte die Saison gerade erst begonnen. Im Februar sprang der Athlet aus Neu-Anspach bei den Hallenmeisterschaften in die deutsche Spitze. In Dortmund wurde der 23-Jährige mit 5,58 Metern Vizemeister. Bereits in den Wettkämpfen zuvor hatte Porsch, der für die LG Ovag Friedberg-Fauerbach startet, sich beim Gewinn der hessischen, süddeutschen und deutschen Hochschul-Meisterschaften in Topform befunden und seine Bestleistung auf 5,61 Meter geschraubt.

„Ich hatte eine gute Vorbereitung ohne größeren Probleme. Die Hallen-DM war ein echter Höhepunkt“, erinnert sich Porsch gerne an den rundum gelungenen Einstieg ins Wettkampfjahr. Doch im Training auf die Freiluftsaison passierte dem Lehramtsstudenten ein Malheur. Er knickte mit dem linken Fuß um. Porsch sprang zwar noch beim internationalen Pfingst-Meeting in Rehlingen (5,20 Meter), doch der Fuß machte trotz intensiver Behandlung weiterhin Probleme. Der ehrgeizige Sportler musste das Trainingslager sausen lassen und traf im Juni die Entscheidung, die Freiluftsaison zu beenden, obwohl sie für ihn noch gar nicht richtig angefangen hatte. Somit war auch die Chance dahin, sich für die Heim-WM in Berlin zu qualifizieren.

„Das war schon eine schwierige Zeit mit einem echten Motivationsstief“, blickt Gordon Porsch zurück. Er nahm Abstand von der Leichtathletik und stieg nach Intensivierung seines Studiums und längerem Sommerurlaub erst im Oktober wieder voll ein. Für 2019 hat er ein großes Ziel: die Universiade in Neapel. „Ein kurzes Fazit für 2018 wäre, dass Euphorie und Enttäuschung Hand in Hand gingen“, sagt er. (jp)

Tim Pütz, Tennisprofi: Der Doppel-Spezialist im Davis-Cup

Tim Pütz

Die Gelegenheit ist günstig – und kommt möglicherweise so schnell nicht wieder: Der 31-jährige Tennisprofi Tim Pütz aus Usingen schlägt am heutigen Samstag in der Frankfurter Fraport-Arena auf. Als Mitglied der deutschen Davis-Cup-Mannschaft von Teamkapitän Michael Kohlmann soll es im ersten Match der Saison 2019 gegen Ungarn einen Heimsieg geben.

„Ich bin froh darüber, dass wir über ein eingespieltes Doppel verfügen“, traut Kohlmann seinem Spieler aus dem Taunus an der Seite von Kumpel Jan-Lennard Struff auch gegen die Ungarn einen Sieg zu. Was für das deutsche Duo spricht: Es ist im Davis-Cup noch ungeschlagen und hat zuletzt 2018 in Spanien den Krimi gegen Feliciano Lopez und Marc Lopez mit 6:3, 6:4, 3:6, 6:7 und 7:5 gewonnen.

„Der Gewinn des ATP-Turniers im Doppel in Stuttgart“ war für den gebürtigen Frankfurter Pütz das sportliche Highlight des vergangenen Jahres. Nach drei deutschen Mannschaftstiteln mit dem TC Blau-Weiß Halle wurde er 2018 mit den Westfalen Zweiter. In der neuen Saison wird Pütz für den TK Kurhaus Lambertz Aachen an den Start gehen, da Halle sein Team aus der 1. Bundesliga zurückgezogen hat.

Nach den Australian Open, wo er im Doppel am Start war, und nach dem Davis-Cup-Highlight am heutigen Samstag heißen die Stationen in den nächsten Wochen Montpellier, New York und Delray Beach. Wenn Tennis-Weltenbummler Tim Pütz mal auf Heimaturlaub weilt, muss Mama Heidi ihm die Leibspeise Milchreis zubereiten. Seine Wünsche für 2019? Pütz: „Vor allem gesund bleiben und in der ATP-Weltrangliste unter die Top 200 sowie im Doppel unter die Top 50 kommen.“ (sp)

Sönke Rothenberger, Dressurreiter: Jede Menge neues Edelmetall

Sönke Rothenberger

Die Lieblingsfarben von Sönke Rothenberger sind immer noch Braun und Gold – Braun, weil das Fell seines 11-jährigen Sportpartners Cosmo braun ist, und Gold, weil das die Farbe seiner bevorzugten Trophäen ist. Auch im Jahr 2018 haben die beiden Bad Homburger Dressur-Stars ihre Edelmetallsammlung beträchtlich erweitern können: Im Mannschaftswettbewerb bei den Weltreiterspielen im amerikanischen Tryon hat das Paar mit der deutschen Dressur-Equipe die Goldmedaille geholt, wobei Rothenberger und Cosmo mit mehr als 81 Prozentpunkten in der internationalen Reiterwelt für Aufsehen sorgten.

Es sollte nicht die einzige Goldmedaille in diesem Sportjahr bleiben: Bei den deutschen Meisterschaften der Reiter in Balve standen Rothenberger und Cosmo mit einem fulminanten Kür-Ergebnis erneut ganz oben auf dem Treppchen. Nachdem der Bad Homburger mit Cosmo im Grand Prix Special trotz eines Reitfehlers Dressur-Königin Isabell Werth mit Weihegold entthront hatte, schnappte der Mannschafts-Olympiasieger von Rio de Janeiro (2016) sich bei der Kür mit traumhaften 88,425 Prozentpunkten auch den zweiten deutschen Meistertitel. Nur kleine Ungenauigkeiten bei den fliegenden Galoppwechseln verhinderten, dass die beiden die „magische“ 90-Prozent-Hürde übertrafen.

Beim Kurz-Grand-Prix in Balve ging Sönke Rothenberger im Sattel von Santiano mit Silber im Gepäck aus dem Viereck – es war die Turnierpremiere der beiden. Beim Reitfestival Horses & Dreams in Hagen waren wieder Rothenberger und Cosmo im Grand Prix Special CDI**** mit 82,255 Prozentpunkten das Maß der Dinge vor Isabell Werth mit Emilio (81,383). (as)

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