Die Nominierten in der Kategorie "Sportlerin des Jahres"

Sportlerwahl im Hochtaunus

Kategorie „Sportlerin des Jahres“: Diese Kandidatinnen stehen zur Auswahl

Die Taunus Zeitung ruft zur Sporterwahl auf. Wir stellen Ihnen die Kandidatinnen vor, die in der Kategorie „Sportlerin des Jahres“ nominiert sind. 

Hochtaunus - Fünf junge Frauen sind in diesem Jahr in der Kategorie „Sportlerin des Jahres“ nominiert. Wir stellen die Kandidatinnen in kurzen Porträts vor. Anschließend können Sie hier für Ihre Sportlerin des Jahres abstimmen

Emma Bernhard: Für sie geht es immer weiter nach oben

Emma Bernhard

Am liebsten bezwingt Emma Bernhard die schwierigen Routen in der Kletterwand. Mit viel Geschick, Ausdauer und Kraft arbeitet sie sich Griff für Griff die bis zu 20 Meter hohen künstlichen Felswände hinauf. „Lead“ ist ihre Lieblingsdisziplin, aber auch im „Bouldern“ und „Speed“ erzielt die 16-Jährige Top-Resultate. 2019 gehörte die Oberstedtenerin zu den besten Nachwuchskletterinnen Deutschlands, gewann sowohl in der A-Jugend als auch bei den Frauen mehrere Wettbewerbe und Meisterschaften und gehörte erstmals dem Bundeskader an. Als größten Erfolg bezeichnet sie ihren Sieg beim Deutschen Jugendcup (DJC) im Mai in Kempten. Hier gelang es der Gymnasiastin, die für die Sektion Frankfurt des Deutschen Alpenvereins startet, als einziger A-Jugend-Finalistin mit einem gekonnten Sprung einen Überhang zu meistern.

Der DJC-Sieg war ihre Eintrittskarte zur internationalen Bühne: In der Schweiz und in Österreich durfte sie sich mit Gegnern aus Europa messen. In der Wertung der DJC-Serie kletterte sie auf Rang drei. Titelkämpfe verließ die Kaderathletin als hessische und westdeutsche Meisterin; hinzu kam Platz 19 bei ihrer ersten Teilnahme an der Damen-DM. „Einen DJC-Wettbewerb zu gewinnen, war schon immer mein Traum“, sagt Emma Bernhard. 2019 sei für sie „supererfolgreich und auch aufschlussreich“ gewesen. Vor allem mental sei sie im ersten A-Jugend-Jahr stärker geworden. 2020 möchte sie sich in der nationalen Spitze etablieren und wieder gegen internationale Konkurrenz in der Wand klettern. kig

Mara Guth: Die nächste Etappe einer steilen Karriere

Mara Guth

Sie ist die beste Tennisspielerin ihres Jahrgangs 2003 in Deutschland und hat sich einen Traum erfüllt. Mara Guth vom Usinger THC steht in der Jugend-Weltrangliste auf Position 36 (Stand: 13. Januar) und damit unter den Top 50. Diese hervorragende Platzierung bedeutete zugleich das Ticket für die Teilnahme an den Australian Open. Im Januar hat die in Merzhausen lebende Schülerin der CWS in Usingen beim „Junior Grand Slam“ in Melbourne aufgeschlagen (bei Redaktionsschluss nicht beendet) und damit die nächste Etappe ihrer beeindruckenden Karriere begonnen.

Ihre Laufbahn hat durch die Erfolge in der Saison 2019 für das 16-jährige Ausnahmetalent nochmals an Fahrt aufgenommen. Mit der deutschen Jugend-Nationalmannschaft belegte Guth bei den Team-Europameisterschaften in Budapest Platz drei und bei den Weltmeisterschaften in Orlando im US-Bundesstaat Florida Rang vier.

Der Sprung unter die Top 50 der Jugendweltrangliste ist umso bemerkenswerter, als die ersten fünf Monate wegen einer Veränderung des Vorhandgriffs nicht allzu erfolgreich waren. Der erhoffte Effekt, durch die veränderte Handhaltung das Tempo deutlich erhöhen zu können, zahlte sich unter dem Strich aber aus – auch in der Bundesliga, in der sie, dank Zweitspielrecht, mit dem TC Bad Vilbel deutscher Mannschaftsmeister wurde. Mit ihren Erfolgen begeistert das Mädchen auch ihren Schulleiter. Hans-Konrad Sohne, Rektor der Christian-Wirth-Schule, unterbrach seine Winterferien, damit Mara Guth eine Prüfung nachschreiben konnte. sp

Maryse Luzolo: Furioses Comeback nach schwerer Verletzung

Maryse Luzolo

Viele hatten sie schon abgeschrieben, aber sie hat immer an sich geglaubt: Nach zweijähriger Wettkampf-Abstinenz gelang Maryse Luzolo ein vielbeachtetes Comeback. Bei einem nicht selbst verschuldeten Unfall beim Krafttraining war 2017 das Knie der Weitspringerin so schwer verletzt worden, dass sie nach Monaten erst wieder mit dem Gehen beginnen konnte. Ob sie überhaupt noch einmal Sport würde treiben können, stand in den Sternen. Doch die Bundeskaderathletin des Königsteiner LV arbeitete eisern an ihrer Rückkehr auf den roten Tartanbelag.

Und im Juni war es dann so weit: Im rheinhessischen Alsheim meldete sich Maryse Luzolo mit 6,24 Metern erfolgreich auf der Wettkampfbühne zurück und konnte ihr Glück kaum fassen.

Der Start bei einem kleinen Meeting in der Provinz war von Trainer Jürgen Sammert und dem Betreuer-Team des KLV bewusst gewählt worden, um den ohnehin enormen Druck etwas zu minimieren. Der Plan ging auf. Zwar fand die DM im Berliner Olympiastadion wegen einer muskulären Verhärtung ohne die Frankfurterin statt, doch sie verlängerte ihre Saison. Am 23. Oktober bei den Militär-Weltmeisterschaften im chinesischen Wuhan gelang ihr eine bemerkenswerte Steigerung – 6,49 Meter. Die Tochter kongolesischer Eltern holte die Silbermedaille.

Damit beendete die Biologiestudentin ein für sie denkwürdiges Jahr noch auf Platz drei der deutschen Jahresbestenliste. 2020 richtet Maryse Luzolo den Fokus auf die Qualifikation für die Europameisterschaften in Paris. jp

Svenja Schwarz: Wenn ein Märchen in der Wüste wahr wird

Svenja Schwarz

Svenja Schwarz blickt auf eine Spitzensaison zurück, wie es für die Leichtathletin der TSG Oberursel kaum besser hätte laufen können. Schon im Jahr 2018 war die Mittel- und Langstreckenläuferin, die seit ihrer Geburt ein eingeschränktes Kurzzeitgedächtnis besitzt, in Topform gewesen: Mit ihrer Bestzeit von 42:35 Minuten über 10 000 Meter bei den deutschen Meisterschaften in Kiel und Platz eins über 1500 Meter kam sie ihrem Traum, der Teilnahme an den Special Olympics Weltsommerspielen für geistig beeinträchtigte Menschen, große Schritte näher.

Am Persischen Golf durfte die 29-jährige Frau aus dem Taunus im März 2019 schließlich in den Disziplinen 1500 und 5000 Meter starten. „Eigentlich wollte ich nur dabei sein“, blickt Svenja Schwarz heute auf die Wettkämpfe in Abu Dhabi zurück. Doch die Spiele wurden so viel mehr für sie.

Die 1500 Meter entwickelten sich zu einem Krimi auf der Tartanbahn. Eine vordere Platzierung hatte die Oberurselerin frühzeitig eingenommen. Und in der letzten Runde zündete Svenja Schwarz den Turbo und zog locker an ihren Konkurrentinnen aus Kanada und China vorbei. Mit einem beeindruckenden Endspurt und der Bestzeit von 5:34 Minuten überkreuzte sie die Ziellinie.

Auch die 5000 Meter absolvierte Schwarz leichtfüßig und besiegte ihre ärgste Konkurrentin aus Paraguay. „Zweimal Gold in Abu Dhabi. Ich bin heute noch sprachlos“, sagt sie. Der krönende Abschluss ihres Erfolgsjahres: In Wiesbaden bekam sie die Sportplakette des Landes Hessen verliehen. efx

Annabelle Winzig: Rasante Entwicklung und kein Ende in Sicht

Annabelle Winzig

Der Dauerbrenner bei der Wahl zur „Sportlerin des Jahres“: Nach Rang drei im Jahr 2018 sowie dem zweiten Platz im vergangenen Jahr ist Annabelle Winzig auch 2020 ein Podestplatz zuzutrauen. Verdient hat sie sich die Nominierung durch konstant gute Leistungen in der vergangenen Saison, in der die sportliche Entwicklung rasant weitergegangen ist. Und das Beste: Ein Ende ist nicht in Sicht.

Im Juli hatte die Judoka der HTG Bad Homburg in Prag den „European Cup“ der U21-Juniorinnen der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm gewonnen und sich damit für die Junioren-Europameisterschaften qualifiziert. Dort sicherte sie sich im September in Vantaa in Finnland die Silbermedaille. Als weiterer Höhepunkt in der Gala-Saison 2019 ist im Oktober bei den Weltmeisterschaften der U 21 in Marrakesch in Marokko noch ein 7. Platz hinzugekommen.

„Da war sogar noch mehr drin“, ärgerte sich die 19-jährige Studentin der Zahnmedizin über ihre WM-Platzierung – vor allem über die Niederlage im letzten Kampf der Trostrunde gegen die Kosovarin Laura Faziliu, gegen die sie bei der EM noch glatt durch Ippon gewonnen hatte. Komplettiert wurde die Erfolgsbilanz des vergangenen Jahres mit Platz zwei in der 2. Bundesliga Süd mit der Frauenmannschaft der HTG Bad Homburg und dem nachträglichen Aufstieg in die 1. Judo-Bundesliga.

„Annabelle ist vom Kopf her unglaublich stark und hat in puncto Technik und Taktik kaum Schwächen“, lobt ihr Trainer Markus Schmitt, mit dem sie bereits seit 2010 zusammenarbeitet. sp

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