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Im Testspiel gegen Wehen Wiesbaden maß sich der Ginsheimer Kamil Kwiaton (links) mit Drittliga-Spielern wie Rene Guder. In gut drei Wochen sind er und seine Kollegen wieder in der Hessenliga gefordert.

Fußball

Start in Hessens höchster Liga am 27. Juli

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Die alte Saison war noch nicht ganz abgelaufen, da kamen die Vertreter der Hessenligisten schon in Grünberg zusammen, um die Weichen für die neue Runde zu stellen.

Der Verbandspräsident persönlich begrüßte die Vereinsvertreter am Freitagabend zur obligatorischen Vorrundenbesprechung der Fußball-Hessenliga. Es gelte „Aufbruchstimmung“ zu erzeugen, meinte Stefan Reuß mit Blick auf die „historische Situation“ nach dem frühen WM-Aus der deutschen Mannschaft. Das war natürlich nicht ganz so ernst gemeint, denn, so betonte Reuß: „Der Fußball lebt.“ Es gelte die „positiven Effekte“ aus der abgelaufenen Runde mitzunehmen. Solche hatte der Präsident des Hessischen Fußball-Verband einige registriert.

So zum Beispiel das steigende Interesse am Hessenpokal, dessen Endspiel ja im Rahmen des „Finaltag der Amateure“ am Pfingstmontag von der ARD live gezeigt wurde. Im nächsten Jahr, erläuterte Reuß, würden erstmals alle Endspiele der 21 deutschen Landesverbände sowie das DFB-Pokalfinale an einem Tag (25. Mai 2019) ausgetragen und im Fernsehen über den ganzen Tag verteilt gezeigt werden.

Auch in punkto Zusammenarbeit mit „Sporttotal.TV“, einer Streaming-Plattform für Amateurfußball, die vom DFB und einem Technologie-Unternehmen ins Leben gerufen wurde, zeigte sich Reuß positiv gestimmt. Die Rückmeldungen von Vereinen aus anderen Landesverbänden, in denen die Online-Liveübertragung mittels einer festinstallierten Kamera schon praktiziert werde, sei durchweg positiv. Und der befürchtete Zuschauerrückgang sei nicht eingetreten, eher das Gegenteil. In der Hessenliga wollen nun zur neuen Runde erstmals einige Vereine das Experiment angehen.

Da Verbandsfußballwart und Klassenleiter Jürgen Radeck (Ortenberg) noch im Urlaub weilt, leitete sein Stellvertreter Matthias Bausch (Waldbrunn) die Sitzung. Sein Rückblick fiel kurz und knapp aus, zu bemängeln hatte er nichts.

Im Gegensatz zum Vertreter des zuständigen Sportgerichts der Verbandsligen Klaus Kremer (Eltville), der eine Zunahme beim „unsportlichen Verhalten der Trainer und Betreuer“ registrieren musste. „Es hat mehr Fälle gegeben, das ist überflüssig“, fasste Kremer treffend zusammen und mahnte die Vereine, auf ihre Akteure an der Seitenlinie entsprechend einzuwirken.

Bevor es in die Feinabstimmung des Terminplans ging, stellten sich noch die vier Aufsteiger Hünfelder SV, FC Eddersheim, FV Bad Vilbel und Türk Gücü Friedberg vor, die allesamt zunächst einmal den Klassenerhalt anpeilen. Der könnte in dieser Saison etwas leichter zu erringen sein, denn im günstigsten Fall (kein Regionalliga-Absteiger) steigen nur zwei Mannschaften am Ende ab. Denn die sogenannte Richtzahl für die Liga (festgelegte Anzahl an Vereinen) wurde nach einem einstimmigen Beschluss der Hessenligisten für die Saison 2019/20 von derzeit 17 auf 18 erhöht. Die maximale Anzahl an Absteigern beläuft sich auch in dieser Spielzeit auf fünf.

Neben den Vereinen FC Gießen (Zusammenschluss aus Hessenligist Teutonia Watzenborn-Steinberg und der Fußball-Abteilung des VfB Gießen) und der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (bisher TSV Lehnerz) ist Hessen Kassel aus sportlicher Sicht ein „Neuling“. Der Regionalliga-Absteiger verfügt über ein größere und durchaus reisefreudige Anhängerschaft, weshalb diesmal auch zwei Vertreter der Polizei an der Besprechung teilnahmen. Die beide darauf hinwiesen, dass von den Kasseler Fans eigentlich kein Ungemach zu erwarten sei. Dennoch sei ein professioneller Sicherheitsdienst neben separatem Eingang und Catering durchaus empfehlenswert, wie der Kasseler „Szenekundige Beamte“ betonte.

Nachdem Horst Kziuk (FC Ederbergland) als Vertreter der Hessenligisten im Verbandsspielausschuss von den Clubvertretern in seiner Funktion bestätigt worden war, wurden die Spieltermine festgezurrt. Erwartungsgemäß gibt es wieder etliche Freitagsspiele, auch der Rundenstart beinhaltet drei Partien am Freitag (27. Juli). Erneut wurde wieder der nominell letzte Spieltag des Jahres vor den eigentlichen Auftakt am 4. August gesetzt, um den Vereinen zuschauerträchtige Derbies in der bundesligafreien Zeit zu bescheren. Der VfB Ginsheim gehört zu den sechs Clubs, die freitags die Runde eröffnen. Die Ginsheimer erwarten am 27. Juli Viktoria Griesheim (19 Uhr). Sein erstes Auswärtsspiel bestreitet der VfB am 4. August in Alzenau. Gekickt wird in 2018 bis zum 24./25. November, wobei aber einige Spiele der beiden englischen Wochen im August und September auf das Wochenende 1./2. Dezember verlegt wurden. Gespielt wird im übrigen auch am Feiertag, 3. Oktober, einem Mittwoch.

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