Fußball

Spvgg. Fechenheim spielt nach 20 Jahren wieder oberhalb der Kreisebene

Bei der Sportvereinigung Fechenheim kommt man aus dem Feiern gar nicht mehr heraus. Der Meister der Kreisoberliga Frankfurt und Aufsteiger in die Gruppenliga ließ es am Wochenende anlässlich seines 115. Geburtstages schon wieder krachen.

Frankfurt. Pünktlich zum Jubiläum wurde die Erste Mannschaft der Spvgg. Fechenheim Meisterschaft in der Fußball-Kreisoberliga Frankfurt. Damit steigen die Männer aus dem Osten Frankfurts 20 Jahre nach dem Abstieg wieder in die nächsthöhere Spielklasse auf, die heute Gruppenliga Frankfurt West heißt. An den letzten Aufstieg kann sich der Sportliche Leiter Asghar Ali-Jaali noch gut erinnern, spielte er doch 1992 noch selbst mit. Damals, betont er, war der Aufstieg keine Überraschung: „Wir hatten eine Bombenmannschaft, gespickt mit Ausnahmespielern.“

Im Gegensatz dazu war in dieser Saison nach der Ansicht des Fechenheimer „Machers“ die Meisterschaft eine Überraschung: „Die Liga war dieses Jahr sehr stark und fast bis zum Schluss waren einige Teams noch mit dabei.“ Dies kann man getrost als leichtes „Understatement“ ansehen, denn die Sportvereinigung war an ganzen vier Spieltagen nicht auf Platz eins und hatte am Ende auf den Zweiten Griesheim Tarik satte zehn Punkte Vorsprung.

Ali-Jaali wird aber auch nicht müde, immer wieder darauf hinzuweisen, dass der Erfolg nur durch „Teambuilding“ möglich war: „Wir haben keine Stars, die Mannschaft muss als Ganzes funktionieren.“ Dabei nennt er das Hinspiel gegen den TuS Makkabi, einen starken, ambitionierten Gegner, als ein Schlüsselspiel: „Wir lagen 0:2 hinten und haben die Partie noch auf 5:3 gedreht. Da hat die Mannschaft gemerkt, was durch Zusammenhalt und Moral auch gegen starke Gegner möglich ist.“ Und offensichtlich haben die Jungs dies auch durch das gute Coaching von Trainer Cem Caput so gut verinnerlicht, dass die Kicker von der Birsteiner Straße lange Zeit (vom 2. bis zum 21. Spieltag) an der Tabellenspitze ihre Kreise zogen.

Im Frühjahr leistete sich das Team dann doch eine kurze Schwächeperiode, in der es vom ärgsten Verfolger Griesheim Tarik für drei Spieltage vom ersten Platz verdrängt wurde. Doch auch die Griesheimer unter ihrem Trainer Jorge Huberman patzten und danach gab Fechenheim den zurückeroberten den Platz an der Sonne nicht mehr aus der Hand.

Natürlich war ein Schlüssel zum Erfolg die stark besetzte Offensive mit Kamil Yikilmaz, Tolga Tuygar, Ouassim Ouass und Daniel Lotz, die zusammen 67 der insgesamt 95 Saisontore erzielten. Aber Ali-Jaali stellt auch da die Mitspieler in der Vordergrund: „Die konnten ihre Tore nur machen, weil der Rest der Mannschaft gut gearbeitet hat.“

Die Mittelfeldachse um Kapitän Tamim Jusofie, Joel Remhof und Daniel Lotz hebt der Sportliche Leiter trotzdem hervor: „Tamim Jusofie ist unser absoluter Leader, Joel Remhof und Daniel Lotz führen mit ihm die Mannschaft.“

Trainer Cem Caput lobt Ali-Jaali für seine kommunikativen Fähigkeiten. „Er ist ein junger Trainer und spricht die Sprache der Spieler. Auch wenn er keine Erfahrung hatte und der Verein im Umbruch war als wir ihn 2016 geholt haben: Das Risiko, ihn zu verpflichten, hat sich gelohnt“, sagt der Sportliche Leiter.

Caput wird ein weiteres Jahr in Fechenheim bleiben, so wie auch das Gros der Mannschaft. Lediglich einige Ergänzungsspieler verlassen den Verein. Neuzugänge sind auch schon verpflichtet, Namen will Ali-Jaali aber vor Ende der Abmeldefrist aber noch nicht nennen. Außer einen: „Parves Naziri wird zu uns kommen. Wir haben einen erfahrenen Spieler gesucht, der unsere junge Truppe in der Gruppenliga führen kann.“ Naziri wechselt von den Sportfreunden Friedrichsdorf (Kreisoberliga Hochtaunus) an die Birsteiner Strasse und bringt unter anderem aus seiner Zeit bei der nun in die Verbandsliga aufgestiegenen SG Bornheim/Grün-Weiß einiges an Gruppenliga-Erfahrung mit.

Auch wenn Ali-Jaali sagt, dass man in Fechenheim die Herausforderung Gruppenliga „in Demut“ angehen werde, so hält er doch ein Saisonziel von „45 Punkte plus x“ für realistisch. Fechenheims Sportlicher Leiter sieht der neuen Saison optimistisch entgegen: „Wir freuen uns auf die Gruppenliga und vor allem auch auf unser erstes Vorbereitungsspiel.“ Das findet nämlich am 27. Juni (19 Uhr) auf heimischen Gelände gegen den Regionalligisten FSV Frankfurt statt.

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