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So sehen die Fans der Sportfreunde Budenheim Thomas Gölzenleuchter am liebsten: als jubelnden Trainer. In der neuen Runde will er für den TV Büttelborn die Fäuste ballen.

Handball

Auf Stefan Beißer folgt Thomas Gölzenleuchter

Für den „künftigen Besen“ des TV Büttelborn könnte sich im Sommer ein Kreis schließen – wenn er seinen Heimatklub als Oberligisten übernähme. Nicht unmöglich. Der TVB ist zurzeit Landesliga-Zweiter.

Sein Weg führt ihn über die stauanfällige Autobahn 60, vorbei am Autobahnkreuz Mainz-Süd mit seiner Brückenbaustelle – bis er nach gut 40 mühsamen Kilometern endlich Budenheim erreicht. Diese zeitraubenden Fahrten mag Thomas Gölzenleuchter (41) nicht mehr auf sich nehmen. Weshalb sich der Büttelborner entschlossen hat, nach Saisonende als Trainer des rheinhessischen Handball-Oberligisten Sportfreunde Budenheim aufzuhören. Obwohl er sich sportlich wie menschlich bestens mit seiner Mannschaft und den Verantwortlichen versteht, wie er betont. Und Erfolg hat die Verbindung auch gebracht: Budenheim ist neben der MSG HF Illtal erster Verfolger von Spitzenreiter VTZ Saarpfalz.

Aber Gölzenleuchter will mehr Zeit für seine Frau und seine zwei Kinder haben. Da kam ihm die Anfrage seines Heimatvereins TV Büttelborn, nach dieser Landesligarunde Nachfolger Stefan Beißers zu werden, gerade recht. Wie berichtet, zieht sich Beißer nach dann vier Jahren als TVB-Trainer zurück. Die Büttelborner Kreissporthalle erreicht Gölzenleuchter in wenigen Minuten zu Fuß.

Dem TVB ist er immer verbunden geblieben, obwohl er seit 1995 stets für andere Vereine gewirkt hat. Der Chemielaborant spielte vier Jahre lang für die SG Wallau/Massenheim – meist in der Regionalliga, aber auch ins Bundesligateam mit Handballgrößen wie Martin Schwalb und Frédéric Volle schnupperte er bei Kurzeinsätzen hinein. Ein zweimonatiges Zweitliga-Engagement beim TSV Östringen endete jäh mit einem Kreuzbandriss. Weiter ging es in der Regionalliga mit den Stationen TV Gelnhausen, TSG Ober-Eschbach und TSG Münster. Mit Münster schaffte Gölzenleuchter den Aufstieg, ehe ihm in der Vorbereitung auf die Zweite Bundesliga das gleiche Kreuzband erneut riss. Aber er gab nicht auf, kämpfte sich zurück und beendete seine Karriere 2008 als Zweitligaspieler. Heute spielt er nur noch in der B-Liga-Mannschaft des TVB.

Dem Ausstieg als Spieler folgte nahtlos der Einstieg als Trainer – bei Bezirksoberligist MSG Crumstadt/Goddelau. Gölzenleuchter, seit 2015 Inhaber der A-Lizenz, leitete auch den Landesligisten TSV Pfungstadt an, ebenso die TSG Münster in der Dritten Liga und Oberliga. Immer wieder trainierte er auch Jugendmannschaften, darunter die Bundesliga-A-Junioren der HSG Hochheim/Wicker. Erfahrungen, Nachwuchshandballer aus- und weiterzubilden, machte er auch als Auswahltrainer im Hessischen Handballverband.

In der TVB-Nachwuchsarbeit engagiert sich Gölzenleuchter als Jugendkoordinator. Im Handballbezirk Darmstadt ist er Vorsitzender des Arbeitskreises Methodik, der sich unter anderem mit der Organisation der Bezirksauswahlen beschäftigt. Dieses Amt gibt der Einundvierzigjährige nach dieser Saison ab.

Mit seiner künftigen Mannschaft beschäftigt sich Gölzenleuchter insofern, dass er sich gelegentlich Spiele anschaut. Auch in die Kaderplanung für die nächste Saison ist er eingebunden. Aber auf eines weist er mit Nachdruck hin: Er lege großen Wert darauf, seine Aufgabe als Trainer der Sportfreunde Budenheim mit dem größtmöglichen Erfolg zu Ende zu bringen. „Es wäre natürlich ein Traum“, sagt er, „mit dem Aufstieg in die Dritte Liga dort wegzugehen.“

Und wer weiß, vielleicht trainiert Gölzenleuchter 2018/19 ja – wie jetzt in Budenheim – wieder einen Oberligisten. Der TVB ist als Tabellenzweiter nach wie vor im Aufstiegsrennen. Gelänge dem Neuling der überraschende Durchmarsch, schlösse sich für Gölzenleuchter ein Kreis: In seinem ersten Aktivenjahr als Spieler, 1994/95, kämpfte er mit dem TVB in der Oberliga Hessen um Punkte. dirk

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