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Stabwechsel im Turngau Main-Taunus

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Von: Walter Mirwald

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Hanns-Joachim Geiger (links) und Reinhard Odey übergeben die Verantwortung im Turngau an Gerit Elisa Kaus. FOTO: Mirwald
Hanns-Joachim Geiger (links) und Reinhard Odey übergeben die Verantwortung im Turngau an Gerit Elisa Kaus. © Walter Mirwald

Hanns-Joachim Geiger tritt nach 18 Jahren als Vorsitzender zurück - und übergibt sein Amt an Gerit Elisa Kaus

Diedenbergen -"Solche Prototypen des Ehrenamtes gibt es selten. Hanns-Joachim Geiger hat mit seinem Engagement über viele Jahre die Turnbewegung zusammengehalten." Mit diesen Worten würdigte der Landrat des Main-Taunus-Kreises, Michael Cyriax, die ehrenamtliche Leistung von Hanns-Joachim Geiger, der bei der Jahreshauptversammlung des Turngaues Main-Taunus in Diedenbergen nach 18 Jahren von seinem Amt als Vorsitzender zurücktrat. Zu seiner Nachfolgerin wurde die Vorsitzende des TV Flörsheim, Gerit Elisa Kaus, gewählt.

Der 78 Jahre alte Hanns-Joachim Geiger von der TG Bad Soden gehörte von 1975 bis 1977 als Beisitzer dem Vorstand des Turngaues Main-Taunus an. Von 1987 bis 2004 führte er die Kasse des Turngaues, seit 2004 stand er als Vorsitzender an der Spitze der Vereinigung, in der mit Stand Oktober letzten Jahres 23 480 Mitglieder in 41 Vereinen registriert waren.

Geiger ist auch über den Turngau hinaus beim Hessischen Turnverband ein gefragter Mann. Er gehört zu einem Kreis von Turngau-Vorsitzenden, die als "Querdenker" bekannt sind und in regelmäßigen Treffen Ideen und Leitlinien für die Verbandspolitik entwerfen. Der verdienstvolle Funktionär wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden des Turngaues gewählt. Auch der Vizepräsident für Turngauangelegenheiten des Hessischen Turnverbandes, Helmut Reith, und der Vorsitzende des Sportkreises Main-Taunus, Hans Böhl, fanden lobende Worte für den scheidenden Funktionär.

Flörsheimerin Kaus seit 1972 Trainerin

Die neue Frau an der Spitze, die 62 Jahre alte Gerit Elisa Kaus, bezeichnet die Vereinsmeierei als ihr großes Hobby. Die gelernte Steuerfachangestellte ist seit 1984 stellvertretende Vorsitzende des TV Flörsheim und seit 2016 Vorsitzende. Seit 1972 ist sie als Trainerin tätig. Bisher gehörte sie zwei Jahre lang als Schriftführerin dem Turngau-Vorstand an.

"Ich habe das Team kennengelernt. Die Arbeit im Vorstand macht großen Spaß. Deshalb habe ich es gewagt, in große Fußstapfen zu treten", sagt die engagierte Frau, die froh ist, dass Hanns-Joachim Geiger künftig noch mit seinem Rat zur Verfügung stehen wird. Ihrem Nachfolger überreichte sie als Dank einen Oscar.

Ausgeschieden aus dem Gauvorstand ist auch Reinhard Odey vom TV Okriftel, der seit 2006 stellvertretender Vorsitzender war und gemeinsam mit Geiger ein starkes Führungsduo bildete. Sein Platz im Vorstand bleibt zunächst ebenso unbesetzt wie der der bisherigen Schriftführerin.

Wiedergewählt wurden die stellvertretenden Vorsitzenden Brigitte Kuchinke (TV Eschborn) und Gerd Brandt (TG Unterliederbach) sowie Kassenwart Hans-Jürgen Albert (TuS Kriftel), die Vorsitzende Allgemeines Turnen und Sport, Barbara Schoch (TV Eschborn), und die Vorsitzende Freizeit und Gesundheitssport, Michaela Schmidt (TSG Neuenhain).

Geiger: Verwerfungen in der Pandemie

In seinem letzten Jahresbericht stellte Hanns-Joachim Geiger fest, dass "sich unsere Gesellschaft nun schon im zweiten Jahr in der Pandemie befindet und wir mittlerweile gelernt haben, mit Einschränkungen zu leben". Auch bei den Vereinen habe es starke Verwerfungen gegeben, nicht nur durch Ausfall von Sportangeboten, sondern auch durch die mangelnde Gemeinsamkeit, die fehlenden sozialen Kontakte und die eingeschränkte Kommunikation - auch wenn die sozialen Medien wie Internet und Videoschaltungen genutzt werden konnten. Geiger: "Das Gespräch auf Augenhöhe und das menschliche Miteinander können nicht ersetzt werden."

Viele Veranstaltungen im Turngau - so Geiger - wurden abgesagt, denn "wir haben uns für das Wohl und die Gesundheit unserer Mitglieder entschieden".

Hanns-Joachim Geiger bezeichnet den Turngau Main-Taunus als das Bindeglied zwischen den Vereinen als Basis und dem Hessischen Turnverband. Mit dem Blick nach vorne sagt der Visionär: "Wir können gemeinsam die Zukunft gestalten und zielorientiert arbeiten und damit Bindung schaffen im Hinblick auf den demographischen Wandel der Gesellschaft und eintreten in eine ständige Diskussion zur Zukunftsfähigkeit der Vereine."

Mit dem Blick auf die derzeitige Lage fügt er hinzu: "Wir können auch Bindung schaffen in schwierigen Zeiten, wie wir sie zurzeit erleben müssen." wm

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