Die Nominierten in der Kategorie "Sportler des Jahres"

Sportlerwahl im Hochtaunus

Kategorie "Sportler des Jahres": Diese Kandidaten stehen zur Auswahl

Die Taunus Zeitung ruft zur Sportlerwahl im Hochtaunus auf. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor, die in der Kategorie „Sportler des Jahres“ nominiert sind.

Hochtaunus - Fünf Herren sind in diesem Jahr in der Kategorie „Sportler des Jahres“ nominiert. Wir stellen die Sportler in kurzen Porträts vor. Anschließend können Sie hier für Ihre Sportler des Jahres abstimmen. 

Richard Braunberger: Auf Augenhöhe mit dem Weltmeister

Richard Braunberger

Es ist ein Bild, das im Gedächtnis geblieben ist – vermutlich nicht nur bei der Autorin dieser Zeilen. Auf der Empore, hoch über der Schwimmhalle in Berlin-Pankow, steht der Bad Homburger Nachwuchsschwimmer Richard Braunberger mit drei Medaillen um den Hals. Jene Aufnahme stammt aus dem August letzten Jahres: Bei den Deutschen Meisterschaften, die in der Hauptstadt ausgetragen wurden, erreichte der 19-Jährige in drei Disziplinen das Finale. Über 400 und 800 Meter Freistil wurde Braunberger Sechster beziehungsweise Siebter und schwamm jeweils persönliche Bestzeit.

Auf seiner Hauptstrecke und Lieblingsdisziplin, den 400 Meter Lagen, belegte er gar den vierten Platz. Alle drei Disziplinen schloss er als bester Juniorenschwimmer ab, was jeweils mit einer Medaille am schwarz-rot-goldenen Band honoriert wurde.

Als seien das nicht schon sportliche Höhepunkte genug, konnte sich der Carl-von-Weinberg-Schüler im Finale über 400 Meter Freistil mit dem Weltmeister über 1500 Meter Freistil und 10 Kilometer Freiwasserschwimmen, Florian Wellbrock, messen. Und auch vor 2000 Zuschauern in einer ausverkauften Halle zu schwimmen, sei ein tolles Erlebnis gewesen, erinnert er sich.

2020 wird für den Nachwuchsschwimmer ein lern- und trainingsintensives Jahr: Das Abitur steht bevor, und auch bei internationalen Wettkämpfen möchte Richard Braunberger künftig auf sich aufmerksam machen: Eine Teilnahme bei Olympia ist sein größter Traum. snd

Pascal Brendel: Er befindet sich auf Hambüchens Spuren

Pascal Brendel

Der in Wehrheim lebende Pascal Brendel ist zwar erst 16 Jahre alt, aber schon deutscher Mannschaftsmeister im Geräteturnen. Beim Bundesliga-Finale vor 2500 Zuschauern in der MHP-Arena in Ludwigsburg hatte der Schüler von der Philipp-Reis-Schule in Friedrichsdorf entscheidenden Anteil daran, dass sich die KTV Straubenhardt aus dem Schwarzwald gegen die favorisierte TG Saar mit 29:27 durchgesetzt hat.

Brendel wurde von Trainer Steve Woitalla nach dem Ausfall von Mehrkämpfer Alexander Maier ins kalte Wasser geworfen und gewann das Duell am Pauschenpferd gegen den Saarländer Sebastian Krimmer mit 4:0 Punkten. Damit hatte das Talent aus dem Taunus seinen Beitrag zum siebten deutschen Meistertitel der KTV Straubenhardt geleistet.

Nicht nur in Ludwigsburg bewies Brendel Nervenstärke. „Das 15. European Youth Olympic Festival in Aserbaidschans Hauptstadt Baku war für mich der Höhepunkt des Jahres“, schwärmt das Nachwuchs-Ass. Mit einem hervorragenden 5. Platz im Finale am Barren behauptete sich Pascal Brendel in Baku gegen die internationale Konkurrenz und war das Aushängeschild des Deutschen Turner-Bundes (DTB). Zwischen 2015 bis 2019 gewann Brendel – dessen großes Vorbild Olympiasieger Kohei Uchimura aus Japan ist – bei deutschen Nachwuchsmeisterschaften schon neun Goldmedaillen.

Trainiert wird das Turntalent seit 2019 von Vater Matthias. Als wissenschaftlicher Begleiter steht ihm Wolfgang Hambüchen (Vater von Olympiasieger Fabian Hambüchen) zur Seite. sp

Leon Kriszeleit: „Eisenmann“ Kriszeleit überzeugt auf Hawaii

Leon Kristeleit

Das Ticket für Hawaii hatte er schon mehrmals in der Tasche, jedenfalls sinnbildlich. Trotz der sportlichen Qualifikation kam für Leon Kriszeleit bis dato eine Teilnahme bei den Ironman-Weltmeisterschaften aus zeitlichen und finanziellen Gründen nicht in Frage. Im Oktober 2019 nahm der Triathlet des SC Oberursel dann den für viele härtesten Ausdauer-Dreikampf auf der Inselgruppe in Angriff – und wie er das tat. Der 30-Jährige benötigte für das Schwimmen auf einer Strecke von 3,86 Kilometer durch den Pazifik, das Radfahren in der Wüste (180,2 Kilometer) und den abschließenden Marathon in Kailua-Kona 9:07,11 Stunden. Nur 87 „Eisenmänner“ waren schneller als der Amateur aus dem Taunus. Kriszeleit belegte in der hochklassig besetzten Altersklasse M30-34 Rang zwölf.

Über Vater Hans-Jörg war der Oberurseler als 14-Jähriger zum Triathlon gekommen und hält seitdem dem SCO auch nach Umzügen die Treue. 2012 bezeichnete Leon Kriszeleit bis dato als sein erfolgreichstes Jahr, als er deutscher Meister im Duathlon wurde und für seinen Verein in der 2. Triathlon-Bundesliga gestartet war. Letzteres tat er 2019 wieder – und schaffte mit seinen Teamkollegen den Klassenverbleib. Für Hawaii hatte er sich als Altersklassendritter bei der Ironman-EM in Frankfurt qualifiziert. Bemerkenswert ist die Disziplin von Kriszeleit. Obwohl er berufsbedingt zwischen Düsseldorf, Karlsruhe und dem Taunus pendelt, vergeht – wenn er gesund ist – kein Tag ohne Training. Auch an Heiligabend und Silvester nicht. rem

Christoph Lux: Ultraläufer erstmals im Nationaltrikot

Christoph Lux

100 Kilometer, 100 Meilen, 24 Stunden: Christoph Lux liebt die Herausforderung langer Laufstrecken. Mehr als 100 Marathons und Ultraläufe hat er mittlerweile absolviert, ist durch die Wüste Gobi gelaufen, hat den Eiger Ultratrail gemeistert und ist mit fünf Kilogramm Gepäck auf dem Rücken auf dem Jakobsweg gejoggt. 2019 war das bislang erfolgreichste Jahr des in Oberursel lebenden Ultraläufers.

Mit einem Top-Ergebnis von 252,833 km beim 24-Stunden-Lauf Mitte Mai in Basel (Schweiz) qualifizierte sich der 41-Jährige für die IAU-Weltmeisterschaft. Dass diese im französischen Albi ausgetragen wurde, sorgte für einen Extraschub Motivation: „Frankreich ist das Land meiner Mutter, in dem ich auch geboren wurde. Hier erstmals das Deutschland-Trikot tragen zu dürfen, war ein ganz besonderes Erlebnis.“ Mit dem deutschen Team belegte Lux Platz elf, in der Einzelwertung wurde für 208,025 km Rang 73 notiert – Magen-Darm-Probleme verhinderten ein besseres Abschneiden.

Zur Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt absolvierte der Extremsportler neben wöchentlichen Trainingseinheiten von 80 bis 120 Kilometern im Taunus auch vier Ultraläufe über 50 und 62 Kilometer. Bei der DM im 6-Stunden-Lauf im April in Mörfelden gewann der M40er Bronze in der Männerklasse (81,048 km). Mit seinem Ergebnis aus Basel führt Christoph Lux die DLV-Bestenliste 2019 der 24-Stunden-Läufer an. International ist er die Nummer 20 und rangiert auf Platz zwölf der ewigen deutschen Bestenliste. kig

Fabian Urban: Vielseitig nicht nur im Leistungssport

Fabian Urban

Fabian Urban ist der älteste von drei sportlich überaus talentierten Brüdern, die allesamt für den TV Weißkirchen an die Geräte gehen. Da darf man jetzt schon gespannt sein, wie die Entwicklung von Marlon (17) und Nesthäkchen Laurens (13) mal verläuft. Ihr großer Bruder Fabian, der am 21. Juni 2000 in Bad Homburg geboren wurde, jedenfalls ist das beste Vorbild, das man sich denken kann. Er ist 2019 nicht nur deutscher Meister im Deutschen Achtkampf (je vier Disziplinen aus Leichtathletik und Turnen) in der Altersklasse 18/19 geworden, sondern hat mit den Turnern des TV Weißkirchen als Aufsteiger auch noch den Klassenerhalt in der 3. Bundesliga Nord geschafft. Darüber hinaus gewann er mit dem Team Hessen den Länder-Vergleichswettkampf.

Der 19-jährige Fabian Urban, der eine Ausbildung zum zahnmedizinischen Fachangestellten absolviert und anschließend Zahnmedizin studieren möchte, hat neben den hohen sportlichen Qualitäten aber auch noch außergewöhnliche musikalische Begabungen, die weit über das Klavierspielen für den Hausgebrauch hinausgehen.

Nur ein Beispiel für sein außergewöhnliches Engagement: Beim Deutschen Turnfest 2017 in Berlin, wo er deutscher Jugendmeister im Deutschen Sechskampf geworden war, absolvierte er um 16 Uhr seine letzte Disziplin Kugelstoßen mit persönlicher Bestleistung, wurde um 16.15 Uhr vom Stadion aus mit dem Taxi zum Flughafen gefahren, um abends bei der Musical-Premiere des Gymnasiums Oberursel die Hauptrolle zu spielen. sp

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